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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bisschop; Bissingen-Nippenburg; Bitzius; Bixio; Black; Blades; Blake; Blanchecotte; Blasel; Blasenfüße

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Bisschop - Blasenfüße.

Bisschop, Christoffel, holländ. Maler, geb. 1828 zu Leeuwarden in Friesland, bildete sich in Paris bei Gleyre und Comte zum Genremaler aus, schloß sich aber in der koloristischen Behandlung an die holländischen Meister des 17. Jahrh. an, wobei er in der Behandlung des Helldunkels und in der Beleuchtung der Innenräume besonders Rembrandt, Pieter de Hooch und N. Maes zu Vorbildern wählte. Mit Ausnahme eines (Rembrandt in die anatomische Vorlesung gehend, 1867) hat er seine Motive bis jetzt zumeist aus dem Volksleben seiner Zeit und seines Landes geschöpft und namentlich in der Darstellung der Wirkungen des in einen geschlossenen Raum einfallenden Sonnenlichts eine große koloristische Virtuosität bei reicher, energischer Färbung erreicht. Unter seinen zahlreichen Bildern sind die Tochter des Bürgermeisters, der Wiegenmaler, der Kuriositätenhändler, ein Tauftag in Hindelopen in Friesland, ein Hochzeitstag, Winter in Friesland, der Besuch bei Großmama, Stillleben (Mädchen Blechgeschirr putzend), Morgensonne (Interieur mit einer jungen Frau), ein Heiratsantrag in Friesland und Sonnenschein in Haus und Herz (Interieur mit einer jungen Frau vor einem Spiegel) die hervorragendsten. Letzteres Bild wurde 1890 für die Neue Pinakothek in München angekauft. B., der durch Medaillen zweiter Klasse auf der Pariser Weltausstellung von 1878 und auf der internationalen Münchener Kunstausstellung von 1883 ausgezeichnet worden ist, lebt im Haag.

Bissingen-Nippenburg, Kajetan, Graf, Politiker, starb Anfang Mai 1890 zu Schramberg in Württemberg.

Bitzius, Albert (Jeremias Gotthelf), Volksschriftsteller. Vgl. auch Schäfer, Die Pädagogik des Jeremias Gotthelf (Leipz. 1888).

Bixio, Girolamo Nino, ital. Freiheitskämpfer. Vgl. Delvecchio, Cenni biografici di Nino B. (Genua 1887).

Black, Edward, kanad. Politiker, geb. 1823 in der Provinz Ontario, studierte die Rechte in Toronto und ward Advokat daselbst, 1867 auch Mitglied der Legislatur von Ontario und des kanadischen Parlaments. 1871 war er kurze Zeit oberster Minister von Ontario. Nachdem er die Zentralisation im kanadischen Bunde mit Erfolg bekämpft hatte, wurde er nach dem Sturze des Ministeriums Macdonald 1873 Minister ohne Portefeuille im Ministerium Mackenzie, nach dessen Rücktritt (1878) er Führer der liberalen Opposition ward.

Blades (spr. blehds), William, engl. Buchdrucker und Bibliophil, geb. 1824 zu Clapham bei London, wo er die Druckerei seines Vaters übernahm, wandte der Erforschung der frühsten Periode der Buchdruckerkunst in England ein lebhaftes Interesse zu, das er durch Neuausgaben alter Wiegendrucke (z. B. des »Gouvernayle of Helthe«) und eigne litterarische Arbeiten bethätigte. Ein zusammenfassendes Ergebnis dieser Studien ist das »Life and typography of William Caxton« (Lond. 1862, 2 Bde.), von dem er bei Gelegenheit des 400jährigen Jubiläums der Einführung der Buchdruckerkunst nach England durch Caxton eine kleinere Ausgabe in einem Bande (1877) veröffentlichte. Außerdem schrieb er noch: »Shakespeare and typography« (1872); »The enemies of books« (1880, 4. Aufl. 1888) und »Numismata typographica« (1884). Er starb 27. April 1890 zu Sutton in der Grafschaft Surrey.

Blake, 1) Robert, engl. Admiral. Seine Biographie schrieb noch D. Hannay (Lond. 1886).

