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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fiore della Neve; Fische

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Fiore della Neve - Fische.

zifferte sich 1887 auf 258,666 Pferde, 952,640 Stück Rindvieh, 1,042,789 Schafe, 184,755 Schweine. Unter den Erzeugnissen des Bergbaues ragt, abgesehen von einer geringen Menge Gold, Gußeisen und Eisen hervor. Im Durchschnitt der Jahre 1883-87 betrug die Produktion des erstern 1,121,788, des letztern 894,427 Pud. Die Zahl der Fabriken wird 1887 auf 6951 mit einem Produktionswert von 151,252,000 Rubel angegeben. Die namhaftesten Industriezweige sind:

Fabriken Produktionswert (Mill. Rub.)

Textilindustrie 134 35,5

Holzindustrie 770 57,3

Chemische Industrie 121 2,0

Verarbeitung tierischer Stoffe 1054 14,4

Fabrikation von Kalk, Ziegeln etc. 456 6,6

Metallurgische Industrie 550 17,8

Nahrungsmittelindustrie 3105 13,8

Die Zahl der kleinern Etablissements, deren jährliche Produktion unter 1000 Rubel bleibt, war 762 mit einer Gesamtproduktion von 3,474,000 Rub. Die Zahl aller industriellen Arbeiter ist 54,544. Außerdem waren im Durchschnitt der Jahre 1886-88 thätig 51 Branntweinbrennereien mit einer Jahresproduktion von 861,000 hl, 46 Bierbrauereien und 29 Tabaksfabriken. Der Wert der Ausfuhr war 1889: 102,7 Mill. finn. Mk. (1888: 90,5 Mill.), der Einfuhr 133,5 Mill. finn. Mk. (1888: 112,2 Mill.). Der Schiffsbestand belief sich 1888 auf 336 Dampfschiffe mit 17,454 Ton. und 1799 Segelschiffe mit 235,161 T. Das Eisenbahnnetz umfaßte 1890: 1825 km; die Gesamteinnahmen waren 1886-88 durchschnittlich 8,344,379 Rub., die Ausgaben 5,397,433 Rub., so daß ein Reingewinn von 2,946,946 Rub. berechnet wird. Der in den Eisenbahnen steckende Anlagewert betrug 1888: 120,166,357 Rub. Die Zahl der Postbüreaus war 1888: 311. Sie beförderten etwa 5⅓ Mill. Briefe und Postkarten. Die Staatseinnahmen und -Ausgaben wurden für 1890 auf 54,158,831 finn. Mk. veranschlagt. Die Staatsschuld betrug 1890: 85 Mill. finn. Mk.

Geschichte. Die russifizierenden Einheitsbestrebungen, welche in den baltischen Provinzen so großes Unheil anrichteten, nahmen sich seit 1890 auch F. zum Ziel, und der Zar begünstigte sie. Wie immer, begann die russische Presse ein planmäßiges Hetzen gegen die finnische Selbständigkeit, das um so mehr Besorgnisse in F. erwecken mußte, als die russischen Zeitungen ohne Zulassung der Regierung derartige Angriffe gar nicht hätten wagen können. Es begab sich daher Anfang Mai 1890 eine Abordnung von Vertrauensmännern der vier Stände auf dem finnländischen Landtag nach Petersburg, um den Zaren auf die durch das Gebaren der Presse hervorgerufene Erregung und Bekümmernis aufmerksam zu machen und um Erhaltung der bestehenden, vom Zaren bei seinem Regierungsantritt wieder bestätigten Verfassung zu bitten; doch wurde ihr der nachgesuchte Gesamtempfang verweigert. Die finnländische Presse wurde gemaßregelt, sobald sie die finnländische Selbständigkeit, wenn auch in vorsichtigster Weise, verteidigte, angesehene Senatoren wegen ihrer Anhänglichkeit an die Verfassung zum Rücktritt genötigt. Durch kaiserliches Dekret wurde 4. Juli das Postwesen von F. mit dem des russischen Reiches vereinigt. Der Unterricht in der russischen Sprache wurde an den Schulen erheblich verstärkt und beschlossen, daß die Volksschullehrer unentgeltlich in der russischen Sprache unterrichtet werden sollen. Auf Kosten des Staats wurden finnische Beamte in das Innere Rußlands geschickt, um sich in der russischen Sprache zu vervollkommnen. Das neue vom Landtag beschlossene Strafgesetz für F. wurde vom Zaren nicht genehmigt, sondern 1891 befohlen, daß die Einführung desselben bis zur Beseitigung der mit den Verwaltungsgrundsätzen des russischen Reichs in Widerspruch stehenden Artikel verschoben werde. Dieser Erlaß rief die größten Besorgnisse vor weitern Verfassungsänderungen und daher Erbitterung und Trauer hervor.

