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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ägyptischblau; Ahnfeldt; Ajuda; Akbar

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Ägyptischblau - Akbar.

Von der 1890er Anleihe sollen 1,300,000 Pfd. auf Verbesserung der Bewässerung des Landes verwendet werden. Die bewaffnete Macht Ägyptens besteht aus 60 englischen, 447 ägyptischen Offizieren und 10,283 Mann und bildet 12 Bataillone Infanterie, ein Regiment Kavallerie, 6 Batterien und 3 Kamelkompanien. Die englische Okkupationsarmee hat eine Stärke von 3300 Mann. Die ägyptische Polizeimacht zählt 6252 Mann. Die Kriegsflotte besteht aus 2 bewaffneten Dampfern und einigen kleinern Fahrzeugen, welche den Zolldienst versehen.

Flora des alten Ägypten.

Die Angaben der alten Schriftsteller über Fauna und Flora des alten Ä. haben teils durch die Wandmalereien, in viel ausgiebigerer Weise aber durch Gräberfunde Bestätigung und Erweiterung gefunden. Die Untersuchung der nicht gebrannten Ziegel hat namentlich die Kenntnis der kleinen Tiere, Insekten etc. gefördert, viel umfassendere Kenntnis aber als über die Tierwelt haben uns die Gräberfunde über die Pflanzenwelt geliefert. 136 Pflanzen der altägyptischen Flora sind bis jetzt mit ziemlicher Sicherheit ermittelt worden und unter diesen 20 Gräser und 4 Riedgräser, von denen Cyperus Papyrus L. bekanntlich die größte Wichtigkeit besaß. Von Getreidearten sind die Hirse (Panicum italicum L.), verschiedene Weizenarten (Triticum vulgare L., T. turgidum L., T. dicoccum L., T. spelta L.), zwei Gersten (Hordeum vulgare L. und H. hexastichum L.) und Sorghum vulgare Pers. zu erwähnen. Von Palmen sind nur vier Arten bekannt geworden, unter ihnen in erster Reihe die Dattelpalme. Guirlanden von Blättern einer Weide (Salix Safsaf Forsk.) bilden mit dazwischen gesteckten Blumen einen Hauptschmuck der Mumien. Als Blumen benutzte man, wie namentlich die von Schweinfurth untersuchten wunderbaren Kränze und Guirlanden beweisen, Pfefferminze (Mentha piperita L.), Rosmarin, Jasmin (Jasminum Sambac Ait. ?), Chrysanthemum coronarium L., Safflor (Carthamus tinctorius L.), Leontodon coronopifolium Desf., Acacia nilotica Del. und Sesbania aegyptiaca Pers. Die meisten dieser Blumen sind gelb, weil Gelb die Farbe der Trauer war. Es sind indes auch andre Farben vertreten: ein Blauviolett bei einer Kornblume (Centaurea depressa Bieb.) und einem Weidenröschen, weiß bei Nymphaea Lotus L., blau bei N. coerulea Sav. und einem Rittersporn (Delphinium orientale Gray), rot bei Klatschmohn (Papaver Rhoeas L.) und der Malvacee Alcea ficifolia L. Zu Kränzen diente auch der Ölbaum (Olea europaea L.), die Myrte (Myrtus communis L.), die Sellerie (Apium graveolens L.), die Weinrebe, ein Gurkengewächs, Citrullus vulgaris Schrad., und Mimusops Schimperi S. et H. Von Samen und Früchten sind außer den genannten Gräsern und Datteln die des Wacholders (Juniperus phoenicea L.), Zapfen der Pinie (Pinus Pinea L.) und Feigen (Ficus Sycomorus L. und F. Carica L.) zu erwähnen. Ferner die schon genannte Mimusops Schimperi, Cordia Myxa, der Granatapfel und der Apfel, dann Wein, Orangen, Gurke (Cucumis Chate L.), Melone (C. Melo L.) und Flaschenkürbis (Lagenaria vulgaris L.). Hier sind auch die Zwiebeln zu erwähnen, von denen vier Arten nachgewiesen wurden. Rizinussamen scheinen zweifelhaft zu sein. Von Unkräutern sind Wolfsmilch (Euphorbia helioscopia L.), Vogelknöterich (Polygonum aviculare L.), Ampfer (Rumex dentatus L.), drei Melden (Chenopodium hybridum L., C. murale L., Blitum virgatum L.) und ein Salvei (Salvia spinosa L.) nachgewiesen. Es ist eigentümlich, daß von den im ägyptischen Florengebiet reichlich vertretenen Labiaten nur Reste der genannten drei Arten sich erhalten haben. Auch Samen der als Unkraut häufig auftretenden Kompositen und Umbelliferen finden sich nur spärlich; von Kreuzblütlern sind Rettich (Raphanus sativus L.), Hederich (Raphanistrum Lampsana Gärtn.) und Ackersenf (Sinapis arvensis L.), von Papilionaceen Schotenklee (Medicago hispida Wild.) und Steinklee (Melilotus parviflora Del.) vertreten. Die meisten der gefundenen Samen gehören der Familie der Schmetterlingsblütler an, aus welchen neben den oben erwähnten noch Lupine (Lupinus termis Forsk.), Erbse (Pisum arvense L.), Linse (Ervum Lens L.) und Bohnen (Vicia Faba L., V. sativa L.) zu nennen sind. Die Baumwolle dürfte von Gossypium herbaceum L., das Leinen von Linum humile Mill. abstammen. Beide Gespinstpflanzen werden noch heute in Ä. kultiviert. Von Pflanzen, die zu kosmetischen Mitteln benutzt wurden, sind meist durch vergleichende Sprachwissenschaft nachgewiesen worden der Kalmus (Acorus Calamus L.), der schon genannte Wacholder (Juniperus phoenicea L.), Zimt (Laurus Cassia L. und L. Cinnamomum Andr.) und eine Winde (Convolvulus Scoparius L.), Lawsonia inermis L. und Moringa aptera Gärtn. Philologische Gründe machen es wahrscheinlich, daß Früchte von Sesamum indicum Dec. eingeführt worden sind, wenn auch De Candolle meint, dies sei erst nach der griechischen Eroberung geschehen. Gummi arabikum wurde jedenfalls schon von den alten Ägyptern benutzt.

