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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Transmission (Popps Preßluftmaschinen)
Maschme wirken lassen, so würde diejenige Arbeitsleistung, deren sie bei der Expansion auf die Atmosphärenspannung fähig ist, vollständig verloren gehen. Würde man aber diese Luft (von gewöhnlicher Temperatur) in einer Luftmaschine mit Expansion Arbeit verrichten lassen, so müßte in gleichem Maß, wie vorher bei ihrer Verdichtung Wärme entwickelt wurde, bei ihrer Ausdehnung Wärme gebunden, also Kälte erzeugt werden, und zwar würde z. B. bei der Expansion von 4 auf 1 Atmosphäre eine Abkühlung von ca. 70" eintreten. Diese Eigenschaft der Druckluft war von jeher ein großes Hindernis ihrer Verwendung, weil jede Luft wasserdampfhaltig ist, und zwar bei höherer Temperatur in höherm Grad als bei niederer, und infolge davon bei der angegebenen starken Abkühlung eine Ausscheidung von Wasser stattfindet, welches bei der mednaen Temperatur gebiert und nun in Form von Eisamätzen teils die Auspuffrohren der Maschine verstopft, teils schon im Cylinder oder in der Steuerung derselben störend auftritt.
Der Gang der Maschine würde dadurch erschwert oder ganz behindert werden. Wird hingegen die komprimierte Luft vor dem Eintritt in die Maschinen um so viel erwärmt, daß ihre Temperatur bei der Expansion nicht bis auf 0" herabgeht, so ist jede Eisbildung ausgeschlossen und ein regelmäßiger Gang der Maschinen gesichert. Ferner findet durch die mit der Expansion verbundene Temperaturcrniedrigungeine Zu sammenziehung der Luft, also eine Druckverminderung, statt, welche zu der durch die Expansion an sich bei gleichbleibender Temperatur hervorgebrachten Druckverminderung hinzukommt und einen entsprechenden Verlust an komprimierter Luft, also auch an Arbeit, bedeutet. Dieser Luftvcrlust wird durch die Erwärmung der Luft gleichfalls vermieden. Die Vorwärmung der Luft hat also den doppelten Zweck, einerseits die Eisbildung zu verhüten, anderseits geringern Luftverbrauch, bez. größere Kraftausnutzung zu erzielen. Natürlich erfordert diese Erwärmung einen gewissen Kostenaufwand, der von dem Grade der Erwärmung abhängig ist. Bei der in Paris üblichen Erwärmung auf 150-170" C. sind diese Kosten jedoch so gering (ca. 0,4-0,8 Pf. pro Stunde und Pferdekraft oder ^30-V40 der gesamten Luftkasten), daß sie fast vernachlässigt werden können, während der erzielte Gewinn ein ganz beträchtlicher yt (z. V. b''i einer zehnpferdigen Luftmaschine werden s<att 38 ol»m Luft von 17" C. pro Stunde und Pferdekraft nur 22 odm von 170"C. gebraucht). Man könnte nun einfach, um eine noch bessere Kraftausuutzung zu erzielen, noch höhere Wärmegrade anwenden, doch ist das wegen der schädlichen Einwirkung höherer Temperaturen auf die Luftmaschinen nicht ratsam. In neuester Zeit ist aber von Povp ein Mittel zur Vermehrung der Wärmezufuhr ohne wesentliche Temperaturerhöhung eingeführt, darin bestehend, daß in die Vorwärmöfen Wasser eingespritzt wird, welches sich in Dampfform mit der Preßluft mischt. Es wird dadurch eine größere Leistungsfähigkeit der Maschinen, bez. ein der zugeführten Dampfmenge entsprechend verminderter Luftverbrauch erzielt^elbstverständlichauf Kosteneinesgrößern Brennstoffverbrauchs (etwa 0,2^-0/i k^ Kohle pro Stunde und Pferdekraft im Wert von ca. 0,l -0,> Ps) Je mehr Wasser eingespritzt wird, desto höher wird die Auspufftemperatur der verbrauchten Luft. Sie kann bis über 100" geb: acht werden, so daß die Auspuffdämpfe noch zu' Heizzwecken verwendet werden
können.
Di? Erwärmung der^nft erfolgt in einfachen Öfen,
bestehend in einem doppelwandigen Gußeisencylinder a (Fig. 1 u. 2), an welchen R'dialripven b angegossen sind. Letztere sind abwechselnd oben und
Fig. 1. Veriikalschmtt.
Fiss. 2. Horizoiitals^nitt.
Fig. 1 und 2. PoppZ Luftwärmofen.
unten durchbrochen, so daß die Luft durch sie zwi^ schen den Doppelwänden in Schlangenlinien auf und abgeführt wird und dabei von den Wandungen, welche durch das auf dem R^st 0 brennende Kohlen oder Koksfeuer (bei kleinen Ö en event, durch ein? Gasflamme) erwärmt werden, Wärme aufnimmt. Die Brennmaterialaufichüttung erfolgt von oben nach Ab' nähme des Deckels d, die Abführung der Verbren, nungsgass durch Rohr 6 in irgend einen Schornstein.
Die Luft tritt bei t' ein, bei ß- aus. Zum Anheizen und zur Steigerung des Feuers ist im Rauchrohr ein kleiner Ejektor angebracht, welcher mit Preßluft aus der Leitung betrieben wird. Die Abmessungen der Öfen sind so gering (750 mm hoch bei 450 mm Durchmesser für eine 40pferoige Maschine), daß ihre Unter bringung keine Schwierigkeiten verursacht.
Von ganz außerordentlicher Tragweite erscheintdie Verwendung der Luftmaschinen fürdie Erzeugung von Kaltluft. Durch den Grad der Vorwärmung der Luft kann man die Auspufftemperatur der Luft beliebig regeln, also mit jeder Luftmaschine auch Temperaturen unter 0" hervorbringen. Für eine solche Verwendung der Luftmaschinen ist jedoch möglichste Entwässerung der Luft unumgänglich notwendig, um Eisbildung innerhalb der'Maschine ;u;u vermeiden.
Zu dem Zweck wird die Luft, nachdem sie in den Windkesseln und den in die Leitung eingeschalteten Wasserabscheidern den größten Teil ihres Wassergehalts verloren hat, noch vor ihrem Eintritt in ois Luftmaschine in dem mit Kaltluft zu versehenden
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