Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Brüel; Brune; Brunow; Brussa; Bruun; Bruyck; Bruyn Kops; Bryant; Brzoska

145

Brüel - Brzoska.

Brüel, Ludwig August, welfischer Politiker, wurde 1890 in Ülzen in den Reichstag gewählt, dem er schon 1875-84 angehört hatte.

Brune, Guillaume Marie Anne, franz. Marschall. Vgl. Vermeil de Conchard, L'assassinat du maréchal B. (Par. 1887).

Brunow, Ludwig, Bildhauer, geb. 9. Juli 1843 zu Lutheran bei Lübz in Mecklenburg-Schwerin, erlernte seit seinem 17. Jahr das Tischlerhandwerk und begab sich als Geselle auf die Wanderschaft. 1866 kam er nach Berlin, wo er in die Modellierklasse der Bauakademie trat und bald in seinem Landsmann Fr. Eggers einen teilnehmenden Förderer fand, mit dessen Hilfe er sich von 1867 bis 1869 auf der Kunstakademie und im Atelier Siemerings weiterbilden konnte. Auf Eggers' Veranlassung gewährte ihm der Feldmarschall Graf Moltke 1871 eine Sitzung zu einer Porträtbüste (für Kaiser Wilhelm I. in Bronze gegossen), und daraus erwuchs ihm 1873 der Auftrag zu dem Moltke-Denkmal für Parchim, einer 2,80 m hohen Bronzestatue, die 1875 vollendet wurde. In den Jahren 1871-76 entstanden außer einigen Porträtbüsten die Gruppen: der Liebesbote und erfüllter Traum, ein Pegasus für das Stadttheater in Frankfurt a. M., die Reliefs: Brant von Korinth nach Goethe und Familienglück. Nachdem er 1876-77 eine Studienreise nach Italien gemacht, widmete er sich in den nächsten Jahren bis 1880 vorzugsweise dekorativen Arbeiten für öffentliche und Privatgebäude, von denen die liegenden Figuren des Tages und der Nacht an der Fassade des Anhalter Bahnhofs (in Kupferniederschlag) und neun Thonreliefs mit Darstellungen gewerblicher Thätigkeit für die Fensterbrüstungen des Kunstgewerbemuseums in Berlin die hervorragendsten sind. Nach einer zweiten Reise nach Italien (1880) erhielt er in der Konkurrenz um die Statuen preußischer Monarchen für die Herrscherhalle des Zeughauses den Auftrag zu den Kolossalfiguren der Könige Friedrich I. und Friedrich Wilhelm II., die 1882 und 1883 für den Bronzeguß ausgeführt wurden. 1881 schuf er eine Büste des Freiherrn vom Stein für das Rathaus in Stettin. 1885 das Denkmal des Komponisten Kücken für Schwerin (Büste mit Sockelreliefs) und ein Denkmal für den Afrikareisenden Pogge in Rostock, 1886 eine Statue Gustav Adolfs für Lützen. Dazwischen entstanden unter anderm die anmutige Gruppe eines Pantherjägers, die mehrfach in Bronze gegossen worden ist, und eine Büste des Großherzogs Friedrich Franz 11. von Mecklenburg-Schwerin, auf Grund deren er den Auftrag zu einem kolossalen Reiterdenkmal des Großherzogs für Schwerin erhielt, dessen Vollendung für 1893 festgesetzt ist. Um den Sockel sind vier sitzende männliche Figuren: Frömmigkeit, Gesetz, Weisheit und Tapferkeit, gruppiert, und die Seitenflächen des Sockels sind mit figurenreichen Reliefs geschmückt. Das Streben Brunows, der in den Überlieferungen der Rauchschen Schule arbeitet, ist hauptsächlich auf monumentale Wirkung und energievolle, lebenswahre Charakteristik gerichtet. In seinen Schöpfungen idealen Inhalts gelingt ihm auch der Ausdruck jugendlicher Anmut und tiefer, wahrer Empfindung.

Brussa zählt nach Karl Humann (»Reisen in Kleinasien und Nordsyrien«) heute kaum 36,000 Einw., wovon etwa 18,000 Türken, 8000 Griechen, 6000 Armenier, 3000 Juden und 1000 verschiedener Nationalität, während zu Anfang dieses Jahrhunderts gegen 80,000 Türken gezählt wurden. Das Türkentum geht auch hier, wie überall an den Küsten des westlichen Kleinasien, mit Riesenschritten abwärts.

