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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Beer; Behaim; Beheim-Schwarzbach; Belgien

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Beer - Belgien.

von Abhandlungen über einzelne Schul- und Lehrerstandesfragen (»Die Disziplinargewalt in der Schule«; »Die Aufgabe der Lehrervereine«; »Die Grenzen der Staats- und Gemeinderechte auf die Schule«, 1880; »Die Frage der Reichsschulgesetzgebung«, 1889; »Die Aufgabe des Deutschen Lehrervereins«; »Entwurf eines Schulgesetzes für das Königreich Preußen«, gekrönte Preisschrift, 1877, etc.) und der Zeitschrift »Pädagogische Revue« (Leipz., seit 1885) gab er heraus: »Comenius' große Unterrichtslehre« (5. Aufl., das. 1891, mit Biographie des Comenius von Fr. Zoubek) und mit Leutbecher »Comenius' kleinere Schriften« (2. Aufl., das. 1883).

Beer, Taco Hajo de, niederländ. Schriftsteller, geb. 18. Nov. 1838 zu Maarsen in der Provinz Utrecht, wandte sich an verschiedenen Orten dem Lehrerberuf zu und lebt seit 1877 als Lehrer der deutschen Sprache und Litteratur an der Realschule 1. Ordnung in Amsterdam. Nachdem er sich schon früher an der Herausgabe verschiedener Zeitschriften beteiligt hatte, begründete er hier 1878 die dem Studium der niederländischen Sprache und Litteratur gewidmete Zeitschrift »Noord en Zuid«, die er noch gegenwärtig redigiert, und 1879 das belletristische Wochenblatt »De Portefeuille«, dessen Leitung er bis 1889 führte. 1879-85 redigierte er auch »Het Nederlandsch Tooneel«, Organ des Vereins zur Hebung des niederländischen Theaters. Außerdem schrieb er Novellen, Gedichte und kleinere Dramen und gab verschiedene Sammelwerke, wie die »Bibliotheek van buitenlandsche schrijvers«, zahlreiche Übersetzungen aus dem Deutschen und Englischen, eine »Musterlese aus der poetischen Litteratur der Deutschen« (2. Aufl. 1887), eine zweibändige Geschichte der englischen Litteratur mit Proben: »The literary reader« (2. Aufl. 1884), und die »Letterkundige geschiedenis van Duitschland« (1879) heraus. 1883 begründete er die dialektische Zeitschrift »Onze Volkstaal«.

Behaim, 1) Martin, Seefahrer. Sein Leben beschrieb noch A. Reichenbach (Wurzen 1889).

Beheim-Schwarzbach, Max, Dichter und Geschichtsforscher, geb. 15. April 1839 zu Berlin, studierte in Halle und Berlin Theologie, Geschichte und Litteratur und ist Lehrer und Mitglied des Direktoriums an dem von seinem Vater begründeten Pädagogium zu Ostrau bei Filehne. Er schrieb: »Friedrich d. Gr. als Gründer deutscher Kolonien« (Berl. 1864); »Hohenzollernsche Kolonisationen« (Leipz. 1874); »Die Zillerthaler in Schlesien« (Bresl. 1875); »Friedrich Wilhelms I. Kolonisationswerk in Litauen« (Königsb. 1879); »Die Besiedelung von Ostdeutschland durch die zweite germanische Völkerwanderung« (Berl. 1882); »Die Mäuseturmsage von Hatto und Popiel« (Posen 1888). Unter dem Namen M. Böheimb verfaßte er die Dramen: »Deutschlands Morgenröte« (1876), »Von Prag bis Schweidnitz« (1877) und »Herzog und Schöppenmeister« (Bresl. 1881), das Epos »König Sebastian« (Dresd. 1890), »Eheglück«, Gedichte (Leipz. 1878), und »Deutsche Lieder und Gedichte« (Bresl. 1884).

Belgien. Die Bevölkerung wurde für Ende Dezember 1889 auf 6,093,798 Seelen berechnet. Im J. 1888 fanden 42,427 Eheschließungen (7,10 pro Mille) statt, lebendig geboren wurden 1889: 176,726 Kinder (29,39 pro Mille), und zwar hat das in frühern Jahren beträchtliche Überwiegen der männlichen Geburten etwas nachgelassen, doch fallen noch immer 104,77 männliche auf 100 weibliche Geburten. Die Zahl der unehelichen Geburten hat sich 1888 gegen das Vorjahr etwas vermindert, beträgt aber immer noch 8,74 Proz. Todesfälle kamen im J. 1889: 117,551 vor. Der Zuwachs der Bevölkerung betrug gegenüber dem Vorjahr 63,755 Köpfe (1,05 Proz.).

