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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Stanzen - Stätigkeit
um darauf durch die Landschaften Awamba, Usongora, Toro, Uhaiyana, Unyampaka, Ankori, Karagwe, Nhaiya, Ukhanga und Nsinja zum Südufer des Ukerewe hinüberzuziehen. Durch Stanleys Zug wurde eine Reihe wichtiger geographischer Fragen gelöst, das unbekannte Gebiet zwischen Congo und Albertsee wurde enthüllt, die längst vermutete Zugehörigkeit des Muta Nzige zun: Nilsystem sicher festgestellt, ein neues afrikanisches Schneegebirge am Ostufer des Semliki entdeckt, der von S. zu 5500-5800 m Hohe geschätzte Ruvenzori, den Leutnant Stairs bis zu 3^50 in bestieg, und in dem S. das Mondgebirge der alten Geographen sieht, sowie die Bänder im W. des Ukerewe genauer erforscht und die > Entdeckung gemacht, daß der Ukerewe sich in seinem ! südwestlichen Teil bis 2" 48' südl. Br., also viel weiter südlich, erstreckt, als man früher annahm. Nährend bis zum Ukerewe die Eingebornen sich friedlich verhalten hatten, waren im SO. des Sees, in der Landschaft Usukuma, heftige Kämpfe zu bestehen, welche um so gefährlicher sich gestalteten, als zahlreiche Kranke, Weiber und Kinder in Hängematten transportiert werden mußten. Die Sterblichkeit der Karawane war eine sehr große, und mit einem furchtbar gelichteten Zug traf S. endlich über Tabora nach i^/iljähriger Wanderung quer durch Afrika 1. Nov. in Mwapwa, der westlichsten deutschen Station, ein, wo ihn eine vom Reichskommissar Wißmann entiondte Truppenabteilung mit Erfrischungen erwartete. Stanleys Karawane bestand noch aus 750 Leuten, darunter 199 Leute Schnitzers mit 59 Kindern; außer Schnitzer befanden sich in seiner Begleitung noch seine 5 mit ihm ausgezogenen Offiziere, Kapitän Casati, der so lange bei Schnitzer gezwungen geweilt hatte, und 2 andre Genossen Schnitzers, ferner .' katholische Missionäre aus Tabora und aus Ukumbi am Ukerewe. Unter dem Schutz der Wißmannschen Truvve langte die Karawane 6. Dez. 1889 sicher in Bagamoyo am Indischen Ozean an, aufs freudigste und herzlichste begrüßt von der europäischen Kolonie unter Führung des deutschen Reichskommissars Maior Witzmann. ? Stanleys Rückweg nach Europa über Sansibar und Ägypten gestaltete sich zu einem förmlichen Triumphzug, überall wurde er auf das glänzendste gefeiert, obschon der eigentliche, nicht ausgesprochene Zweck seiner Mission/die Provinz Schnitzers für die Britische Ostafrikanische Gesellschaft zu erwerben, an der Ungunst der Umstände gescheitert war.
Seine »Briefe über Emin Paschas Befreiung^, herausgegeben von Scott Keltie, erschienen zugleich in deutscher Übersetzung (Leipz. 1890); gegenwärtig ist S. mit der Ausarbeitung seines Reisewer'ksbeschäftigt.
3) Frederik Arthur, Lord S. of Preston, wurde im Februar 1888 zum Generalgouverneur von Kanada ernannt.
Stanzen, Schutzvorrichtungen,s. Metallbearbeitung (Bd. 17).
Stapfcr, Paul, franz. Schriftsteller, geb. 14. Mai 1840 zu Paris, studierte am Lyceum Bonaparte daselbst, wirkte dann als Lehrer am College Elisabeth in Guernsey, seit 1876 als Professor der ausländischen Litteratur an der Fakultät zu Grenoble, später in Bordeaux. Von seinen Schriften seien erwähnt: <?etite eomeäie äs 1a critique litteiaire äe No Ii^i'6 selon 168 ti'oi'8 Llnies iMIo5npnique8 < (1866); »^useries AN6i'N63iai568« (1869, 2. Aufl. 1881);> I^nrkQ<^3l6i'ii6<'7 biograph. Studie (2. Aufl. 1881); »1^66arrist68M<?68etp^'tie8«(1872); »Hlmk^peki-s 6t 1'anti^il.e< (2. Aufl. 1883-88,3Bde.); >Ntuäe8 Llll- !ll litterature frai^tuße moäerne et coutempo raine« (1880); »Varietes morales et littslaireö« (1881); »Oo^cke et 368 äeux cdels-ä'wuvre clas-8iqu68« (1881); »Noiiöre et sdakespeare« (2. Aufl.
