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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Elisabeth; Elisabeth-Orden; Ellis; Embelia; Emler; Emma; Empfindungen

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Elisabeth - Empfindungen.

Behrns in Lübeck zur Aufhängung der untern Elevatortrommel eine Art Nürnberger Schere, die von einem horizontal hervortretenden Arme herabhängt. Das Gurtband mit den Bechern geht von der Trommel aus vertikal aufwärts, dann über Leitrollen horizontal, dann abwärts zu einer Spannrolle, welche in einer senkrechten Führung läuft und um so tiefer herabsteigt, je höher durch Anziehen der Schere die untere Trommel eingestellt wird und umgekehrt.

Elisabeth, 2) E., Königin von England. Zur Litteratur: Bekker, E. und Leicester (Gießen 1890).

4) E. Philippine Marie Helene, Schwester des Königs Ludwig XVI. von Frankreich. Vgl. auch d'Armaillé (geborne de Ségur), Madame É. (Par. 1886).

Elisabeth-Orden, königlich rumänischer Orden, gestiftet 1878 von Königin Elisabeth aus Anlaß des russisch-türkischen Kriegs für Verdienste der freiwillig helfenden Liebe. Der Orden hat nur eine Klasse. Die Dekoration besteht in einem Wiederkreuz aus Gold, dessen vier Arme wieder Kreuze bilden, mit einem erhabenen glatten Rande. Der Mittelschild trägt in erhabener Prägung den Namenszug der Fürstin »E. E.« verschlungen u. darüber die Königskrone. Auf der Rückseite die Inschrift: »ALINARE SI MANGAERE« (»Linderung und Trost«) um die Jahreszahlen »1877/78«. Das Kreuz wird an einem hellblauen, von goldenen Streifen eingefaßten Bande auf der linken Brust getragen.

Ellis, 2) Alexander John, engl. Sprachforscher, starb 28. Okt. 1890 in London.

Ellis, Havelock, engl. Schriftsteller, geb. 2. Febr. 1859 zu Croydon in Surrey, brachte seine Kindheit in Australien und Südamerika zu und studierte darauf Medizin in England. Er trat 1883 zuerst als Mitarbeiter an mehreren Zeitschriften auf, beschäftigte sich mit der sogen. Frauenfrage und verwandten Gegenständen, gab eine Übersetzung von Ibsens Dramen heraus, wurde Leiter der »Mermaid series of Elizabethan dramatists« und begründete das naturhistorische Sammelwerk »Contemporary science series«. Außer zahlreichen Aufsätzen anthropologischen Inhalts schrieb er: »The new spirit«, Aufsätze über Diderot, Heine, Whitman, Ibsen und Tolstoi (1890) und »The Criminal«, worin er das Wesen der Verbrechernatur zu bestimmen sucht.

Embelia, Gattung der Myrsineen, Sträucher mit wechselständigen, gestielten, lanzettlichen oder eiförmigen Blättern, zahlreichen kleinen grünen, weißen, roten Blüten in Trauben und kleinen, runden, roten oder schwarzen Beeren. Die etwa 20 Arten finden sich in Indien, im Indischen Archipel und in Ostafrika. Von E. Ribes in Indien werden die Beeren zum Verfälschen des schwarzen Pfeffers benutzt. Sie schmecken etwas scharf und enthalten Embeliasäure C9H14O2 ^[C_{9}H_{14}O_{2}]. Diese bildet orangerote Kristallschuppen, ist löslich in Alkohol, nicht in Wasser, schmilzt bei 140°. Ihr Ammoniumsalz C9H13O2 ^[C_{9}H_{13}O_{2}]. NH4 ^[NH_{4}] bildet ein krapprotes, fast geschmackloses Pulver, welches in verdünntem Alkohol löslich ist und ein außerordentlich wirksames Mittel gegen Bandwurm bildet. Es bewährte sich in Fällen, wo die gewöhnlichen Mittel erfolglos geblieben waren.

