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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Coeur - Cook.

Chicago als Schauspieler mit Beifall aufzutreten. Beim Ausbruch des Siouxkrieges 1876 eilte er auf den Kriegsschauplatz, wo er besonders in der Schlacht am Indian Creek sich hervorthat, in welcher er den Cheyennehäuptling Yellow-Hand im Zweikampf tötete. Nach Beendigung des Feldzugs kehrte er zur Bühne zurück. 1883 organisierte er ein großartiges Ausstellungsunternehmen, das unter dem Namen »Wild West« ein lebensvolles Bild des Grenzlebens im amerikanischen Westen geben sollte und eine größere Anzahl von Indianern, Mexikanern und »Cowboys« nebst Büffeln und Pferden umfaßte. Seit 1887 bereiste er mit dieser Wild West-Ausstellung auch Europa.

Coeur, Jacques. Vgl. über ihn noch Deslys, Jacques C., récit historique (Par. 1888).

Cofferdam (engl., »Krippe«), Kautschukblättchen, welches beim Füllen eines kranken Zahnes angewandt wird, um denselben trocken zu erhalten. Man macht in das Blatt ein kleines Loch und zieht es über den Zahn, den es wasserdicht umschließt. Die Einführung des Cofferdams durch einen Amerikaner Barnum bezeichnet den Anfang einer neuen Epoche in der Zahnheilkunde. - In der Nautik ist C. eine Vorrichtung, welche es ermöglicht, am Hinterschiff, vorzugsweise am Ruder und an der Schraube, Reparaturen auszuführen, so daß die Inanspruchnahme des Trockendocks vermieden wird. Das aus Pitchpineholz hergestellte Bauwerk, welches man wohl Heck- und Bugdock nennen könnte, hat etwa die Form eines Würfels, der auf dem Wasser schwimmt. Die obere Hälfte der Vorderseite hat eine Öffnung zur Aufnahme der Schiffsschraube. Im untern Teile des Cofferdams befinden sich Abteilungen, die beim Gebrauch voll Wasser gelassen werden, so daß der Koloß zum Sinken gebracht wird. Man schiebt ihn dann unter die Schraube und läßt ihn durch Leerpumpen der Wasserbehälter wieder steigen, wobei das Hinterschiff so weit gehoben wird, daß die Reparatur im Trocknen vorgenommen werden kann. Der Erfinder des Cofferdams ist Ingenieur Thomson in Boston, der für mehrere amerikanische Häfen derartige Apparate lieferte. In Europa wurde der C. 1890 durch den Bremer Lloyd eingeführt.

Cohausen, Karl August von, Militäringenieur und Altertumsforscher, geb. 17. April 1812 zu Rom, wo sein Vater Directeur des Estafets war, trat 1831 zu Koblenz in die 8. Pionierabteilung der preußischen Armee, wurde 1833 Offizier, nahm aber 1840 seinen Abschied, um die Leitung der Steingutfabrik zu Mettlach zu übernehmen, und war dann auch im Baufach thätig. 1848 trat er wieder in das Ingenieurkorps, unternahm 1850-51 Ausgrabungen von alten Verschanzungen und Gräbern auf dem Hunsrück und bereiste 1857 das Deutschordensland und Italien zum Studium mittelalterlicher Befestigungen, war 1858 bis 1866 der Bundesmilitärkommission in Frankfurt a. M. beigegeben, wurde 1866 zur preußischen Gesandtschaft nach Paris kommandiert, war 1870 Platzingenieur von Minden, dann bis Frühjahr 1871 von Koblenz und wurde 1871 zum Konservator der Altertümer in Wiesbaden ernannt. Im Auftrag Napoleons III. stellte er für dessen »Leben Cäsars« 1862 archäologische Untersuchungen im Maas- und Rheinland an. Er war Mitglied der Jury (für Stein-, Thon- und Glasindustrie) bei den Weltausstellungen 1873 zu Wien und 1878 zu Paris und gehört seit 1874 dem Verwaltungsrat des Römisch-germanischen Museums in Mainz, seit 1885 auch dem des Germanischen Museums in Nürnberg an. Außer zahlreichen bauwissenschaftlichen Arbeiten in der »Bauzeitung«, dem »Zentralblatt der Bauverwaltung«, »Westermanns Monatsheften« und antiquarischen Aufsätzen in den Bonner »Jahrbüchern« und den »Annalen des Nassauischen Altertumsvereins« etc. schrieb er: »Cäsars Rheinbrücken« (Leipz. 1867); »Römische Steinbrüche an der Bergstraße« (Darmst. 1876); »Das Römerkastell Saalburg« (Homb. 1878 und 1889); »Der römische Grenzwall in Deutschland« (Wiesb. 1884, mit Atlas; Nachtrag 1886); »Die Altertümer im Rheinland«, Wegweiser (das. 1890).

