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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Witzleben - Wolf
Meisterwerke aller Zeiten in 8 Bänden, und eine 1880 erschienene Violinschule Anerkennung gefunden.
^Witzlrbrn, 5) Friedrich Ludwig, Freiherr von, Forstmann, geb. 1755 zu Wolmirstedt (Thüringen), studierte in Jena, wurde 1772 Forstmeister in Dillenberg, 1785 Oberforstmeister, 1795 Oberjägermeister, 1796 Chef des Heisischen Forstwesens; starb 1830. Er schrieb: »Über die rechte Behandlung der Rotbuchen-, Hoch- und Samenwaldung« (Leipz.
1795); «Beiträge zur Holzkullur« (Marb/l797).
^Woburn <wr. -born», Gemeinde im nordamerikan.
Staat Massachusetts, Grafschaft Middlesex, 16 km von Boston, mit Gerbereien und (188 )) 10,931 Einw.
*Woche (Olbia, Rom anzoff), Laguneninsel in der Ratattette des deutschen Marshallarchipels, auf deren Riff 65 zum großen Teil unbewohnte Inseln mit dürftiger Vegetation liegen, zusammen 10 qkm groß mit 300 Einw. Durch die Südseite des Riffs führen sechs schmale Kanäle zu mehreren guten Ankerplätzen.
»Worfle «svr.wohste), Charles Frederic Auguste, belg. Staatsmann, geb. 1837 als der Sohn des preußischen Konsuls zu Brüssel, trat in seinem 18. Lebensjahr vom Protestantismus zum Katholizismus über.
Er studierte dle Rechte und ließ sich in seiner Vaterstadt als Advokat nieder. Infolge seiner Heirat mit Fräulein v. Greindl wurde er frühzeitig in die klerikal adligen Kreise eingeführt. Als Advokat verteidigte er die weitgehendsten Forderungen der Klöster in Besitzfragen mit demselben Eifer, den er in seiner regen schriftstellerischen Thätigkeit zu gunsten der theoretischen Grundsätze des Mtramontanismus entfaltete. Die Iuniwahlen 1874 brachten ihn als Vertreter für Alost in die Zweite Kammer, wo seine einschneidenden Reden ihn bald zu einem der Hauptwortführer seiner Partei machten. Als im Juni 1884 unter Malou ein klerikales Kabinett an das Nuder kam, wurde W. zum Justizminister ernannt und suchte sofort diejenigen Grundsätze zur Geltung zu bringen, die er als Advokat verteidigt hatte; auch behielt er sich widerrechtlich das Recht vor. in gewissen Fragen, welche kirchliche Interessen berühren, an Stelle der Staatsanwaltschaft zu entscheiden, ob das Strafverfahren einzuleiten fei. Infolgedessen winde die öffentliche Meinung gegen ihn derart aufgebracht, daß der König im Oktober d. I. ihn nach dem für die Liberalen glücklichen Ausgang der Gemeindewahlen gleichzeitig mit Jacobs entließ. N. nahm darauf mit letztem als Führer der Mehrheit eine einflußreiche Stellung als Abgeordneter ein. Seine Schriften erschienen unter dem Titel: »Vin At an8 ä6 poi6mill?6« (Brüssel 1887). Zu den Tagesiragen äußert W. sich häufig in der von ihm mitgeleiteten 1<6VU6
F6N6lkl6<.
*Wol)lgcnmth, August, Polizeiinspektor in Mülhausen i. E., knüpfte, mit der Veobachtunq der sozialdemokratischen Wühlereien in der Schweiz beauftragt, mit einem sozialdemokratischen Schneider, Lutz, aus Bayern gebürtig und in Basel wohnhaft, eine Verbindung an und ließ sich von diesem gegen
lungen u. dgl. liefern. Da W. in seinen Briefen an Lutz sehr unvorsichtig war und mißverständliche Wendungen, welche als Aufforderungen, als Lockspitzel« (geeilt provocateu!') zu wirlen, gedeutet werden konnten, gebrauchte, so beschloß Lutz, aufgemuntert von Gesinnungsgenossen und von Schweizer Bürgern, unter andern einem Baseler Grohrat, Wullschläger, W. in eine Falle zu locken. Er bestellte ihn zu einerZum,N7,N7?nfin»ft in Rheins lden im .Hanton ^lm'ss Ml und
benachrichtigte davon den dortigen Vezirlsamtmann Baumer, dem erdie Briefe Wohlgemuths überlieferte.
