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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Blažeković; Blei; Bleichen; Bleichsucht; Bleikabel; Blinddarm; Blitz; Blowitz; Blut

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Blažeković - Blut.

blasenfuß lebt im Halme. Durch das Ansaugen desselben wird dieser an der betreffender Stelle geschwächt und wenig widerstandsfähig, so daß er hier durch Schlagregen, Wind und ähnliche mechanische Angriffe leicht geknickt wird. Äußerlich fällt die Stelle, an welcher die B. sitzen, durch helle Flecken, »Thripsflecken«, auf. Zuerst pflegt der Roggen befallen zu werden, nach 14 Tagen der Frühweizen, nach 3-4 Wochen der Dinkel; letzterer nimmt, wenn er von zahlreichen Blasenfüßen heimgesucht ist, eine charakteristische blaurote bis schwarzviolette Farbe an. Die noch nicht in allen Phasen bez. der Zeitdauer genügend verfolgte Verwandlung geht sehr rasch vor sich, so daß es oft unmöglich ist, den Schädling noch an Ort und Stelle mit Sicherheit nachzuweisen. Daher kam es, daß im ersten Jahr die Waldmäuse als die Schädlinge angesehen wurden, bis der Sachverhalt durch die Untersuchungen von Koch und Hofmann klargelegt wurde. Im J. 1889 war der Schade sehr bedeutend und betrug an einzelnen Punkten der Württemberger Alb bis 80 Proz.; 1890 traten die Schädlinge weniger zahlreich auf. Über Vorsichts- und Vertilgungsmaßregeln ist noch nichts bekannt. Da sich die Mehrzahl der Larven im Herbst wohl in die Röhrchen der Stoppeln verkriecht, dürfte sich bei stärkerm Überhandnehmen der Plage die Vernichtung und Verbrennung der Stoppeln empfehlen.

Blažeković (spr. -schēkowitsch), Karl von, österreich. General, geb. 1828 zu Essegg, trat 1843 als Kadett in die Armee und nahm als Leutnant an den italienischen Feldzügen 1848 und 1849 teil, ward 1853 Oberleutnant, 1857 Rittmeister, als welcher er den Feldzug von 1859 in Italien mit Auszeichnung mitmachte. 1869 wurde er Major, 1871 Generalstabschef der 22. Infanterietruppen-Division und 1875 in gleicher Eigenschaft zur 18. Infanterietruppen-Division versetzt, 1876 Oberstleutnant, 1877 Oberst. Für seine Verdienste bei der Mobilisierung anläßlich der Okkupation Bosniens und der Herzegowina 1878 wurde er mit dem Ritterkreuz des Leopoldordens dekoriert, und 1882 nahm er an der Bekämpfung des Aufstandes in Süddalmatien und der Herzegowina rühmenswerten Anteil. 1882 ward B. Kommandant der 94. Infanteriebrigade in Cattaro, 1883 Generalmajor, 1886 dem Militärkommando in Zara zugeteilt und in demselben Jahre zum Feldmarschallleutnant, Statthalter in Dalmatien und Militärkommandanten in Zara ernannt. Er trat im September 1890 in den Ruhestand. B. schrieb: »Geschichte des k. k. Infanterieregiments Nr. 31« (1867).

Blei. In Mechernich erfolgt das Rösten der durchschnittlich 60 Proz. B. enthaltenden gattierten Erze in 18 doppelsöhligen Fortschaufelungsöfen mit Arbeitsöffnungen an beiden Längsseiten; jeder Ofen ist 15 m lang und 4 m breit; die Produktion eines Ofens an Röstgut beträgt in 24 Stunden 8000-10,000 kg. Das Erzschmelzen erfolgt in 9 als achtförmige Tiegelöfen zugestellten Schachtöfen von 7 m Höhe und 4,8 m Länge. Von den 9 Öfen sind durchgängig nur 4 im Betrieb; dieselben produzieren in 24 Stunden 73,000 kg Werkblei. Das Entsilbern des Werkbleies erfolgt durch Zink; bei der ersten Entsilberung werden 0,13, bei der zweiten 0,95 Proz. Zink zugesetzt. Das Mechernicher Handelsblei enthält:

^[Liste]

Silber 0,00050 0,00040

Kupfer 0,00123 0,00093

Antimon 0,00194 0,00208

Eisen 0,00102 0,00082

Zink 0,00080 0,00040

Zusammen: 0,00549 0,00463

Zur Litteratur: Arche, Die Gewinnung der Metalle etc., Heft 1: Die Gewinnung und Darstellung des Bleies etc. (Leipz. 1888); Hofmann, Das B. bei den Völkern des Altertums (Berl. 1885).

