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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Transmission (Elektrizität im Kleingewerbe, Druckluft)
Arbeitern zusammen wohnt, und woran je ein Aussichtsturm für einen Wachtposten angebracht ist. Bei oer bedeutenden ^uftdurchsichtigkeit des Landes vermag der letztere die Bahn 6-7 km weit hinreichend genau zu übersehen. Außerdem begehen je zwei durch ein Reitpferd unterstützte Bahnwärter täglich die angrenzenden Streckenhälften. Zur Velöüigung der Reisenden führen die Züge einen Restaurationswagen mit. Die wirtschaftliche Bedeutung der Bahn würde durch deien Fortsetzung nach Indien bedeutend gehoben werden.
Transmission. Von deutschen Elektrizitätswerken sind in letzter Zeit Bemülumaen gemacht worden, den elektrischen Strom außer für Veleuchtungszwecke nach o?m Beispiel amerikanischer Werke zur Verrichtung mechanischer Arbeit, also zum Betrieb sekundärer elektrischer Motoren, abzugeben. Die Berliner Elettrizitätswerke stellen zu den in nachstehender Tabelle zusammengestellten Preisen Elektrizität zum Betrieb von Motoren des Kleingewerbes undH aushalts zur Verfügung:
Lcislunss
llche
! Monat- Kosten bei jähr lich 300» Ve ^A"^j Grund- ,, trieb-stunden
in Pscrdcfräftcil
taxe*
Mark
5,50
10
19
5
1.^
4b
70
105
Pfennige pro
Stunde
11.3
2", 7
38
72
105
170
896
Verwendung der Elektromotoren für
Nähmaschinen, medizinische Apparate :c
Kaffee» und Ncismühlen, Drel'.bänke, Wol)!l aumventl'latoren, Schleifsteine. Blasebälge lc.
Holzbearbeiiunsssmaschi«
nen. Restaurant» lc.
Ventilatoren. W ina.-maschinen, Pumpen, kleine Eismaschinen. 3 bis 5 kleine Druckerpressen :c.
Gesteinsbohrmaschinen.
Hebe Mge, Kreissägen, Bandsägen, Profilier» Maschinen lc.
Kräne, Warenauszüge, große Buchdrucker» u Lithographenpressen.tleine Werkstätten, Metallplattierpressm lc.
Eleva oren, Pferdebahnwagen, Fabrik», Güterbahnwagen lc.
> Trai'snu tionen, große
> Arbeitsmaschinen sowie! Kräne lc.
< '' Wird nicht erhoben, wenn auf die Stromlieferung von Sonllsüilütrrgang bis 11 Uhr nachts verzichtet wird.
Die bisher herrschenden Ansichten über die komprimierte Luft (Druckluft) als Mittel zur Übertragung von Kraft auf weite Entfernungen sind durch zwei im großen Stil angelegte Ausführungen (in Paris und Birmingham) stark erschüttert worden.
Während man nämlich annahm, daß die Drucklufttransmission wegen ihres geringen Wirkungsgrades nur bei Berg- und Tunnelbauten lc., wo die von den Maschinen verbrauchte Luft als Mittel zur Ventilation weitere Dienste leistet, verwendbar sei, hat sich herausgestellt, daß der Wirkungsgrad bei der Ausführung im großen einer bedeutenden Steigerung fähig sei, welche die Lufttransmission als Mittel zur Nraftversorgung von Städten in ebenso hohem Grad geeignet erscheinen läßt als ihre Einfachheit und Gefahrlosigkeit. Zugleich ist die Möglichkeit geboten, die
Preßluft an jeder Stelle der Leitung zur Ventilation, Kaltluft- oder Eisbereitung zu benutzen.