Blanchecotte (spr. blangschkott), A. Malvine, franz. Schriftstellerin, geb. 1830 zu Paris als Tochter armer Handwerksleute. Sehr jung mit einem Schneider verheiratet, bildete sie sich ganz allein aus, konnte zur Buchhalterin in einem Modewarengeschäft vorrücken und brachte es dazu, daß 1856 ihre ersten Gedichte: »Rêves et réalités«, im Druck erschienen. Die französische Akademie zeichnete sie durch einen Montyonpreis aus, u. Sainte-Beuve widmete der ouvrière-poëte in seinen »Lundis« aufmunternde Anerkennung. Außer zahlreichen Abhandlungen, welche Frau B. nun für verschiedene Zeitschriften schrieb, gab sie heraus: »Impressions d'une femme, pensées, sentiments et portraits« (1867); »Tablettes d'une femme pendant la Commune« (1872), eine mutige That und ein den Verirrten mildes Buch; »Les Militantes« (Gedichte, 1876); »Le long de la vie, nouvelles impressions d'une femme« (1876). Was Frau B. schreibt, zeugt von natürlichem Adel der Gesinnung und wahrer Gefühlstiefe; ihre Sprache ist rein, von peinlicher Korrektheit; zahlreiche Sammlungen nehmen ihre Gedichte und Sinnsprüche jahraus jahrein auf. Die ehemalige Schneiderin erteilt Töchtern der vornehmsten Familien Frankreichs Unterricht in Geschichte und Litteratur.

Blasel, Karl, österreich. Schauspieler und Theaterdirektor, geb. 10. Okt. 1831 zu Wien, bildete sich ursprünglich zum Chorsänger in Kirchen- und andern Konzerten aus, widmete sich aber seit 1849 dem Theater und fand 1850 sein erstes Engagement in Laibach. Nachdem er eine Zeitlang Naturburschen und jugendliche Liebhaber gespielt, ging er zum komischen Fach über, in welchem sich seine Begabung bald zu einer eigenartigen Spezialität entwickelte, besonders nachdem er 1863 an das Theater an der Wien engagiert worden war. Hier errang er sich durch seine komischen Charakterfiguren in Lokalpossen und deutschen und französischen Operetten eine erste Stelle in der Reihe der Wiener Komiker, die ihre größten Erfolge durch die drastischen Mittel der Parodie und durch burleske Darstellung erzielten. Nachdem er sodann eine Reihe von Jahren dem Carl-Theater und auch kurze Zeit wieder dem Theater an der Wien angehört hatte, übernahm er 1885 die Direktion des Josephstädter Theaters und 1888 die des Carl-Theaters.

Blasenfüße (schädliches Auftreten in Getreidefeldern). Nachdem B. schon länger als Schädlinge in Gewächshäusern bekannt gewesen sind, vor einigen Jahren auch den Tabaksbau in Bessarabien schwer geschädigt haben, sind zwei Arten derselben 1889 und 1890 als Schädlinge des Getreidebaues in Süddeutschland, besonders in Württemberg, aufgetreten. Es sind dies der Ährenblasenfuß (Phloeothrips frumentaria) und der Halmblasenfuß (Thrips secalina). In ausgebildetem Zustand sind die ca. 2 mm großen schwarzen Tierchen schwer zu unterscheiden, aber die Larve des Ährenblasenfußes ist zinnoberrot, die des Halmblasenfußes weiß. Der Ährenblasenfuß und seine Larve schädigt die Ähren des Getreides, indem die Tierchen in großer Zahl in die Hüllblätter der jungen Getreidepflanze eindringen, zu der jungen Ähre gelangen und sich von dieser und dem die Ähre tragenden jungen Stengel ernähren. Sie verhindern die volle Entwickelung der Ähre, so daß dieselbe beim Aufschießen an ihrer Spitze und an der Basis mehr oder weniger verkümmert erscheint, ja die große Zahl der Thripse kann selbst das Abbrechen der Ähre verursachen. Die Larve der zweiten Art, des Halmblasenfußes, schädigt den Halm, indem sie, in der Scheide sitzend, denselben ansaugt. Der Halm-^[folgende Seite]