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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fixsterne

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Fixsterne (Photographie und Spektralanalyse).

Der Bestand der ungarischen Handelsmarine beziffert sich gegenwärtig auf 30 Dampfer mit 9908 und 218 Segelschiffe mit 47,535 Tonnen Gehalt. Da im J. 1891 der Fiumaner Freihafen gleichzeitig mit jenem von Triest aufgehoben werden wird, so hat die ungarische Seebehörde mit Rücksicht auf den bevorstehenden gesteigerten Handelsverkehr für den Bau umfangreicher Lagermagazine gesorgt. Die heutigen Lagerräume in F. umfassen eine Bodenfläche von 68,560 qm und haben einen Laderaum von 6000 Waggons. In den Fiumaner Hafenentrepots wurde 1889 ein Verkehr von 1,117,706 Meterzentner Waren vermittelt. Der Seeverkehr hat sich seit 1880 bedeutend gehoben. Es betrug in Millionen die

Einfuhr Ausfuhr Zusammen

Meterzentner Gulden Meterzentner Gulden Meterzentner Gulden

1880 0,677 7,8 2,189 19,3 2,866 27,1

1885 2,183 21,8 5,277 54,3 7,460 76,1

1889 2,285 26,2 5,807 62,3 8,092 88,5

Von diesem Verkehr, dessen Import und Export sich seit 1880 um 237 Proz., bez. 211,8 Proz. des Wertes gesteigert hat, entfallen in der Einfuhr und Ausfuhr 44,1 Proz., bez. 42,9 Proz. auf Schiffe österreichisch-ungarischer Flagge und 55,9 Proz., bez. 57,1 Proz. auf Schiffe fremder Flagge. Überdies beträgt der Landverkehr Fiumes in der Einfuhr 4,5 Mill. Meterzentner im Werte von 34,5 Mill. Gulden, in der Ausfuhr 1,5 Mill. Meterzentner im Werte von 27,5 Mill. Guld. In der Einfuhr sind vor allem Petroleum und Reis, die Hauptfaktoren der Fiumaner Exportindustrie, und sodann Kaffee zu nennen, wogegen in der Ausfuhr außer den bereits erwähnten Waren Holz, Weizenmehl, Weizen, Wein etc. die Hauptartikel bilden. Auf Anregung des ungarischen Handelsministeriums wurde kürzlich eine regelmäßige Schifffahrtslinie nach den süditalienischen Hafenplätzen und Malta und überdies seitens der ungarischen Staatsbahnen eine wöchentliche Dampferfahrt nach Ancona eröffnet, um einerseits den Handel Ungarns mit Italien zu fördern und anderseits dem bisher durch Triest vermittelten Verkehr einen direkten Weg dahin zu ermöglichen. Ferner wird in F. im Interesse des ungarischen Handels soeben eine Ausstellung des Budapester Ungarischen Handelsmuseums eingerichtet.

Fixsterne. Photographie und Spektralanalyse, besonders aber die Verbindung beider haben in den letzten Jahren wesentlich zur Förderung unsrer Kenntnis der Fixsternwelt beigetragen. Lichtbilder von Fixsternen, von Doppelsternen und Sternhaufen sind schon vor längerer Zeit hergestellt worden; indessen befriedigten weder die Aufnahmen, welche 1850 Bond in Cambridge (Massachusetts) nach dem Daguerreschen Verfahren erhielt, noch die spätern photographischen Bilder von Rutherfurd nach dem nassen Verfahren; erst unter Anwendung von Trockenplatten ist es im letzten Jahrzehnt gelungen, auch F. von geringer Helligkeit, die dem unbewaffneten Auge nicht mehr sichtbar sind, abzubilden. Die Photographie ist nämlich dem Auge gegenüber dadurch im Vorteil, daß die geringe Lichtintensität des Objekts kompensiert wird durch die längere Dauer der Belichtung. Dazu ist aber erforderlich, daß das Fernrohr während der ganzen Dauer auf denselben Punkt des Himmels gerichtet bleibt. Nun ist in den letzten Jahrzehnten der Bewegungsmechanismus der parallaktisch montierten Teleskope bedeutend verbessert worden; aber für eine mehrstündige Exposition bedarf es einer stetigen Kontrolle und Nachhilfe der Einstellung. Das Äquatorial, welches zu der Sternaufnahme dient, muß daher aus zwei parallelen Fernrohren bestehen, von denen das eine, an welchem die Kassette mit der lichtempfindlichen Platte angebracht wird, für die chemisch wirkenden, das andre aber für die optischen Strahlen achromatisiert ist. Dieses letztere dient zur Einstellung des photographischen Rohrs und ermöglicht, die Mitte der photographischen Platte während der ganzen Expositionsdauer beständig auf denselben Punkt gerichtet zu halten.

