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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Stromeyer - Stumpf
stitut aus, da ihm gerade gelegentlich dieses Gastspiels die Gewißheit wurde, daß er alle Vorbedingungen zu einem tüchtigen Sänger besäße. Vom September 1877 ab machte er, ob'ne seine schauspielerische Thätigkeit aufzugeben, Gesangsstudien bei Winternitz, debütierte im März 1878 in Augsburg als Lohengrin und setzte seine Studien bei Reß in Prag. später bei Dessoff in Karlsruhe fort, wo er dann von 1878 bis 1881 engagiert war. Von 1881 bisl 886 war S. erster Tenorist am Stadttheater zu Frankfurt a. M., und seit 1887 ist er am Stadttheater zu Hamburg thätig. Seine Begabung zeigt sich von ihrer besten Seite in der Darstellung Wagnerscher Rollen.! ^Stromeyer, Georg Friedrich Louis, Mediziner, geb. 6. März 1804 zu Hannover, studierte seit 1823 in Göttingen und Berlin, ließ sich 1828 in Dan- ! naver als Arzt nieder, wirkte seit 1829 an der chirur- ^ gischen Schule daselbst und gründete eine orthopädische Heilanstalt. Seit dieser Zeit hat er die Orthopädie mit größtem Erfolg kultiviert; 1831 machte er seine erste subkutane Durchschneidung der Achillessehne zur Heilung eines Klumpfußes und schuf so den Boden für die weitere Ausbildung der operativen Orthopädik, mittels welcher viele bis dahin als unheilbar angesehene und nur durch die Amputation ,u bessernde Verkrümmungen in überraschender Weise geheilt wurden. 1838 folgte S. einem Ruf als Professor der Chirurgie nach Erlangen, 1841 nach München. 1842 nach Freiburg und 1848 nach Kiel. Er nahm als Generalstabsarzt an den fchlcswig-holsteinischen kriegen teil, trat 1854 als Generalstabsarzt in hannöversche Dienste und erwarb sich hervorragende Verdienste um die Kriegschirurgie und Militärhygiene.
1866 pensioniert, lebte er als Arzt in Hannover/1870 bis 1871 war er wieder als konsultierender Chirurg der dritten Armee thätig... Er starb 15. Juni 1876 in Hannover. S. schrieb: »Über Paralyse der Inspirationsmuskeln« (Hannov. 1836); >> Veiträsse zur operativen Orthopädik« (das. 1839); »Handbuch der Chirurgie« (Freiburg 1844-68, 2 Bde.); »Maximen der Kriegsheilkunst« (2. Aufl., Hannov. 1862); Erfahrungen über Schußwunden« (das. 1867). Eine Selbstbiographie gab er in den »Erinnerungen eines deutschen Arztes« (Hannov. 1875, 2 Bde.).
"8ti'0plillutku8, Gattung aus der Familie der Apocyneen, deren Arten in Asien und Afrika heimisch sind. !^> lii6Mln8, ein holziger Kletterstrauch in der Gegend oberhalb der Victoriafälle des Sambesi, windet sich an den höchsten Bäumen empor und trägt 30 cm lange Kapseln, welche bis 200Samen enthalten.
Die 2 cm langen, schmalen und flachen, seidenglänzend behaarten Samen tragen an der fein ausgezogenen Spitze einen fast 9 cm langen Stiel mit zartem Pappus. Im Handel kommen grünbraune und weiße Samen vor, von denen die einen von ß.Xomdö <Mi)6?- abstammen sollen, der Pflanze, aus welcher die Eingebornen in West- und Mittelafrika ein Pfeilgift (Kombe, Ince oder Onaqe) bereiten. Der Same enthält als wirksamen Bestandteil Strophantin, o'm weißes, kristallinisches Pulver, welches sehr bitter schmeckt, in Wasser und Alkohol leicht löslich ist und bei 185" schmilzt. Es steigert die Kontraktilität der Muskeln, besonders des Herzmuskels, ohne Verdauungsstörungen oder kumulative Wirkungen zu zeigen. Man benutzt es deshalb wie Digitalis bei .Herzkrankheiten. In größern Dosen führt es schnell tödliche Muskelstarre herbei.
