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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ampèremeter; Amsterdam; Amylacetat-Lampe; Anahuac; Analyse

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Ampèremeter - Analyse.

nen Besuch der Ruinenstätte von Tiahuanaco. Das Baumaterial, ein Granit von eigentümlicher Färbung, soll von der Sonneninsel im Titicacasee stammen, der wahrscheinlich in alter Zeit bis an die Ruinenstätte (Tiyauanaco = ausgetrocknetes Ufer) reichte und noch heute fortwährend zurückgeht. Zuletzt sprach Seler über den Uitzilopochtli, den Kriegsgott der Azteken. Derselbe war gleich einer Reihe andrer lokaler Gottheiten eine Variante des alten Licht- und Himmelsgottes, des Feuergottes, und seine Verkleidung war wie die des letztern die himmlische Feuerschlange, deren Kopf beide Götter als Devise auf dem Rücken tragen. Gewöhnlich trägt der Gott als Helmmaske den Kopf des Kolibri, welcher den alten Mexikanern als Symbol des Absterbens in der trocknen Jahreszeit und des Wiedererwachens mit den ersten Regengüssen galt. Der Kolibrigott, der Repräsentant der trocknen Jahreszeit, ist daher im Kultus vereint mit Tlaloc, dem Regen- und Gewittergott, dem Repräsentanten der nassen Jahreszeit. In der letzten Sitzung besprach Schmidt die Arbeit Steenstrups über die Lage der alten sogen. ostgrönländischen Kolonie. Beide Kolonien, welche die Skandinavier in alter Zeit auf Grönland angelegt haben, die westliche wie die östliche, lagen auf der Westküste und nicht, wie man später angenommen hat, auf der Ostküste. Ring hat nachgewiesen, daß die Dialekte selbst der entlegensten Stämme der Eskimo auffälligste Übereinstimmung zeigen. Er ist geneigt, die Rasse mit den Indianerstämmen zu verknüpfen, anstatt sie, wie gewöhnlich geschieht, aus Asien einwandern zu lassen. Zum Schluß berichtete Verneau, daß Moreno in Buenos Ayres in der Pampa eine Tiahuanaco-Zivilisation, aztekische Städte und aztekische Thongefäße, entdeckt haben will und die Objekte dem nächsten Kongreß, der 1892 in Spanien stattfinden soll, vorzuführen gedenkt.

Ampèremeter, s. Elektrotechnische Meßinstrumente und Strommesser.

Amsterdam. Die vornehmsten öffentlichen Neubauten der letzten Jahre sind außer dem (Bd. 1, S. 511) schon erwähnten Reichsmuseum: der Zentralbahnhof, das Schlachthaus mit Nebengebäuden, fast eine Stadt für sich, das neue Gymnasium, verschiedene Krankenhäuser, unter anderm das St. Elisabeth-Krankenhaus, 2 neue Gasanstalten, eine neue kathol. Kirche, das chemische Laboratorium, der Petroleumhafen etc. Die Einwohnerzahl betrug Ende 1889: 406,302, darunter 191,665 männlichen, 214,637 weiblichen Geschlechts. Unter den Industriezweigen, die gegenwärtig besonders in Blüte stehen, erwähnen wir die Bierbrauerei, die Fabrikation von Essig, Likör, Schokolade, Zigarren, Gold- und Silberwaren, Chemikalien, Maschinen, die Gerberei sowie den Schiffbau, während die Fabrikation von Segeltuch zurückgegangen ist. Die Zuckerraffinerie litt unter der Konkurrenz des Auslandes, desgleichen die Ölfabrikation, während die Diamantenschleiferei infolge des hohen Preises des Rohmaterials daniederliegt. Der Wert der 1889 in A. auf den Fischmarkt gebrachten Fische betrug 262,460 Gulden. Die Handelsflotte bestand aus 49 Segelschiffen von 32,885 cbm und 45 Dampfbooten von 216,369 cbm, zusammen 94 zu 249,254 cbm. 1889 sind in A. angekommen 1642 Schiffe und ausgelaufen 1644, zusammen von 3,964,112 cbm. Die vornehmsten Einfuhrartikel waren: Getreide, Hanf, Indigo, Baumwolle, Kaffee, Mehl, Reis, Petroleum, Zucker, Thee, Zinn, Talg, Tabak, Wolle, Samen, Melasse, Steinkohlen und Koks, Salz. Ausgeführt wurden: Getreide, Holz, Baumwolle, Chinarinde, Kaffee, Reis, Zinn. Lager, Ein- und Ausfuhr dieser Artikel betrugen 1889:

Vorrat in den Entrepotdocks 1. Jan. 1889 Kilogr. Eingeführt Kilogr. Ausgeführt Kilogr.