Emler, Joseph, tschech. Historiker, geb. 10. Jan. 1836 zu Liban in Böhmen, studierte zu Wien, verbrachte drei Jahre an dem dortigen Institut für die österreichische Geschichtsforschung und ist seit 1871 Vorsteher des Prager Stadtarchivs sowie seit 1879 Professor der historischen Hilfswissenschaften an der Universität. E. leitet und besorgt meistenteils selbst die Herausgabe der Hauptquellen für die Geschichte Böhmens. So veröffentlichte er die »Regesta diplomatica nec non epistolaria Bohemiae et Moraviae« (2.-4. Bd., bis 1346, 1872-90); »Die Reste der böhmischen im J. 1541 verbrannten Landtafel« (bis jetzt 2 Quartbände); die »Libri confirmationum ad beneficia ecclesiastica archiepiscopatus Prag.« (1874-89, 5 Bde.); »Decem registra censuum Bohemica« (1881) und eine Reihe böhmischer Nekrologien. Er besorgt ferner die Herausgabe der »Quellen der böhmischen Geschichte« und redigiert seit 1871 die »Zeitschrift des Museums des Königreichs Böhmen«. Außer einer Anzahl eigner historischer Arbeiten schrieb er auch einen »Leitfaden der christlichen Chronologie für die Zeit 800-2000 n. Chr.«

Emma Adelheid Wilhelmine Therese, Königin-Mutter-Regentin der Niederlande, geb. 2. Aug. 1858 zu Arolsen, zweite Tochter des Fürsten Georg Viktor zu Waldeck und Pyrmont, vermählte sich 7. Jan. 1879 zu Arolsen mit dem König Wilhelm III. der Niederlande, dem sie 31. Aug. 1880 eine Tochter, die Kronprinzessin Wilhelmine, gebar, wurde nach dem Tode der Söhne des Königs erster Ehe durch die neue Verfassung von 1884 zur Vormünderin ihrer Tochter im Falle des Todes ihres Gemahls bestimmt und übernahm, als derselbe 1890 geisteskrank wurde, 20. Nov. 1890 die Regentschaft des Königreichs. Nach dem Tode Wilhelms III. (23. Nov. 1890) trat sie 24. Nov. gemäß der Verfassung die Regentschaft für ihre Tochter, die Königin Wilhelmine, an.

Empfindungen, in der Psychologie die durch Sinneseindrücke veranlaßten, nicht weiter zerlegbaren letzten Elemente des Seelenlebens. Insofern die einfachen E. in jedem Wahrnehmungsvorgang als in einem zusammengesetzten Prozeß verbunden werden, kehren sie beim Wechsel der Objekte regelmäßig wieder, ermöglichen Vorstellungen (s. d.), Gefühle (welche Lust oder Unlust einschließen), Triebe und gelten als Grundlage aller übrigen psychischen Zustände. Die Entstehung einer Empfindung ist an drei Bedingungen geknüpft. Erstens nämlich muß ein sogen. Reiz vorhanden sein, zweitens muß dieser Reiz die Fähigkeit besitzen, einen Sinnesnerv zu erregen, und drittens muß diese Erregung sich nach dem nervösen Zentralorgan, dem Gehirn (das deshalb auch Sensorium heißt), fortpflanzen. Unter den Reizen (s. d.) unterscheidet man äußere und innere: äußere Reize kommen von einem Gegenstand der Umgebung, innere entspringen aus Vorgängen des eignen Körpers. Dem entsprechend heißen die durch einen äußern Reiz entstandenen E. objektive, die durch einen innern Reiz veranlaßten subjektive E. Mit dem Worte objektive E. soll jedoch nicht ausgedrückt werden, daß der Inhalt der E. dem objektiven Reizgegenstand gleich oder ähnlich sei, vielmehr ist die Unvergleichbarkeit aller unsrer E. gegenüber der äußern Wirklichkeit völlig sicher. E. sind nicht Spiegelbilder von Dingen, sondern nur regelmäßige Folgen und Zeichen der als Reize wirkenden Objekte. Damit nun eine objektive Empfindung zu stande komme, ist nicht bloß nötig, daß ein Reiz in der Außenwelt existiere, sondern auch, daß er den Sinnesnerv zu erregen vermag, d. h. eine gewisse Stärke besitzt, deren Wert man die Reizschwelle nennt. Endlich gehört zur Entstehung einer Empfindung die ungehinderte Fortleitung der Nervenerregung zum Gehirn. Die solcherart zum Bewußtseinsinhalt gewordene Empfindung hat nun gewissermaßen zwei Seiten, eine Intensität und eine Qualität, die wiederum beide in bestimmten Beziehungen