Die Produktion der Bergwerke hatte 1888 folgenden Umfang: im Steinkohlenbergbau waren 133 Gruben im Betrieb, welche bei einer Belegschaft von 103,477 Arbeitern 19,2 Mill. Ton. Kohlen im Werte von 162 Mill. Fr. förderten. Unter den Arbeitenden waren 7378 Frauen und 14,509 Kinder unter 16 Jahren, wovon 3327 Frauen und 9588 Kinder unter Tage beschäftigt wurden. An Eisen wurden 1888: 185,542 Ton., Blende 12,370 T., Galmei 12,167 T., Bleiglanz 414 T., Schwefelkies 3916 T. produziert. Von 25 Eisenhütten waren 17 mit 32 Hochöfen im Betrieb, welche 826,850 T. Gußwaren im Werte von 40½ Mill. Fr. herstellten. Ferner gab es 77 Eisenwerke, davon 65 thätig, mit 670 Puddelöfen, wovon 515 im Betrieb, worin 547,818 T. Eisen im Werte von 70 Mill. Fr. produziert wurden. An Stahl wurden 22,605 T., Zink 80,675 T., Blei 10,921 T. und Silber 29,329 kg erzeugt. Von den 75 Glashütten waren 64 thätig und lieferten Waren im Werte von 35⅓ Mill. Fr. (12⅔ Mill. Fr. weniger als im Vorjahr). In 2759 Brauereien wurden 10,6 Mill. hl Bier produziert; es gab 288 Branntweinbrennereien, 114 Zuckerfabriken (Produktion 93,214 T.). Steinbrüche waren 1780 in Betrieb mit 29,451 Arbeitern und einer Produktion im Werte von 32⅓ Mill. Fr. Der Handel Belgiens wertete 1888:

Einfuhr Ausfuhr

Generalhandel 3087 Mill. Fr. 2800 Mill. Fr.

Spezialhandel 1534 Mill. Fr. 1244 Mill. Fr.

Die wichtigsten Gegenstände der Einfuhr in den freien Verkehr waren: Getreide (263 Mill. Fr.), vegetabilische Spinnstoffe (187 Mill.), Chemikalien (69 Mill.), Harze und Kohlen (65 Mill.), Bauholz (61 Mill.), rohe Häute (53 Mill.), Vieh (52 Mill.), Ölsämereien (46 Mill.), Kaffee (44 Mill.), Mineralien und Erden (38 Mill.), Mehl (30 Mill.), Butter (26 Mill.), Droguen (24 Mill.), Fettwaren (24 Mill.), Wein (23 Mill. Fr.) etc. Von belgischen Erzeugnissen wurden ausgeführt: vegetabilische Spinnstoffe (79 Mill. Fr.), Leinen-, Hanf- und Jutegarn (75 Mill.), Getreide (69 Mill.), Steine (59 Mill.), Steinkohlen (59 Mill.), Wollgarn (56 Mill.), rohe Häute (48 Mill.), Glaswaren (45 Mill.), Eisen (39 Mill.), Chemikalien (29 Mill.), Maschinen (28 Mill.), Zink (28 Mill.), Papier (27 Mill.), Wollengewebe (25 Mill.), Rohzucker (24 Mill. Fr.) etc. Am Handelsverkehr (Spezialhandel) waren am meisten beteiligt: Frankreich mit 632 Mill Fr., Großbritannien mit 438 Mill., die Niederlande mit 388 Mill., der Deutsche Zollverein mit 369 Mill. (169 Mill in der Einfuhr, 200 Mill in der Ausfuhr), die Vereinigten Staaten von Amerika mit 172 Mill. Fr. Die Durchfuhr hatte einen Wert von 1556 Mill. Fr. Über die belgische Seeschiffahrt in den beiden letzten Jahren gibt folgende Übersicht Aufschluß:

Eingang Ausgang

Schiffe Tonnengehalt Schiffe Tonnengehalt

1888 6934 4916375 6942 4921482

1889 7016 5165615 7011 5038514

In den drei bedeutendsten Häfen liefen 1889 ein: in Antwerpen 4389 Schiffe von 4,089,284 Ton., in Ostende 1465 Schiffe von 622,020 T., in Gent 871 Schiffe von 400,174 T. Die Handelsmarine zählte 1889: 59 Schiffe von 77,655 T.; Fischerboote gab es 344 von 11,931 T. Im Budget für 1890 sind die Ein-^[folgende Seite]