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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Thäler (Cañonbildung)
Formsn all den Gehängen. Ganz anders geartet Mb die Thalformen in jenen regenarmen Hochländern, die den zerstörenden Wirkungen des Spaltenfrostes, der Feuchtigkeit und der Vegetation entzogen sind. Dort bilden sich T. mit steil abfallenden, wenig gegliederten Rändern, die bis zu beträchtlicher Tiefe in das Plateau einschneiden. Den Typus eines solchen Canon bietet der Rio Colorado auf seinem Lauf durch die Tafelländer von Ntah und Arizona.
Den Untergrund der großen Felstafel bilden tristal chen Schutthalden, die sich in gleichem Maß verbleitern. Den großartigsten Anblick gewä'brt der Cakion von der Mündung des Toroweap aus (Tafel, Fig. l).
Der Canon besteht hier aus zwei Schlurren. Die höhere und äußere ist fast 5 englische Meilen breit und wird auf beiden Seiten von 600m hohen Wänden eingefaßt, zwischen denen eine ebene Fläche, die Esplanade, sich ausdehnt. In diese Esplanade ist die in? nere Schlucht ^00 m tief und über 1000 m breit eingesenkt (Textfig. 1). Dort, wo die Achse des Tora?
Fig. 1. Querprofil durch den Canon des Colorado.
1 Äschere Schlucht lobercs Karbon). 2 Innere Schlucht, a Unteres Karbon (Noylenkalk). b Silur, o Archäisches Gestein.
lmische Schiefer der archäischen Formation, die von silurischen und devonischen Schichten überlagert werden. Auf den Schicktenköpfen dieses aufgerichteten Komplexes ruht eine Kohlenkalkdecke in einer Mächtigkeit von fast 1500 m. Ihre obersten Schichten bilden eine Plattform, in welche der Colorado den eigentlichen Canon einsägte. In einiger Entfernung uom Rande des Canon ist die ganze Reihe der mesozoischen Sedimente erhalten, die stellenweise noch von tertiären überlagert werden. Alle diese Schick weapthals den Canon schneidet, erhebt sich unmittelbar am Rande der innern Schlucht ein fast 200 m hoher Basaltkegel, »Vulkans Thron«. Die gleichförmige Ausbildung eines so langen und tiefen Erosionsthals und seine besondern Wandformen, finden durch die meteorologischen Verhältnisse und den topographischen Zustand der Gegend ihre einfache Erklärung. Das erste Erfordernis ist ein Tafelland, das sich aus horizontal gelagerten Schichten zu bedeutender Höhe über das Meer erhebt und auftaut.
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^ilj. 2. Läufendurchschnitt durH t>a5' ^leujjll>lil. Hcy.nmajzstHb fünfmal größer als der ^ällgenmaßstal'. -, , ,..
Fig. 3.
Ouervrüfil^ des Reufzthals nach Heim. »» nahe bei Altdorf, d nahe Gösäicilen, <> iui Ucsecöllthul.
(Die römischen Zahlen bedeuten Thalstufen und die arabischen die ihnen entsprechenden Terrassen.)
ten treten in parallelen Terrassen an den Grand Canon heran; jeder Terrassenabsturz fällt mit einer harten Gesteinsbank zusammen, die darunterliegendes weiches Material deckt. Eine derartige Wechsellagerung ist es auch, welche die charakteriinsche Form der Wände des Canon bedingt. Soweit der Canon in die archäischen Gesteine einschneidet, stellt er eine enge, zwischen jäh aufragenden Felsmauern verlaufende Schlucht dar. Die karbonische Schichtreihe besteht aus alternierenden Kalkbänken, Thonschiefern und Sandsteinen. Die harten Felsarten bilden scharf vorspringende Gesimse, die allmählich zurückweichen, den darunter befindlichen weichen Schiefern cntsvre Fernere Bedingung der Canonbildung ist die Wechsellagerung von sehr harten Schichten mit leichter zerstörbaren und ein trocknes Klima. Strömt durch ein solches Gebiet von einem niederschlagsreichen Hochgebirge ein Fluß mit bedeutendem Geiälle, so sind alle Vorbedingungen für energische Korrosion erfüllt. Infolge des trocknen Klimas dringt wenig Wasser in den Boden, es wird nicht zu viel Geschiebe dem Strom zugeführt, so daß dieser es, ohne Aufstauung zu erfahren, bew^tigen kann. Der Frost trifft kein durchfeuchtetes Gestein und kann deshalb die Verwitterung nicht befördern.
Ein untrügliches Zeichen ihres Erosionsursprungs