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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Coomans - Criegern-Thumitz.

Coomans, Jean Baptiste Nicolas, belg. Publizist, geb. 6. Dez. 1813 zu Brüssel, wurde klerikales Mitglied der Kammer und 1862 Redakteur der Wochenschrift »La Paix«. Er schrieb: »Histoire de la Belgique« (Gent 1836); »Richilde, épisodes de l'histoire de la Flandre au XI. siècle« (das. 1839, 2 Bde.; 6. Aufl. 1864); »Les communes belges« (5. Aufl., Brüssel 1863); »Une académie de fous« (das. 1861 ff., 2 Tle.); »Portefeuille d'un flâneur« (das. 1863-75, 8 Bde.) u. a.

Cooper, 4) Thomas Sidney, engl. Maler. Seine Biographie schrieb Cooper (Lond. 1891, 2 Bde.).

Cope, Charles West, engl. Maler, starb August 1890 in Bournemouth.

Coppée, François, franz. Dichter. Seine Biographie schrieb Lescure (Par. 1889).

Cornaro, Ludwig, Freiherr von, österreich. Feldmarschallleutnant, geb. 1830, seit 1847 Offizier, war im Kriege von 1866 Oberstleutnant und Souschef des Generalstabes beim 1. Armeekorps der Nordarmee, wurde 1870 Oberst, 1876 Generalmajor, gleichzeitig Chef des Generalstabes der zweiten Armee und war als solcher bei der Besetzung Bosniens thätig, wurde hierauf zum Feldmarschallleutnant, Ende 1885 zum Statthalter Dalmatiens und Kommandanten von Zara ernannt.

Cornat (spr. -na), Augustin Victor Cassiodore, franz. General, geb. 28. Febr. 1824 zu Sailly-sur-la-Lys (Pas de Calais), besuchte die polytechnische Schule, trat 1845 als Unterleutnant in ein Karabinierregiment, wurde 1852 Kapitän in einem Regiment Chasseurs d'Afrique, mit dem er die Feldzüge in Afrika, in der Krim, in Italien und in Mexiko mitmachte, 1864 Oberstleutnant im 1. Kürassierregiment, 1866 bei den Gardekarabiniers und 1868 Oberst des 4. Dragonerregiments, das er 16. Aug. 1870 in der Schlacht bei Rezonville (Vionville) zum Angriff führte. Nach der Kapitulation von Metz war er kriegsgefangen in Deutschland, gehörte dann zur Armee von Versailles, ward 1871 Brigadegeneral, 1875 Divisionsgeneral und befehligte bis 1889 nacheinander das 4., 3. und 18. Armeekorps.

Corneille, 1) Pierre, franz. Dichter. Vgl. Bouquet, Points obscurs et nouveaux de la vie de Pierre C. (Par. 1888).

Cornet, Georg, Mediziner, geb. 27. Juli 1858 zu Eichstätt in Bayern, studierte seit 1879 Medizin in München, wurde nach dem Staatsexamen Assistent an der Brehmerschen Heilanstalt für Lungenkranke in Görbersdorf, praktizierte dann in Rom, bereiste die italienischen und französischen Kurorte und praktizierte seit 1886 im Sommer in Reichenhall, während er im Winter im hygienischen Institut in Berlin bei Koch arbeitete. Cornets Arbeiten betreffen besonders die Lungenschwindsucht, er gab Aufsehen erregende Untersuchungen über die Sterblichkeitsverhältnisse in den Krankenpflegerorden, namentlich aber über die Verbreitung der Tuberkelbacillen außerhalb des Körpers und gelangte hierbei zu den erfolgreichsten prophylaktischen Regeln. Er schrieb: »Wie schützt man sich gegen die Schwindsucht?« (Hamb. 1889); »Über Tuberkulose« (Leipz. 1890).

Coulombzähler, s. Elektrotechnische Meßinstrumente und Elektrizitätszähler.

