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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Zentrum - Zink
darf nur rasch bindender Z. sich merklich erwärmen.
Portlandzement soll volumbeständig sein. Zur vorläufigen Orientierung fertigt man aus steifem Brei wie oben Kuchen von 8-10 <'in Durchmesser und1 cm Dicke, schützt diese bis zum erfolgten Abbinden vor dem Austrocknen und erhitzt sie dann (nach 24 Stunden oder länger) mindestens 1 Stunde lang auf 110 - 120'' im Trockenapparat. Zeigen sich keine Kantenrisse, so gilt der Z. im allgemeinen als volumdeständig. Z'ar entscheidenden Probe wird der zur Bestimmung der Bindezeit angefertigte Kuchen nach dein Abbinden (während welcher Zeit er unter nassen Tüchern aufzubewahren ist) unter Wasser gelegt. Er darf keine Verkrümmungen und Kantenrisse erhalten. Solche entstehen bei nicht volnmbeständigem Z. meist schon nach 3 Tagen, jedenfalls genügt eine Beobachtung bis zu 28 Tagen. Portlandzement soll so fein gemahlen sein, daß eine Probe von 100 ^^ auf einem Sieb von WO Maschen pro Quadratzentimeter (Drahtstärke gleich der Hälfte der Maschenweite) hochstens 10 Pro'z. Rückstand läßt. Die Bindekraft soll durch Prüfung einer Mischung von Z. und Sand ermittelt werden. Die Prüfung soll auf Zug-und Druckfestigkeit nach einheitlicher Methode geschehen und zwar mittels Probekörper von gleicher Gestalt und gleichen! Querschnitt und mit gleichen Apparaten (königliche Prüfungsstation in Charlottenbnrg-Berlin).
Daneben empfiehlt es sich, auch die Festigkeit des reinen Zements festzustellen. Die Zerreißungsproben sind an Probekörpern von 5 <^m Querschnitt der Bruchfläche, die Druckproben an Würfeln von 50<^iu Fläche vorzunehmen. Guter, langsam bindender Portlandzement soll bei der Probe mit 3 Gewichtsteilen Normalsand auf 1 Gewichtsteil Z. nach 28 Tagen Erhärtung (1 Tag an der Luft, 27 Tage unter Wasser) eine Minimalzugfestigkeit von 16 kz^ und eine Druckfestigkeit von mindestens 160 k^- pro 1 < Mii besitzen.
Die Normen von 1886 fordern als Mindestfestigkeit 60Proz.mehr als die ältern Normen und geben durch Einführung eines mechanischen Apparats für die Anfertigung der Probekörper feste Bedingungen, unter welchen an jeder Versuchsstclle die gleichen Festigkeitsergebnisse sich herausstellen müssen, da jeder unwillkürliche Einfluß des Prüfenden ausgeschlossen ist.
Maßgebend ist die Probe auf Druckfestigkeit.
Zentrum (Zentrumsparte i). Unter Führung Nindthorsts vereinigte sich das Z. bei den Reichstagswahlen 20. Febr. 1890 mit den Deutschfreisinnigen gegen das Kartell, das es auch gegen die Sozialdemokraten nicht unterstützte, und erreichte hierdurch besonders in Baden eine Vermehrung seiner Mandate, so daß die Zahl seiner Mitglieder im Reichstag sich auf 106 erhöhte, wozu noch die Polen, Welsen und Elsässer, insgesamt 37, kamen.
Zepharovich, Viktor, Ritter von, Mineralog, starb 24. Febr. 1890 in Prag.