Die Pariser Preßluftanlage (System Povp), aus einer kleinen Anlage zum Betrieb pneumatischer Uhren hervorgegangen, verfügt (Anf.1889)übereineDanips kraft von 2000 Pferdekr'äften, welche mittels Kompres soren (s.Luftverdichtungsmaschinen, Bd. 10)täg lich 250,000 cdm Luft von atmosphärischer Spannung auf 7 Atmosphären verdichtet. Die gepreßte Luft ge^ laugt Zuerst in 8 Windkessel 5 32,?. elnn Inhalt, dann in eine Hauptleitung von 300 min Durchmesser und7 km Länge und von da durch die in die einzelnen Stadtteile abzweigenden Nebenleitungen zu den Verwendungsarten, w'odie Luftspannungdurch Reibungs- widerstände etwa auf 6 Atmosphären verringert ist.
Das tägliche Luftquantum soll durch Erhöhung der Luftpressunq auf 8 Atmosphären und durch Anlage eines Kolossalreservoirs in Gestalt eines unterirdischen, unter einer 80 m hohen Wassersäule stehenden Stollens von 12,000 cbm Inhalt zunächst aus 350,000 ebm gebracht und durch bedeutende Vermeh. rung der Dampfkraft noch weiter gesteigert werden.
D:e Rohrleitung ist von 100 zu 100 m mit Wasser abscheidern nach Art der Kondensationswasserableiter (s. d., Bd. 9, S. 1004, Fig. 3) versehen, um das m den Windkesseln nicht abgesetzte Wasser selbstthätig aus zmcheiden. Die Verwendung der Preßluft ist eine überaus mannigfaltige: zum unmittelbaren Fort' drücken von Flüssigkeiten, z. B. in Bierdruckapparaten, zum Betrieb von pneumatischen Nhren (über 800l> in Paris^, zum Rohrpostbetrieb, zum Betrieb der bis^ her mit Druckwasser bei etwa 4-.^fachem Kostenauf, wand betriebenen Aufzüge (und zwar ohne jede Ver^ änderung ihrer Einzelheiten, indem die Preßluft außer halb des hydraulischen Cylinders auf die Wassersäule drückt), vor allem jedoch in den eigentlichen ^mtmaschinen von V25 bis über 50 Pferdekräften. Die hierbei verwendeten Maschinen unterscheiden sich bezüg lich ihrer Konstruktion und Verwendungsweise von den Dampfmaschinen nur dadurch, daß als Betriebs kraft statt des Dampfes Preßluft verwendet wird, ja bei sehr vielen Einrichtungen sind überhaupt alte vor^ handene Dampfmaschinen direkt als Luftmaschine ver^ wendet, ein erheblicher Vorteil, den keine andre Art der T. als die Lufttransmission gewährt. Die Preß' luft wird der Maschine durch eine Zweigleitung zu. geführt. Diese ist vor der Maschine mit einem Al^' spenhahn, einem Sieb zum Zurückhalten von Verun reinigungen, einem Flügclradluftmesser und einem Reduzierventil (s. Druckregulatoren, Bd. 5) ver sehen, welches die Luftpressung von 6 auf 4- 4,5 Atmosphären vermindert, um eine gelegentlich erforder liche Leistungssteigerung durch Ausschaltung des Reduzierventils zu gestatten. Erwähnenswert sind die. außerordentlich geringen Ansprüche der Luftmaschn nen bezüglich ihres Aufstellungsraums und ihrer Wartung, man findet sie in den engsten Kellern und Gän gen, an Decken, Fensterrahmen, am Gebälk 2c. so untergebracht, wie man eine andre (etwa Dampf- oder Gas-) Maschine niemals aufstellen könnte, und dabei von Kellnerjungen, Handlangern :c. bedient.
Eine we entliche Neuerung besteht in der Vorwärmung der Luft vor dem Eintritt in die Maschinen. Dic bei der Verdichtung der Luft erzeugte Wärme geht teile, durch das in die Kompressoren eingeführte Kühlwasser, also während der Verdichtung, teils durch Strahlung in der langen Leitung vollständig verloren. An die Verwendungsstelle gelangt daher die Luft stets mit gewöhnlicher Temperatur. Würde man die Luft, wie sie ist, mit Volldrnck (also ohne Expansion) auf dic