Strubberss, 2) Otto vo n, preuß. General, nahm,
^ nachdem er 8. Aug. 1889 sein 50jähriges Dienstjubi lämn gefeiert hatte, im März 1890semen Abschied
als Generalinspekteur des Militä'r-Erziehungs- und Bildungswesens. Er ist seit längerer Zeit Kurator der Kaiserin August?-Stiftung zu Charlottenburg.
Strullmann, Gustav, deutscher Politiker, geö.
21. Jan. 1837 zu Osnabrück, studierte in Heidelberg, Berlin und Göttingen die Rechte, war 1860 - 64 Auditor im hannöverschen Staatsjustizdienst, unternahm darauf eine größere Reise nach Südfrankreich und Italien, wurde dann Advokat und 1870 Obergerichtsanwalt in Osnabrück, wo er auch zum Bür' gervorsteher-Wortführer, Kirchenvorsteher und Sekretär des landwirtschaftlichen Hauptvereins gewählt wurde. Auch wurde er in die Landessynode und 1874 in den Reichstag gewählt, wo er sich der nationalliberalen Fraktion anschloß. 1875 wurde er zum Oberbürgermeister von Hildesheim gewählt und war als solcher Mitglied des Provinziallandtags, seit 1879 auch des Provinzialausschusses, wie er dann auch 1879 in das preußische Herrenhaus berufen wurde. 1884 - 90 wieder Mitglied des Reichstags, nahm er an den Verhandlungen über juristische Fragen und die sozialpolitischen Reformen thätigen Anteil.
"Struga, Stadt im türk. Wilajet Monastir, am Ausfluß des Schwarzen Drin aus dem Ochridasee, Sitz eines Mudirs, mit ca. 7000 Einw. (davon über die Hälfte christliche, ^5 mohammedanische Slawen,^ Älbanesen und einige Juden und Zigeuner), welche meist Fischerei (besonders auf Aale) treiben.
"Stückrechnung, eine Rechnung, die nur einen Teil einer bestimmten Rechnungsperiode umfaßt.
Studemun Ä, Wilhelm, Philolog, starb 9. Aug.
1889 in Breslau. Nach seinem Tod erschien: »1?. Noc^i I^auti t's>dula!'um i-elil M^y ^indrosianas Npo Fraplmm« (Verl. 1890).
"Stülpnagel, Ferdinand Wolfgang Louis Anton von, preuß. General, geb. 10. Jan. 1813 zu Berlin, trat 1829 in die preußische Armee, ward 1857 Generalstabschef der 7. Division, 1864 des 3. Korps, 1866Generalmajoru.Oberquartiermeisterderzweiten
Armee, 1867 Generalleutnant und Kommandeur der 5. Division, welche er im französischen Krieg 1870/71 mit großem Erfolg befehligte, 1871 kommandierender General des 13. (württembergischen) Armeekorps und General der Infanterie, 1873 Gouverneur von Berlin. 1875 zur Disposition gestellt, starb er 11. Aug. 1885 in Norderney. Ihm zu Ehren erhielt 1889 das 5. brandenburgische Infanterieregiment Nr.48, zu dessen Chef er 1875 ernannt worden war, den Namen Infanterieregiment v. S.
"Stumpf, Karl, philosophischer und musikal.
Schriftsteller, geb. 21. April 1848 zu Wiesentheid in Franken, studierte zu Würzburg anfänglich katholische Theologie, hierauf, durch Franz Brentano angeregt, Philosophie und zu Göttingen (auf Lotzes Antrieb) Naturwissenschaften, habilitierte sich an letzterm Ort 1870 als Privatdozent, wurde 1873 ordentlicher Professor der Philosophie zu Würzburg, 1879 zu Prag, 1884 zu Kalle und 1889 zu München, wo er gegenwärtig lehrt. Seine Methode als Philosoph, insbesondere als Psycholog, ist die empirische, die er als gründlich gebildeter Musiker mit Glück u. Geschick auf ein fast unbetretenes Gebiet des seelischen Lebens, die Tonvorstellungen, angewandt hat. Von seinen Schriften sind außer zahlreichen Aufsätzen in philosophischen und musikwissenschaftlichen Zeitschriften und der Habilitationsschrift »Über das Verhältnis des Platonischen Gottes zur Idee des Guten« (Halle 1869) hervorzuheben die gediegene Abhandlung
Über den psychologischen Ursprung der Raumvorstellung« (Leipz. 1873) und sein (noch unvollendetes)