beobachtete, mit der ägyptischen Chlorose, der Tunnelanämie und Bergwerkskachexie identische, durch das ^.ii(ck^i08wniuin äuuä6ii3.i6 (s. d., Bd. 1), einen Eingeweidewurm aus der Familieder Strongylioen, erzeugte Blutarmut. Die Z. wurde in Italien schon seitaltenZeitenbeobachtet,abererst1877erkannteinan,
daß auch sie wie die tropische Chlorose durch das Anchylostomum hervorgerufen wird. Eine verheerende Epidemie der Anchylostomiasis trat 1879 unter den Arbeitern des Gotthardtunnels auf. Es stellte sich dann ferner heraus, daß auch die in Ungarn und in Frankreich beobachtete Bergwerksanämie auf Anchylostomuminfektion beruhte, und schließlich fand sich
1 bei den Arbeitern auf den Kölner, dann auch auf den Würzburger Ziegelfeldern gleichfalls die Anchylostomumanämie ein. Hier waren es vorzugsweise die italienischen Arbeiter, welche erkrankten. Die Ansteckung geht hier in folgender Weise vor sich: die italienischen Arbeiter, welche den Parasiten in ihrem Darme mitbringen, infizieren die Lehmfelder durch ihre Ausleerungen, in welchen die Eier und Larven des Anchylostomum enthalten sind. Den nassen Lehm verarbeiten sie mit den Füßen, wobei sie sich übeev?//' beschmutzen. Ohne vorhergehende Reinigung wird dann auf dem Feld selbst die Mahlzeit eingenommen, und mit der durch den infizierten Lehn: beschmutzten Nahrung wird der Parasit auf einen neuen Wirt übertragen. Bei Würzburg wurde beobachtet, daß die deutschen Ziegelarbeiter, welche, statt den Lehm durchzutreten, mit Maschinenbetrieb arbeiten und mit den Italienern keinen Verkehr haben, von der Krankheit frei bleiben. Das Auftreten der Anchylostomumanämie im Gotthardtunnel und in den Bergwerken ist, wenn einmal der Parasit eingeführt ist, durch das enge Zusammenleben, die dnrchdie Verc Hältnisse herbeigeführte Unreinlichkeit mit den Ausleerungen und die Verunreinigung des Wassers leicht erklärlich. Gegen weite Ausbreitung der Krankheit hat Deutschland einen gewissen Schütz dadurch, daß die Anchylostommnlarven in unsern kalten Wintern zu Grunde gehen. Die Z. wird geheilt durch rechtzeitige Amvendung wurmtötender Mittel. Vorbeugungsmaßregeln, Herstellung von Aborten und regelmäßige gründliche Desinfektionderselben sowie Sor.qe für reines Wasser auf Ziegelfeldern, endlich Überwachung der Reinlichkeit u. des Gesundheitszustandes der Arbeiter in Tunnels u. Bergwerken :c. würden im stände sein, die Krankheit bedeutend einzuschränken.
Zinl ist um so reiner, je langsamer es sich in verdünnter Schwefelsäure löst, und je geringer der dabei verbleibende Rückstand ist. Zur Untersuchung löst man 2-3^- Z. in verdünnter Salpetersäure, filtriert von ungelöst gebliebener Kohle, setzt überschüssige Schwefelsäure zu, verdampft bis fast zur Trockne, verdünnt mit schwefelsäurehaltigem Wasser und filtriert vom weißen Niederschlug, der aus schwefelsauren: Bleioxyd besteht und durch Schwefelammonium geschwärzt wird, ab. Einen Teil des Filtrats übersättigt man mit Ammoniak, blaue Färbung zeigt Kupfer an; einen andern Teil prüft man mit Rhodankalium auf Eisen (rote Färbung), aus einem dritten Teil fällt man durch Schwefelwasserstoff Kadmium, Kupfer, Arsen, Antimon. Man filtriert, wäscht den Niederschlag aus, entzieht ihm durch Digerieren mit Schwefelammonium Arsen und Antimon, filtriert und wäscht aus. Ist kein Kupfer zugegen, so ist der Niederschlag bei Gegenwart von Kadmium gelb, bei Gegenwart von Kupfer ist er schwarz, wird aber beim Behandeln mit Cyankalium gelb. Zur Prüfung auf Schwefel löst man etwas Z. in Salzsäure mit Salpetersäure, verdünnt und versetzt mit
! Baryumnitrat (weißer Niederschlag). Auf Arsen und Antimon prüft man das Z. im Marshschen Apparat.
Die quantitative Untersuchung des Zinks beschränkt sich meist auf die Bestimmung von Blei und Eisen.
Man löst 10 20 ^^ Z. in Salpetersäure, filtriert, wäscht den Rückstand aus, verdampft mit Schwefelsäure bis zum Entweichen weißer Dämpfe, verdünnt mit Wasser, setzt Alkohol zu, filtriert nach einigen Stunden, wäscht das schwefelsaure Bleioxyd mit Alkohol aus, trocknet, verascht das Filter, befeuchtet die Asche mit einigen Tropfen Salpetersäure und Schwc felfäure, trocknet, setzt die Hauptmasse des Nieder 53*