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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Crispi; Crola; Cromwell; Croy; Csáky; Cucheval-Clarigny; Cumaron; Cuno

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Crispi - Cuno.

einstagen der deutschen Vereine vom Roten Kreuz übte er wesentlichen Einfluß auf die Weiterentwickelung dieses Instituts aus. Im Kriege 1870/71 war er als Delegierter in Frankreich, 1871 wurde er Landesdelegierter der freiwilligen Krankenpflege im Königreich Sachsen, und seit 1872 steht er an der Spitze des Landesvereins zur Pflege verwundeter und kranker Krieger. Seit 1869 ist er Vertreter Sachsens im Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz, an dessen Gründung er hervorragenden Anteil genommen. 1877 erhielt C. eine Mission nach Konstantinopel, namentlich behufs Einführung weiblicher Pflege in den dortigen Militärlazaretten. Er schrieb: »Ein Kreuzzug nach Stambul« (Dresd. 1878); »Das Rote Kreuz in Deutschland« (gekrönte Preisschrift, Leipz. 1883); »Lehrbuch der freiwilligen Kriegskrankenpflege« (2. Aufl., das. 1891). Auch gab er ein Album mit Beiträgen von Dresdener Dichtern und Schriftstellern unter dem Titel »Caritas« (2. Aufl., Dresd. 1878) heraus.

Crispi, Francesco, ital. Staatsmann, nahm, da die Kammermehrheit ihn heftig angriff, 1. Febr. 1891 seine Entlassung. Eine Sammlung seiner »Scritti e discorsi politici«, 1849-90, erschien 1890.

Crola, Hugo, Maler, geb. 30. Nov. 1841 zu Ilsenburg am Harz als Sohn des Landschaftsmalers Heinrich C. (geb. 1804 zu Dresden, gest. 1879 in Ilsenburg), widmete sich anfangs dem Baufach, in dem er 1861 bei Hitzig in Berlin beim Bau der neuen Börse thätig war, ging aber noch in demselben Jahre zur Kunstakademie über, die er 1862 mit der zu Düsseldorf vertauschte. Nachdem er dort die Vorbereitungsklassen durchgemacht, war er anfänglich Schüler Bendemanns, dann W. Sohns. Seine erste größere Arbeit war ein Altarbild für die Kirche zu Wahnen in Kurland. Nachdem er aber mit einem Selbstbildnis auf der Wiener Weltausstellung von 1873 eine Medaille errungen, wandte er sich fast ausschließlich der Porträtmalerei zu, in der er namentlich mit weiblichen Bildnissen durch vornehme Auffassung, geistvolle Charakteristik und geschmackvolles Kolorit große Erfolge erzielte. Die hervorragendsten unter ihnen sind das Porträt der Gräfin St. W. (1876, im Besitz des deutschen Botschafters in Wien, Prinzen Heinrich VII. Reuß), das der Prinzessin S. M. (1878) und das einer im Park lustwandelnden Dame, das ihm 1881 die kleine goldne Medaille der Berliner Kunstausstellung einbrachte. Die Feinheit seiner koloristischen Begabung zeigt sich von ihrer glänzendsten Seite in der Dame in Weiß (1887), dem Bildnis eines jungen Mädchens, das sich eben anschickt, zum Balle zu gehen. Auch in einigen männlichen Bildnissen, besonders in denjenigen einiger Kunstgenossen, der Maler P. Janssen (1883), E. Bendemann (1884, in der Berliner Nationalgalerie) und E. v. Gebhardt (1886, in der Galerie zu Düsseldorf) und des Kupferstechers E. Forberg hat er die Kunst seiner das geistige Wesen des Dargestellten erschöpfenden Charakteristik bewährt. Seit 1877 ist C., der seinen koloristischen Stil vornehmlich durch zahlreiche Reisen nach den Niederlanden gebildet hat, Professor an der Akademie zu Düsseldorf.

Cromwell, 2) Oliver, der Protektor. Vgl. noch Palgrave, Oliver C., the Protector, based on contemporary evidence (Lond. 1890).

