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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Urlichs - Vecchi
gen hervor. In grötzern Dosen soll es sich als Antidot gegen konvulsivische Gifte, wie Strnchnin, Pikrotoxin, Resorcin, bewähren. Chloralurethan (Ura^ sium, Uralin) entsteht direkt aus Chloral und U., ist kristallinisch, löst sich in Alkohol und Äther, nicht in Wasser, wird durch kochendes Wasser und beim Erhitzen auf 100" in seine Bestandteile zerlegt. Es soll als Schlafmittel ebenso sicher wirken wie Chloml. aber besser als dieses, sogar bei Herzkrankheiten, ver tragen werden.
Ürlichs, Ludwig, Philolog und Archäolog, starb 3. Nov. 1889 in Würzburg.
"Urspruch, Anton, Komponist und Pianist, geb.
17. Febr. 1850 zu Frankfurt a. M., Schüler von Ignaz Lachner und M. Wallerstein, später von Raff und Liszt, war 1878-83 Lehrer fürklavierspiel am Hochschen Konservatorium zu Frankfurt a. M. und ist seit 1887 Lehrer am Raff'Konservatorium. Ausgezeichneter Pianist, hat sich U. auch als talentvollen
I Komponisten eingeführt durch eine vierhändige Klg^ viersonate, Variationen für zwei Klaviere üv?r eini Thema von Bach, ein Klavierkonzert, eine Sympho! nie, Trio, Klavierquartett, Klavierquintett, Variationen, Chorlieder:c.
Uruguay hatte 1887 auf 186,920 qkm eine Ve völkerung von 614,257 Seelen. Montevideo, die Hauptstadt, zählte 1887:134,346Einw. Die Einfuhr betrug 1888:39.477,000Pesos,dieAusfuhr28,008,000 Pesos. England steht sowohl bei der Ein- als bei der Ausfuhr an der Spitze. Deutschland beteiligte sich mit 3,042,000, bez. 1,243,000 Pesos. Hauptarti'kel der Ausfuhr waren: Wolle (7,688,000 Pe'vs), häute (7,470,000 Pesos), Fleisch (6,106,000 Pesos) und Fett (2,->87,000 Pesos). Im Juli 1889 waren 64<' kn< Eisenbahnen im Betrieb. Das Budget für 1887/88. stellt die Einnahmen auf 14,739,000 Pesos, die Ausgaben auf 13,4^,0''0 Pesos fest. Die Staatsschuld belief sich 1. Jan. 1389 auf 79,153,690 Pejos.
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V.
Vajda, Johann, namhafter ungar. Dichter, geb.
7. Mai 1827 zu Pest, verlebte seine Jugend in stiller Waldeinsamkeit, um dann als Jüngling und Mann ein ziemlich bewegtes Leben zu führen. Nach Beendigung seiner Studien ward er Schauspieler, dann Erzieher, Schriftsteller auf dem Gebiet der Nationalökonomie und Landwirtschaft, und Dichter. An der politischen Bewegung des Jahrs 1848 49 nahm er lebhaften Anteil, er trat in die Honvedarmee ein und hatte nach Vesieaung der Revolution als gemeiner Soldat in der kaiserlichen Armee zu dienend Seit 1853 nahm er als Journalist und Redakteur in Pest seine litterarische Thütigkeitwiederauf. Eine Sammlung seiner Gedichte: >'I<ö1t6mön)6k« (1856), fand groben Beifall. Es folgten: U.j äalok (»Neue Lieder«, 1858); >Vi1^r1i^s0k«(»Sturmklänge«, 1860) und 'Xj56bdX0lwm5n)^k« (»Kleinere Dichtungen«, l.872). Seine poetische Erzählung »Lei Nkin^ü« (»Der Königssohn Bela«, 1854) und seine Tragödie »Iiäiko« fanden nur geteilte Aufnahme. In neuester Zeit huldigt V. einem bizarren Kultus des Naturalismus, der in seiner Erzählung »^Ilr^cl is^ön)'6'< (»Der Roman Alfreds<, 1875), in dem Märchen ».^vorta« (> Ahornbaum )) und in seinen Pester Lebensbildern > ^ai-Uw^usolv (»Begegnungen«) nicht selten in die derbste Sinnlichkeit verfällt.