Getreide 13580700 525600 7729240

Baumwolle 1242116 2732857 3681372

Kaffee 3823271 6304257 7740789

Reis 2343590 12708103 12126353

Zinn 3024676 3570496 3129572

Holz - 990653 1021728

Amylacetat-Lampe, von v. Hefner-Alteneck konstruierte Lampe, die wegen ihrer konstanten Leuchtkraft als Lichteinheit für photometrische Zwecke geeignet ist. Die Lichteinheit ist definiert als die »Leuchtkraft einer frei brennenden Flamme, welche aus dem Querschnitt eines massiven, mit Amylacetat gesättigten Dochtes aufsteigt, der ein kreisrundes Dochtröhrchen aus Neusilber von 8 mm innerm, 8,2 mm äußerm Durchmesser und 25 mm frei stehender Länge vollkommen ausfüllt, bei einer Flammenhöhe von 40 mm von dem Rande des Dochtröhrchens bis zur Flammenspitze und wenigstens 10 Minuten nach dem Anzünden gemessen«. Der Docht besteht aus sogen. Lunten- oder Dochtgarn und wird so beschnitten, daß die Enden der einzelnen Fäden in einer Ebene liegen. Das Lampengefäß aus Messing ist außen geschwärzt, innen verzinnt. Der Docht läßt sich höher und niedriger schrauben, und zur Kontrolle der richtigen Flammenhöhe ist eine Marke angebracht. Bei einer Flammenhöhe von 44 mm ist die Lichtstärke derjenigen einer englischen Spermaceti-Normalkerze gleich. Das angenehm riechende Amylacetat (Essigsäureamyläther, vgl. Essigsäureäther, Bd. 5) ist im Handel leicht zu haben.

Anahuac, s. Amerikanistenkongreß, S. 19.

Analyse. Die Anwendbarkeit des Polarisationsinstruments zur quantitativen Bestimmung von Substanzen ist von Landolt auf optisch inaktive Körper ausgedehnt worden. Er fand, daß das Rotationsvermögen gewisser optisch aktiver Körper sich oft in bedeutendem Grade ändert, wenn die Lösung mit einem inaktiven Körper versetzt wird, und suchte unter Benutzung dieses Verhaltens den Gehalt von Lösungen mit dem Polaristrobometer zu bestimmen. In Vorversuchen wurde in verschieden konzentrierten Lösungen der inaktiven Substanz eine stets gleiche Quantität des aktiven Körpers zu dem nämlichen Volumen gelöst und die Ablenkung der Mischungen bestimmt. Aus den Ergebnissen wurde eine Formel berechnet. Zur Ausführung der Untersuchung braucht dann nur in der betreffenden Lösung die gegebene Menge des aktiven Stoffes gelöst und die Mischung im Polaristrobometer untersucht zu werden. Auch Gemenge aus zwei inaktiven Körpern lassen sich analysieren, wenn man die Wirkungen einer Anzahl Mischungen von bekannter Zusammensetzung auf die Rotation einer aktiven Substanz bestimmt und zwar unter Anwendung stets gleicher Quantitäten der letztern sowie des gleichen Lösungsmittels. Von besonderem Vorteil ist die Anwendung dieses Verfahrens auf solche Körper, deren Bestimmung oder Trennung bisher nicht sicher oder nur mit großem Zeitaufwand ausführbar war. Schütt hat ein derartiges Verfahren zur A. eines Gemenges von Chlorkalium und Chlornatrium unter Anwendung von weinsaurem Kali ausgearbeitet. Durch Zusatz von Chlornatrium wird die Polarisation des weinsauren Kalis herabgesetzt, durch Zusatz von Chlorkalium in geringerm Maße erhöht. Durch eine Reihe von Beobachtungen