Bleichen. Die gewöhnlichen Bleichmethoden bestehen im wesentlichen darin, daß man die zu bleichenden Gegenstände (Baumwolle, Papier) der Wirkung von unterchlorigsauren Salzen aussetzt; diese Salze, mit Wasser angerührt, besitzen eine dem Chlor gleiche Bleichkraft und haben vor ihm den Vorteil eines nicht gasförmigen Aggregatzustandes voraus. Man hat versucht, diese Salze auf elektrolytischem Wege in einem Bade kontinuierlich herzustellen, so daß der Bleichprozeß ohne Unterbrechung (ohne Nachfüllung von Salzen) vor sich gehen kann. Zu dem Ende werden die Chloride des Calciums, Magnesiums, Kaliums der Elektrolyse unterworfen, wodurch unterchlorigsaure Salze dieser Metalle gebildet werden. Sorgt man dafür, daß die durch den Bleichprozeß in Chloride übergeführten unterchlorigsauren Salze durch den Strom wieder zu unterchlorigsauren Verbindungen regeneriert werden, so haben wir einen ununterbrochenen Prozeß.

Bleichsucht, s. Balneologische Gesellschaft, S. 89.

Bleikabel, s. Fernsprecher.

Blinddarm, s. Chirurgenkongreß.

Blitz, Beobachtungen, s. Eiffelturm.

Blowitz, Heinrich Georg Stephen Adolf Opper, genannt von B., Journalist, geb. 28. Dez. 1825 zu Blowitz in Böhmen, jüdischer Abkunft, wanderte mit 16 Jahren aus und durchstreifte einen Teil Europas, war 1849-60 Lehrer des Deutschen an verschiedenen Lyceen in Frankreich, ließ sich während des Kriegs 1870 naturalisieren, wobei er den Namen B. annahm, und wurde 1871 Korrespondent der »Times« in Paris. Er führte die Sitte des Interviews ein, deren bekanntestes das bei Bismarck während des Berliner Kongresses (1878) war. Während desselben vorzüglich unterrichtet, beutete er seinen Ruf seitdem durch unzuverlässige deutschfeindliche Korrespondenzen in der »Times« aus.

Blut (Entstehung). Bei den wirbellosen Tieren hat man zweierlei Leibeshöhlen zu unterscheiden. Im einfachsten Fall ist zwischen Darm und Haut ein System von Hohlräumen vorhanden, welches die im Innern gelegenen andern Organe (Muskeln, Geschlechtsorgane etc.) umgibt, welches die physiologische Funktion eines Blut- oder Lymphraumes hat, und welches entwickelungsgeschichtlich von dem Hohlraum der Blastula hergeleitet werden kann oder nach der Gastrulation durch Auseinanderrücken des Ektoderms und des Entoderms als Spaltraum (s. Ei, Bd. 5) entstanden ist. Dies ist die primäre Leibeshöhle, neben welcher sich bei andern Tieren noch geschlossene Hohlräume finden, die man als sekundäre Leibeshöhle bezeichnet. Letztere ist in ihrer entwickelungsgeschichtlichen Entstehung ganz unabhängig von der primären Leibeshöhle und tritt als Spaltraum in einer kompakten Masse von Mesodermzellen auf. Sie hat immer den physiologischen Charakter eines Exkretionsorgans und steht durch ausführende flimmernde Kanäle mit der Außenwelt in Verbindung. Denkt man sich die sekundäre Leibeshöhle so vergrößert, daß hauptsächlich durch diese der Raum zwischen Ektoderm und Entoderm eingenommen und daß die primäre Leibeshöhle auf ein System enger Kanäle und Lücken zurückgedrängt wird, so ergibt sich eine Organisation, wie sie bei den chätopoden Ringelwürmern und bei den Wirbeltieren thatsächlich vorhanden ist. Die Leibeshöhle der letztern ist