Croy (spr. kren), Leopold Emanuel Ludwig, Prinz C.-Dülmen, österreich. General, Sohn des preußischen Generalleutnants à la suite Prinzen Philipp C. (gest. 1871), geb. 5. Mai 1827 zu Berlin, begann seine militärische Laufbahn in der preußischen Armee und trat 1852 als Leutnant in die österreichische Armee, in welcher er 1854 zum Oberleutnant und 1857 zum Rittmeister aufrückte. Den Feldzug 1866 in Italien machte er mit Auszeichnung mit und wurde im selben Jahr zum Major befördert. 1869 Oberstleutnant und 1873 Oberst und Kommandant des 8. Dragonerregiments, erhielt er 1878 das Kommando der 2. Kavalleriebrigade, wurde 1879 zum Generalmajor befördert, 1883 Kommandant der 57. Infanteriebrigade und im selben Jahr Kommandant der 30. Infanterietruppen-Division, 1884 Feldmarschallleutnant, 1885 Kommandant der 10. Infanterietruppen-Division. 1886 erfolgte seine Ernennung zum General-Kavallerieinspektor und 1889 zum Kommandanten des 9. Korps und kommandierenden General in Josephstadt C. ist seit 1890 Inhaber des 94. Infanterieregiments.

Csáky (spr. tschaki), Graf Albin, ungar. Kultus- und Unterrichtsminister, geb. 19. April 1841 zu Kronepach im Zipser Komitat, übernahm schon im 26. Lebensjahr die Würde eines Obergespans dieses Komitats, welche er bis 1888 bekleidete. Wiederholt zum Eintritt in das Ministerium aufgefordert, entschloß er sich erst im September 1888, das Unterrichtsportefeuille zu übernehmen. Inzwischen hatte er aber im Magnatenhaus, dem er durch Geburt u. Rang angehörte, auch eine bedeutsame politische Thätigkeit entfaltet. Mit der Würde eines königlich ungarischen Obersttruchsessen verband er die Stelle eines Vizepräsidenten dieses Magnatenhauses. Als Unterrichtsminister ist er hauptsächlich um die Reform des mittlern Unterrichts im Sinne der sogen. Einheitsschule bemüht. Bemerkenswert ist auch seine Reform der Kollegiengelderfrage an der Budapester Universität und sein Gesetzentwurf über die Kleinkinderbewahranstalten. Der Erlaß vom 26. Febr. 1890 in betreff der sogen. Wegtaufungen (s. d.) hat eine heftige Bewegung, namentlich unter dem niedern katholischen Klerus, veranlaßt.

Cucheval-Clarigny (spr. kühschwall-klarinji), Philippe Athanase, franz. Schriftsteller, geb. 1. Febr. 1822 zu Calais, besuchte die Normalschule, dann die École des chartes und wurde Bibliothekar der Normalschule, dann Konservator an der Bibliothek Sainte-Geneviève. 1845-56 war er Mitglied der Redaktion des »Constitutionnel« und 1864-70 Direktor der »Presse«; auch ist er Mitarbeiter an der »Revue des Deux Mondes« und wurde 1886 zum Mitglied der Akademie des Sciences morales et politiques gewählt. Er schrieb: »Histoire de la presse en Angleterre et aux États-Unis« (1857); »Histoire de la constitution de 1852« (1869); »L'équilibre européen après la guerre de 1870« (Brüssel 1871); »Lord Beaconsfield et son temps« (1880); »L'instruction publique en France« (1883); »Les finances de l'Italie 1866-85« (1885); »Essai sur l'amortissement et sur les emprunts d'États« (1886); »Les finances de la France 1870-91« (1891) u. a.

Cumaron, s. Kohlenwasserstoffe.

Cuno, Johann Gustav, Geschichtschreiber, geb. 20, Okt. 1820 zu Posen, studierte, nachdem er eine Zeitlang im kaufmännischen Beruf gearbeitet hatte, unter harten Entbehrungen in Leipzig erst Mathematik, dann aber seit 1850 in Berlin Geschichte und alte Sprachen, bekleidete in der Folge Lehrerstellen in Berlin, Prenzlau, Brandenburg, seit 1860 an der Realschule (später Gymnasium) zu Graudenz, wo er, 1879 zum Professor ernannt, 7. Jan. 1890 starb. Als Ergebnis seiner Studien aus dem Gebiet der alten Völkerkunde, durch die er nachzuweisen suchte, daß zwischen dem keltischen Volke und den Völkern