Auch in seinen lyrischen Dichtungen walten düstere Leidenschaften, ein hoffnungsloser Pessimismus; aber man trifft hier ebenso manche kostbare Perle, Dichtungen voll Kraft und Tiefe.
Vandeupeereboom, Julius, belg. Minister, geb.
1843 zu Courtrai, studierte die Rechte und wurde seit 1878 von seiner Vaterstadt in die Abgeordnetenkammer gewählt. Obschon streng religiös, that V. sich niemals durch übermäßigen Elfer für die klerikale Partei hervor. Im I. 1884 wurde er als Minister für Eisenbahnen, Post und Telegraph in das Kabinett Malou berufen und gehörte auch dem unter Beernaert in demselben Jahr umgestalteten Kabinett an. V. war in offener Kammer mehrfachen Angriffen seitens seiner Parteigenossen ausgesetzt, welche chm vorwarfen, daß er bei Anstellungen und Beförderungen keinerlei Parteirüctsichten walten ließ. Er
! verteidigte sich mit Entschiedenheit und erwarb sich! dadurch die Anerkennung seiner Untergebenen. Na mentlich werden ihm die Vereinfachung des Sonn tagsdienstes im Verkehrswesen, die Verbesserung! des Bahnkörpers, die Umgestaltung des Schiffsdien! stes Astende-Dover und die in England und Frank! reich mit teilweisem Erfolg angeregte Einführung der kombinierten Nundreisefahrten, neben deren Eiw! führung in Belgien selbst, zum Verdienst angerechnet.
! ^Varrentrapp, 2) Konrad, Historiker, geb. 17.
z Aug. 1844 zu Braunschweig, studierte in Göttingen,z Bonn und Berlin Philologie und Geschichte, wobei^ er besonders den Unterricht von Waitz und v. Snbel genoß, war 1867 -74 neben letzterm in der Redak' tion der »Historischen Zeitschrift^ thätig und habilitierte sich 1868 als Dozent der Geschichte zu Bonn.
1873 daselbst zum außerordentlichen Professor befördert, ward er 1«74 als ordentlicher Professor der Geschichte an die Universität Marburg und von hier 1890 nach Straßburg berufen. Außer Aufsätzen >in der »Historischen Zeitschrift«, in den »Forschungen zur deutschen Geschichte«, den »Preußischen Jahr büchern u. a. schrieb er: »Erzbischof Christian 1. von Mainz« (Berl. 1867); »Beiträge zur Geschichtedel kurfürstlichen Universität Bonn< (1868); »Hermann v.Wied u. sein Reformationsversuch in Köln«(L<'ipz.
1878); Johannes Schulze und das höhere preußische Untcrrichl5weseli in seiner Zeit« (das. 1890).
Vaulienargues, Marquis de. Seine Biographie schrieb Mcmrice Paleologue (Par. 1890).
^Vccchi (spr. wc M), Orazio, Komponist, geboren
um 1550 zu Modena, gest. 19. Sept. 1605 daselbst,
gehört als Autor zahlreicher vortrefflicher Gesangs:
werke für die Kirche wie auch Madrigalezuden Haupt Vertretern der polyphonen Vokalmusik des 16. Jahrh.
Geschichtliche Bedeutung hat er namentlich durch sein
1594 in Modena aufgeführtes und 1597 in Venedig
! gedrucktes Singspiel »^niti Mi'nasso < (»Der zwei
> gipfelige Parnaß) erlangt, von ihm ^ommeciin. da.i nionicn genannt, welches als ein Vorläufer der im
^ Jahr 1600 ins Leben getretenen Oper gelten könnte,
hätte nicht V., dem ältern Brauch folgend, den ge.
^amten Text (auch die Einzelrede) mehrstimmig gesetzt.