Zur Litteratur: V. v. Strauß und Torney, Der altägyptische Götterglaube (Bd. 1, Berl. 1888); Wiedemann, Die Religion der alten Ägypter (Münster 1890); Hirschberg, Ä., geschichtliche Studien eines Augenarztes (Leipz. 1890).

Ägyptischblau, eine von den Römern in den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung benutzte blaue Farbe, welche nach Vitruvius in Alexandria erfunden und von Vestorius in Puteoli hergestellt wurde. Die Schönheit und Echtheit dieser Farbe, welche man z. B. ziemlich häufig in Pompeji angewendet findet, veranlaßten Chaptal, Davy u. a., dieselbe zu untersuchen, aber erst Fouqué hat vor kurzem eine einfache Darstellungsmethode ermittelt. Das Ä. ist ein Doppelsilikat von Kupfer und Calcium von der Zusammensetzung CaO.CuO.4SiO2 ^[CaO.CuO.4SiO_{2}], und man erhält es durch Zusammenschmelzen von Kalk, Sand, Kupferspänen und schwefelsaurem Kali. Es kristallisiert in schönen azurblauen Blättchen, wird durch Schwefelammonium nicht geschwärzt, durch kochende Schwefelsäure nicht zersetzt und durch Kalk erst bei sehr hoher Temperatur angegriffen. Man erhält es aus den genannten Materialien bei Rotglut, bei stärkerm Erhitzen wird das Kupferoxyd zu Oxydul reduziert, und bei rötlicher Weißglut entsteht eine Art Aventurin, ein grünes Glas, welches mit Kupferoxydulkristallen durchsetzt ist.

Ahnfeldt, Arvid, schwed. Litterarhistoriker, starb 17. Febr. 1890 in Kopenhagen. Von seinen Schriften ist noch zu erwähnen: »Från Europas hof, dess furstehus och aristokrati« (Stockh. 1883-84, 3 Bde.).

Ajuda, Gebiet an der westafrikanischen Sklavenküste (s. Bd. 17), wurde bereits 1885 von den Portugiesen aufgegeben, die gleichzeitig auf alle Hoheitsrechte über Dahomé verzichteten.

Akbar, der Große, Großmogul. Der 2. Band seiner Biographie vom Grafen F. A. v. Noer wurde nach dessen Tod von G. v. Buchwald bearbeitet (Leiden 1886).