Zur Litteratur: Ignatius, Finlands Geografi (Helsingf. 1881 ff.); Topelius, Aus Finnland. Novellen, Studien und Schilderungen (deutsch, Gotha 1888); Mechelin, Staatsrecht Finnlands (in Marquardsens »Handbuch des öffentlichen Rechtes«, Bd. 4, Freiburg 1888); Schybergson, Finlands historia (Helsingf. 1887-89, 2 Bde.).

Fiore della Neve, Pseudonym, s. Loghem.

Fische entbehren zwar des Stimmapparats, indes bringen mehrere Arten Töne und Geräusche hervor. Ein Hornfisch (Balistes spec.) von den Kapverdischen Inseln erzeugt mit den Zähnen ein metallisch klingendes Geräusch, ein Wels (Synodontis) mit den großen Stacheln der Brustflosse und ein Flughahn (Dactylopterus volitans C. V.) mit dem Gelenk des Kiemendeckels einen knarrenden Ton. Beim Knurrhahn (Cottus scorpius L.) der Ost- und Nordsee wird ein knurrendes Geräusch durch die kräftig bewegte Muskulatur des Schultergürtels erzeugt und durch Resonanz der großen Mundrachenhöhle verstärkt. Bei Balistes vetula L. entsteht ein knarrendes Geräusch durch stoßweise Rückwärtsbewegung der Stacheln der vordern Rückenflosse. Bei südamerikanischen Siluriden u. Characiniden gibt die Schwimmblase gleich einer Trommel einen Ton, wenn sie von einem harten vibrierenden Skelettteil getroffen wird. Die Stärke des erzeugten Tones hängt von der Stärke und Elastizität der Schwimmblasenwandung und von ihrer mehr oder minder engen Berührung mit dem Skelett ab. Bei der Dorade (Doras maculatus C. V.) wird die Übertragung der Schwingungen der Schwimmblase auf das umgebende Medium durch eine bewegliche, Knochenplatten enthaltende Hautpartie vermittelt, welche nicht durch Muskelmassen unterlagert, unmittelbar der Schwimmblase aufliegt. Möbius beobachtete an Balistes aculeatus L. lebhaftes Vibrieren einer kleinen Hautstelle dicht hinter der Kiemenöffnung und fand, daß diese in Beziehung steht zu der Erzeugung eines Trommelgeräusches, welches von schnell aufeinander folgenden Zusammenziehungen der Seitenrumpfmuskeln ausgeht und durch Schwingungen gewisser Knochen und der Schwimmblase verstärkt wird. Die Bedeutung aller dieser Geräusche muß wohl darin gesucht werden, daß sie zur Abschreckung von Feinden dienen. Bei den südamerikanischen Siluriden werden die Töne am stärksten und von ganzen Schwärmen dieser Tiere zur Zeit der Begattung abgegeben und sind daher wohl als Anlockungsmittel zum Zweck der Begattung zu betrachten.

Das Vermögen der F., die Hautfarbe zu wechseln, indem sich sternförmig verästelte Farbstoffzellen (Chromatophoren, s. d., Bd. 4) bald bis in ihre Ausläufer füllen und dadurch der Haut eine dunklere Farbe erteilen, bald kugelförmig zusammenziehen und den Farbstoff dadurch dem dicht unter der Haut gelegenen Gewebe entziehen, ist durch Lode in Wien einer erneuten Untersuchung unterzogen worden. Er fand zunächst die ältern Beobachtungen Pouchets bestätigt, nach denen der Anreiz zur Zusammenziehung und Hellerfärbung in heller Umgebung vom Auge ausgeht, weshalb auf dem einen Auge geblendete F. halb