Cohn, Hermann Ludwig, Augenarzt, geb. 4. Juni 1838 zu Breslau, studierte seit 1857 Chemie und Physik in Breslau und Heidelberg, seit 1860 Medizin in Heidelberg, Breslau und Berlin, promovierte 1863 in Berlin, ließ sich 1864 in Breslau als Arzt nieder und wurde an der Försterschen Augenklinik als Assistenzarzt angestellt. 1866 ging er zu v. Gräfe nach Berlin und nach Paris, begründete dann eine Privataugenklinik in Breslau, habilitierte sich 1868 an der Universität als Dozent für Augenheilkunde und wurde 1874 zum außerordentlichen Professor ernannt. C. hat sich um die Hygiene des Auges große Verdienste erworben und namentlich für die Schulhygiene sehr bedeutende Arbeiten geliefert. Bemerkenswert sind auch seine Untersuchungen über das Photographieren des Innern des Auges. Er schrieb: »Untersuchungen der Augen von 10,060 Schulkindern, nebst Vorschlägen zur Verbesserung der den Augen nachteiligen Schuleinrichtungen« (Leipz. 1867); »Schußverletzungen des Auges« (Erlang. 1872); »Vorarbeiten für eine Geographie der Augenkrankheiten« (Jena 1874); »Studien über angeborne Farbenblindheit« (Bresl. 1879); »Die Augen der Frauen« (das. 1879); »Die Hygiene des Auges in den Schulen« (Wien 1883, auch engl. u. russ.); »Das Auge und die künstliche Beleuchtung« (Braunschw. 1883); »Beleuchtungswert der Lampenglocken« (Wiesb. 1885); »Über die Notwendigkeit der Einführung von Schulärzten« (Leipz. 1886); »Die ärztliche Überwachung der Schulen zur Verhütung der Verbreitung der Kurzsichtigkeit« (Wien 1887); »Die Schule der Zukunft« (Hamb. 1890); »Über den Einfluß hygienischer Maßregeln auf die Schulmyopie« (das. 1890).

Colins, Alexander, Bildhauer. Vgl. v. Schönherr, A. Colin und seine Werke (in den »Mitteilungen zur Geschichte des Heidelberger Schlosses«, Bd. 2, Heidelb. 1889).

Collinson, Sir Richard, brit. Seefahrer. Vgl. »Journal of H. M. S. Enterprise etc.«, herausgegeben von seinem Bruder, Generalmajor T. B. Collinson (mit »Memoir«, Lond. 1890).

Congreve, 1) William, engl. Dichter. Vgl. Bennewitz, C. und Molière, litterarhistorische Untersuchung (Leipz. 1890).

Conscience, 1) Hendrik, vläm. Novellist. Seine Biographie schrieb Pol de Mont (»Hendrik C., zijn leven en zijne werken«, Gent 1883).

Constans, Jean Antoine Ernest, franz. Staatsmann, schied 2. März 1890 wegen eines Zerwürfnisses mit Tirard aus dem Ministerium aus, das sich nun nicht mehr halten konnte und 14. März seine Entlassung nahm, worauf C. in das neugebildete Kabinett wieder als Minister des Innern eintrat.

Constant de Rebecque, Henri Benjamin, franz. Schriftsteller. »Lettres de Benj. C. à sa famille. 1775-1830« gab Menos (Par. 1888) heraus.

Cook, 1) James, Weltumsegler. Seine Biographie schrieben noch K. Müller (4. Aufl., Leipz. 1890) und Besant (Lond. 1890).