Gelungene Versuche, die Photographie zur Herstellung von Sternkarten zu benutzen, haben, wie es scheint, zuerst die Gebrüder Henry in Paris gemacht, als sie bei Vollendung des von Chacornac begonnenen ekliptischen Himmelsatlasses in das Gebiet der Milchstraße kamen. Ein Klischee einer Partie der Milchstraße, welches im Sommer 1885 der Pariser Akademie vorgelegt wurde, zeigte auf einer Erstreckung von 2° 15' in Rektaszension und 3° in Deklination an 5000 Sterne von der 6.-15. Größe. Die Platte war hier 3 Stunden lang belichtet worden, so lange mußte der Astronom beständig das Auge am Fernrohr halten. Ein etwas später mit demselben Instrument, einem photographischen Objektiv von 0,34 m Öffnung, aufgenommenes Bild der Plejadengruppe läßt 1421 Sterne bis herab zur 17. Größe erkennen. Diese Aufnahme ist besonders deshalb merkwürdig, weil sie an dem Stern Maja einen Nebel zeigte, der vorher (weil ihn das vom Stern geblendete Auge übersehen hatte) nicht beobachtet worden war, der aber nachher auch mit kräftigen Teleskopen erkannt wurde. Diese Erfolge regten den Gedanken der Herstellung einer photographischen Karte des ganzen Himmels an, und auf Einladung der Pariser Akademie trat im April 1887 in Paris ein von den hervorragendsten Astronomen aller Länder besuchter internationaler Kongreß zusammen zur Beratung von Maßregeln, welche zur Verwirklichung dieses Gedankens notwendig erschienen. Nach den Beschlüssen dieser Konferenz soll diese Karte alle Sterne bis herab zur 14. Größe enthalten. Außerdem aber sollen noch zum Zweck der Herstellung eines Sternkatalogs auf Grund photographischer Aufnahmen durch längere Exposition alle Sterne bis zur 11. Größe auf Platten photographiert werden, die behufs späterer Ausmessung mit einem feinen Netz rechtwinkelig sich schneidender Linien bedeckt sind. Welch enorme Arbeit nur allein die Herstellung der photographischen Bilder, ganz abgesehen von deren Ausmessung, erfordert, ergibt sich daraus, daß bei einer Ausdehnung des Gesichtsfeldes von 4 Quadratgrad mehr als 10,000 Platten für den ganzen Himmel nötig sind. Es ist aber für nötig erachtet worden, zwei Reihen Negative herzustellen, wobei die Anordnung so getroffen ist, daß ein Stern, der auf der einen Platte in der Ecke steht, auf einer andern in die Mitte kommt. Der photographische Sternkatalog wird gegen 3 Millionen F. von genau bestimmter Position enthalten, während die Anzahl der Sterne, deren Lage durch Messungen im Meridian ermittelt worden ist, nach Vollendung des großen, seit einem Vierteljahrhundert im Gange begriffenen Zonenunternehmens schwerlich mehr als 200,000 betragen wird. Mit der Leitung der Vorarbeiten zu diesem großen Unternehmen, welches nach seiner Vollendung spätern Generationen eine sichere Grundlage zu Forschungen über Veränderungen am Fixsternhimmel bieten wird, ist ein permanentes Komitee beauftragt, welches aus den Direktoren der Sternwarten, deren Beteiligung gesichert ist (20 bis Sommer 1890), und einer Anzahl