1886); »K^iii6 et V. Hu^o« (2. Aufl. 1888); > Ii<i-Heinis ^a^a pei'80une, «on ^ente, 8011 ueuvre« (1889).
'-^tiipll^lfteocel^, s. Lti-eptoooeeiitj (Bd. 17).
^Starbuck, brit. Insel im Manahikiarchipel des Stillen Ozeans, unter 5" 37' südl. Br. und 155" 55' östl. L. v. Gr., ist eine gehobene Koralleninsel, bei der eine Einsenkung im Innern mit einem Brunnen salzigen Wassers die alte Lagune anzeigt. Sie ist flach, öde und wenig bewaldet und nur von Wert wegen eines Guanolagers im O. und mehrerer diesen er^ setzenden Gipslager. Die Küste umgibt ein Riff, ein Ankerplatz für kleine Schiffe befindet sich an der Westseite, die Landung ist sehr beschwerlich.
^Starcevic (spr.startschcwitz^Anton, kroat. Politiker, geb. 17.Iuni I823zuPazariste, besuchte das Gymnasium in Agram, studierte in Pest, ließ sich darauf in Agram als Advokat nieder u. trat 1861 zuerst im kroatischen Landtag auf, in dem er mit Kvaternik die fogen.
Rechtspartei gründete, welche das kroatische Staatsrecht, d. h. die Unabhängigkeit Kroatiens und seine Vereinigung mit den übrigen südslawischen Provinzen, zu verwirklichen strebt; er redigiert das Organ der Rechtspartei: >Hi'vat8kl^« (»Kroatien^). - Sein Neffe David S., geb. 1841 zu Zitnik, ebenfalls Advokat und Mitglied des Landtags, schloß sich der Rechtspartei an und machte sich durch seine heftigen Angriffe auf die ungarnfeindliche Mehrheit sowie durch seine Widersetzlichkeit gegen die Behörden bekannt. Da alle parlamentarischen Mittel gegen seine demagogischen Ungezogenheiten wirkungslos blieben, wurde er Anfang 1887 aus dem Landtag ausgestoßen und hierauf auch als Betrüger an seinen Klienten entlarvt. Vergebens suchte er sich vor Gericht durch gefälschte Schriftstücke zu retten. Er wurde im September 1887 zu sechs Jahren schweren Kerkers verurteilt; sein Bruder Ioan, der am Verbrechen beteiligt gewesen, erhielt zwei Jahre schweren Kerkers.
'^Etätigleit, eine eingewurzelte Untugend der Pferde, welche sich als Widersetzlichkeit oder Unfolg samkeit im ordnungsmäßigen Dienstgebrauch äußert und im Pferdehandel einenwichtigen Gewährsmangel darstellt. Es gibt Pferde, welche jeder Verwendung hartnäckig widerstreben und deshalb fast vollständig entwertet sind (ab so lute S.). Viel häufiger beschränkt sich die S. aber auf den Widerstand gegen einzelne Gebrauchszwecke oder gegen die Anlegung besonderer Geschirrstücke (relative'S.). Die ältere Unterscheidung einer wahren S., welche auf Erkrankung des großen Gehirns beruhen sollte, gegenüber einer durch Angewöhnung entstehenden falschen S. ist nicht berechtigt. In jedem Fall charakterisiert sich die S. als ein fehlerhaftes Temperament, welches entweder angeboren oder durch ungeeignete Behandlung der Tiere hervorgerufen ist. Bei den Reitpferden sind folgende ArtenderS.zuunterscheiden:1)dieWidersetzlichkeit
während des Gebrauchs, wobei die Tiere ohne äußere Veranlassung plötzlich stehen bleiben, bei der Bestrafung in die Höhe steigen oder zur Seite springen und sich des Reiters zu entledigen suchen; 2) der Sattelzwang und das Bocken, wobei die Pferde, sobald sie bestiegen werden, den Rücken krümmen und durch Galoppsprünge den Reiter abzuwerfen suchen; 3) das Drängen gegen den Stall oder..gegen die Häuser (Kleben); 4) das Steigen und Übers ch lägen. Wagen- und Arbeitspferde können bloß für den einspännigen oder zugleich für den zweispännigen Dienst wegen S. unbrauchbar sein. Die Tiere