Coupland (spr. kohp-länd), W. Chatterton, engl. Schriftsteller, geb. 1838 zu London, war eine Zeitlang unitarischer Prediger und erlangte an der Londoner Universität den Doktorgrad. Infolge seiner Studien an der Universität Berlin erwarb er sich Vertrautheit mit dem deutschen Schriftentum und darf als einer der Vermittler zwischen den Litteraturen der beiden Nationen gelten, wie er auch hervorragenden Anteil an der Gründung der englischen Goethe-Gesellschaft genommen hat. Er schrieb »Incentives to a higher life« (1866), übersetzte Hartmanns »Philosophie des Unbewußten« (1884), gab einen ausführlichen Kommentar zu »Faust« heraus: »The spirit of Goethe's Faust« (1885), und hielt Vorlesungen über denselben Gegenstand. Seine neuesten Schriften sind: »Mental and moral science applied to teaching« (1889) und »The gain of life, and other essays« (1890). C. lebt in London.

Courcy (spr. kurssi), Marie René Roussel, Marquis de, franz. Diplomat, geb. 1827, trat in den diplomatischen Dienst, war Gesandtschaftssekretär in China, in Athen und Karlsruhe und zog sich 1860 auf seine Güter im Departement Loiret zurück. Er schrieb: »L'empire du milieu« (1866); »La coalition de 1701 contre la France« (1886, 2 Bde.), welches Werk von der Akademie mit einem Preis gekrönt wurde, und »Renonciation des Bourbons d'Espagne au trône de France« (1889).

Courtmans, Jeanne Désirée, geborne Berchmans, vläm. Schriftstellerin, geb. 6. Sept. 1811 zu Andegem (Ostflandern), verheiratete sich mit dem Pädagogen Jean Baptiste C., Lehrer an der vlämischen Normalschule zu Lier, nach dessen Tod (1856) sie als Vorsteherin eines Erziehungsinstituts in Maldeghem wirkte, wo sie 22. Sept. 1890 starb. Ihre zahlreichen vlämischen Romane und Erzählungen (»Het geschenk van den jager«, womit sie den Preis für vlämische Litteratur errang; »De bloem van Cleyt«: »Griselda«; »De hut van tante Clara« u. a.) erschienen gesammelt in 22 Bänden.

Cousin, Victor, franz. Philosoph. Seine Biographie schrieb noch Jules Simon (Par. 1887).

Cox, 2) John Edmund, engl. Schriftsteller, starb 1. Nov. 1890 in London.

Crailsheim, Friedrich August Ernst Gustav Christoph Krafft, Freiherr von, bayr. Minister, wurde 31. Mai 1890 zum Präsidenten des bayrischen Staatsministeriums an Stelle v. Lutz' ernannt.

Creighton (spr. kräht'n), Mandell, engl. Geschichtschreiber, geb. 5. Juli 1843 zu Carlisle, studierte in Oxford und wurde 1866 Professor der Geschichte daselbst, 1867 Pfarrer in Embleton in Northumberland, 1884 Professor der Kirchengeschichte in Cambridge. Die Universität Glasgow ernannte ihn 1883 zum Doktor der Theologie und 1885 zum Doktor der Rechte. Er schrieb: »Primes of Roman history« (Lond. 1875); »The age of Elisabeth« (1876); »The life of Simon of Montfort« (1876); »The Tudors and the reformation« (1877); »Primes of English history« (1877); »History of the papacy during the period of the reformation« (1882-87, 4 Bde.); »The life of Cardinal Wolsey« (1888) u. a. Auch redigiert er seit 1886 die Zeitschrift: »English Historical Review«.

Criegern-Thumitz, Friedrich Constanz von, geb. 11. Nov. 1834 zu Dresden, studierte 1854-57 in Leipzig die Rechte, bestand 1859 das Staatsexamen, ging 1862 in den Verwaltungsdienst über und wurde 1864 als Hilfsarbeiter in das Ministerium des Innern berufen. Bei der Reorganisation der innern Verwaltung wurde C. als etatsmäßiger Rat an die Kreishauptmannschaft Dresden und 1883 als erster Rat an die Kreishauptmannschaft Bautzen versetzt. 1866 war er Mitglied der königlichen Lazarettkommission, und seitdem widmete er sich der freiwilligen Krankenpflege mit großem Erfolg. Auf den internationalen Konferenzen seit 1869 und den Ver-^[folgende Seite]