Der Bezirksamtmann verhafwe N. 22. April 1889 unmittelbar, nachdem derselbe mit Lutz in Rheinfel. den zusammengetroffen war, und der Bundesrat ver fügte 2. Mai die Ausweisung desselben sowie dee.
Schneiders Lutz. Die deutsche Regierung beschwerte sich hierüber, indem sie geltend machte, daß die Ver Haftung ein mit Lutz abgekartetes Spiel gewesen, und W. im Gefängnis schlecht behandelt worden sei; der Bund habe sich über W. beschweren können, aber einen deutschen Beamten nicht ausweisen dürfen.
Der Bundesrat wollte indes die Kantonalpoli^e! nicht verleugnen, wenngleich er bedauerte, daß dieso ihm mit ihrem Einschreiten zuvorgekommen. An diesen Fall knüpften sich Erörterungen über die Fremdenpolizei in der Schweiz, welche so ungenügend gehandhabt wurde, daß die fremden Regierungen ge< nötigt waren, um Mordplänen und Aufruhrproietten der Sozialisten und Anarchisten auf die Spur zu kommen, durch eigne Agenten diese zu überwachen und auch Spione dafür zu verwenden; sie fanden dabei so wenig Unterstützung bei den Kantonalbehörden, daß ein Züricher Polizeihauptmann, Fischer, sogar amtliche Alten stücke den deutschen Sozialdemo^ traten mitteilte. Österreich und Rußland schlössen sich diesen Beschwerden Deutschlands an, und wenn der Bundesrat auch jede Einmischung in seine Polizei ablehnte, so gab er doch in einer Erklärung im Nationalrat 21. Juni 1889 seine ernste Absicht'kund, in der Handhabung der Fremdenpolizei strenger zu ver faliren und gegen alle Personen, welche das Asylrecht der Schweiz mißbrauchten, die Ruhe und Sicherheit der Nachbarstaaten gefährdeten, energisch einzuschrei^ ten (s. Schweiz, Bd. 17). W wurde 1890 pensio^ niers. Der Bezirksamtmann Baumer machte den Bundesbehörden durch eigenmächtigen Mißbrauch seiner Amtsgewalt noch viel zu schaffen.
"Wolf, 7) Karl, Historiker und Kulturgeograph, geb. 14.März 1838zu^angensalza, studierte deutsch? Philologie und Geschichte in Jena, .<oalle und Leipzig, promovierte an letzterer Universität, wirkte dann an verschiedenen höhern Lehranstalten, zuletzt seii 1872 als erster Oberlehrer an der königlichen Ober realschule zu Hildesheim, und privatisiert nach der Auflösung derselben im I. 1882 in Leipzig. Er ver öffentlichte unter anderm: »Die unmittelbaren Teilt des ehemaligen römisch-deutschen Kaiserreichs nach ihrer frühern und gegenwärtigen Verbindung« (Verl.
1873); »Lehrbuch der allgemeinen Geschichte« (5. Aufl., das. 1889, 3 Bde.); »Karte der Mitteleuropa: schen Staaten nach ihren geschichtlichen Bestandteilen^ (das. 1872): »Karte des ehemaligen Königreichs Polen« (Hamb. 1873); 'Historischer Atlas < (19Karten zur mittlern und neuern Geschichte mit erläuterndem Text, das. 1877), nach Form und Ausführung du' Fortsetzung des Kievertschen »^.tias amiquns«', von welchem er eine selbständige Neubearbeitung (19. Aufl., Weim. 1884) herausgab; -Wandkarten zur mittlern und neuern Geschichte« (Wien 1887 ff). Im Verein mit Kiepert gab W. heraus: »Historischer Schulatlas zur alten, mittlern und neuern Geschichte (36 Karten, 4. Aufl., Weim. 1888). Zur 4. Auflage von »Meyers Konversations-Lexikon< bearbeitete W. das geschichtliche Kartenmaterial.
"8) August, Maler, geb. 22. April 1842 zu Weinheim in Baden, trat mit 14 Jahren bei einem Gold schmied in die Lehre und tam mit 22 Jahren ale» Goldschmiedgeselle auf seiner Wanderschaft nach Nürnberg, wc> seine Neigung zur Kunst zum Dm'chbrnch