Bruun, Christian Walther, dän. Schriftsteller und Bibliograph, geb. 1831, bestand 1857 das philologische Amtsexamen und wurde 1863 zum Oberbibliothekar an der königlichen Bibliothek, gelegentlich des Universitätsjubelfestes 1879 zum Doktor der Philosophie ernannt. Seine hauptsächlichsten Arbeiten sind: »Frederik Rostgaard« (1870-71, 2 Bde.); »Curt Sivertsen Adelaer« (1871); »Christian IX. auf der Kolberger Reede«; »Gunde Rosenkrantz«; »Kaj Lykke til Gisselfeld« (1886). Er lieferte auch mehrere bedeutende bibliographische Arbeiten (»Bibliotheca danica, 1482-1830«, Kopenh. 1872 ff.) und war Mitherausgeber der »Dänischen Sammlungen für Personalgeschichte, Litteraturgeschichte und Topographie« (1865-79), für die er viele Beiträge verschiedenen Inhalts lieferte. Auch hat er Holbergs »Episteln« mit Kommentar herausgegeben (1865-75).

Bruyck, Karl Debrois van, Musikschriftsteller, geb. 14. März 1828 zu Brünn aus einer ursprünglich niederländischen Familie, kam schon als Kind mit seinen Eltern nach Wien, wo er zunächst die Rechte studierte, sich aber bald ganz der Kunst und Litteratur widmete und eine rege schriftstellerische Thätigkeit für Musikzeitschriften entwickelte. Er trieb dabei theoretische Studien unter Rufinatscha und gab bis 1862 gegen 30 Werke heraus, meist Lieder und Klaviersachen und eine Bearbeitung der Bachschen Soloviolinsonaten für Klavier allein. Die folgenden Jahre richtete er seine Studien auf Philosophie und Naturwissenschaften, bis er mit zwei Arbeiten von hohem ästhetischen Werte: »Technische und ästhetische Analyse des wohltemperierten Klaviers« (Leipz. 1868, 2. Aufl. 1889) und einer kritischen Monographie über R. Schumann (in Kolatscheks »Stimmen der Zeit«, 1868), das musikalische Gebiet wieder betrat und sich seit dieser Zeit auch wieder der Komposition zuwandte. In die Öffentlichkeit drangen allerdings nur noch einige Klaviersachen und ein Vortrag: »Die Entwickelung der Klaviermusik von Bach bis Schumann« (Leipz. 1880), während zahlreiche andre, besonders größere Chorkompositionen noch der Veröffentlichung harren. B. lebt zu Waidhofen an der Ybbs.

Bruyn Kops (spr. breun), Jacob Leonard de, niederländ. Nationalökonom, geb. 22. Dez. 1822 zu Haarlem, ward 1860 Mitglied des Aufsichtsrats der Eisenbahnen, 1864 Professor an der polytechnischen Schule zu Delft, 1868 Mitglied der Zweiten Kammer; starb 1. Okt. 1887 im Haag. Durch sein Lehrbuch »Beginselen der Staathuishoudkunde« (5. Aufl., Amsterd. 1873) trug er viel zur Entwickelung der Volkswirtschaftslehre in den Niederlanden bei. Er begründete 1852 die noch gegenwärtig maßgebende Zeitschrift »De Economist« und 1881 das Statistische Büreau.

Bryant, William Cullen, nordamerikan. Dichter. Seine Biographie schrieb noch J. ^[John] Bigelow (Boston 1889).

Brzoska, Heinrich Gustav, pädagog. Universitätslehrer und Schriftsteller, geb. 5. Juni 1807 zu Königsberg i. Pr., studierte dort namentlich unter Herbart und ließ sich 1830 als Privatdozent an der Universität Leipzig nieder. 1831 nach Jena übergesiedelt, übernahm er dort die Gräfesche Privatanstalt für Knaben und bekleidete zugleich seit 1835 die damals eben errichtete Professur für Pädagogik bis zu seinem Tode 11. Sept. 1839. Sein Hauptwerk, das in der Herbartschen Pädagogik bedeutenden Einfluß ausgeübt hat: »Notwendigkeit pädagogischer Seminare auf der Universität und ihre zweckmäßige Einrichtung« (Leipz. 1836), gab W. Rein neu heraus (das. 1887). B. begründete die Zeitschrift »Zentralbibliothek der