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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Foerster; Formosa; Fortis; Foster; Foucher de Careil; Fouquet; Fournier; Fourtou; Fox; Francia; Francis; Frank

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Formosa - Frank.

Formosa, Insel, s. China, S. 154 f.

Foerster, Wendelin, Philolog, geb. 10. Febr. 1844 zu Wildschütz bei Trautenau (Böhmen), studierte 1861-65 in Königgrätz Theologie, sodann 1865-67 klassische Philologie zu Wien (unter Bonitz und Vahlen), war 1868-74 Gymnasiallehrer in Brünn und Wien, lebte 1872-73 in Italien und Frankreich, habilitierte sich im Mai 1874 an der Wiener Universität für romanische Philologie, wurde im Oktober d. J. außerordentlicher, im Mai 1876 ordentlicher Professor an der Universität Prag und im Herbst d. J. an die Universität Bonn berufen, um dort der Nachfolger von Fr. Diez zu werden. F. beschäftigt sich vornehmlich mit textkritischen, lexikalischen und etymologischen Forschungen sowie mit sprachvergleichenden Studien im allgemeinen und besonders über die lebenden Mundarten Piemonts, der Waldenser und der Insel Sardinien. Die wichtigern Schriften und Textausgaben Foersters sind: »Quaestiones Horatianae I.« (Brünn 1869); »De lege Meinekiana« (1870); »De Rufi Festi breviario« (Wien 1872); »Rufi Festi breviarium« (erste kritische Ausgabe, das. 1874); »Richars li biaus« (das. 1874); »Li dialoge Gregoire lo pape, Moralia Hiob, Sermo de sapientia« (Halle 1876); »Aiol et Elie de Saint Gillé« (Heilbr. 1876-82, 2 Bde.); »Li Chevaliers as deus espees« (Halle 1878); »Las Mocedades del Cid de G. de Castro« (Bonn 1878); »Galloitalische Predigten des 12. Jahrhunderts« (das. 1879); »Girart de Rossillon« (nach Oxf. Can. 63, das. 1880); »De Venus la deesse d'Amors« (das. 1880); »Antica parafrasi lombarda del 'Neminem laedi nisi a se ipso' di San Giovanni Grisostomo« (Turin 1880); »Lyoner Ysopet und Anonymus Neveleti« (erste kritische Ausgabe, Heilbr. 1882); »Robert Garniers Tragödien« (das. 1882-83, 4 Bde.); »Das altfranzösische Rolandslied nach den Texten von Châteauroux, Venedig IV, Paris, Cambridge und Lyon, nebst den lothringischen Fragmenten« (das. 1883-86, 2 Bde.); »Christian von Troyes' sämtliche Werke« (bis jetzt Bd. 1-3, Halle 1884-90); »Li sermon saint Bernart, altfranzösische Übersetzung des 12. Jahrhunderts« (Erlang. 1885); »Rolandsmaterialien« (Heilbr. 1886); »Louis Meigrets Tretté de la Grammere françoeze« (das. 1888); »Über die Sprache der Waldenser« (in den »Göttinger Gelehrten Anzeigen«, 1888). In Verbindung mit F. Koschwitz veröffentlichte F. ein altfranzösisches Übungsbuch, darin seine Ausgabe der »Reichenauer Glossen« (Heilbr. 1884). Endlich hat F. außer zahlreichen Abhandlungen in verschiedenen Fachzeitschriften in den Sammlungen »Altfranzösische Bibliothek« (Heilbr. 1879-87, 11 Bde.) u. »Romanische Bibliothek« (Halle 1889 f., 3 Bde.) eine Reihe altfranzösischer und altprovençalischer Texte in kritischen Ausgaben teils selbst veröffentlicht, teils deren Veröffentlichung geleitet.

Fortis, Alessandro, ital. Politiker, geb. 1844 zu Forli, studierte Rechtswissenschaft in Pisa, trat dann in Garibaldis Freiwilligenkorps und nahm an dem Kampfe von Mentana 3. Nov. 1867 teil. In die Romagna zurückgekehrt, praktizierte er eine Zeitlang als Advokat in Bologna, bewarb sich 1874 und 1876 vergebens um ein Deputiertenmandat, wurde aber 1880 in die Kammer gewählt. Hier schloß sich F. der radikalen Partei an und wurde bald neben Bertani der einflußreichste Führer der äußersten Linken. Im Dezember 1888 nahm er zu allgemeinem Staunen von Crispi das Amt eines Unterstaatssekretärs im Ministerium des Innern an, legte dasselbe zwar im Juni 1890 nieder, hörte aber darum nicht auf, die Regierung zu unterstützen.

Foster, Birket, engl. Zeichner und Maler. Vgl. Huish, »Birket F., his life and work« (Lond. 1890).

Foucher de Careil, Louis Alexandre, Graf, franz. Diplomat und philosophischer Schriftsteller, starb 10. Jan. 1891 in Paris.

Fouquet, 1) Nicolas, franz. Finanzminister. Vgl. Lair, Nicolas F. (Par. 1890).

Fournier (spr. furnjeh), August, Historiker, geb. 19. Juni 1850 zu Wien, besuchte zuerst die Handelsakademie in Wien, studierte dann aber daselbst Geschichte, erwarb 1872 die philosophische Doktorwürde, ward 1874 Hilfsbeamter und 1878 Direktor des Archivs des Ministeriums des Innern, habilitierte sich 1875 als Dozent der Geschichte an der Universität Wien, ward 1880 außerordentlicher Professor daselbst und 1883 ordentlicher Professor an der deutschen Universität Prag. Er schrieb: »Abt Johann von Viktring und sein Liber certarum historiarum« (Berl. 1875); »Gentz und Cobenzl. Geschichte der österreichischen Diplomatie von 1801 bis 1805« (Wien 1880); »Historische Studien und Skizzen« (Leipz. u. Prag 1885); »Napoleon I. Eine Biographie« (das. 1886-89, 3 Bde.); »Handel und Verkehr in Ungarn und Polen um die Mitte des 18. Jahrhunderts« (Wien 1887); »Eine amtliche Handlungsreise nach Italien im Jahre 1754« (das. 1889) und mehrere Aufsätze in Zeitschriften.

Fourtou, Marie François Oscar Bardy de, franz. Politiker, war 1880-85 Mitglied des Senats und wurde 1889 zum Deputierten erwählt; er schloß sich der Rechten an.

Fox, 1) Georges, Stifter der Sekte der Quäker. Vgl. noch Ruffet, Georges F. et les origines du quakerisme (Genf 1886) und »George Fox' autobiography from his journal« (hrsg. von Henry Stanley Newman, Lond. 1886).

2) Charles James, engl. Staatsmann. Seine Biographie schrieb Wakeman (Lond. 1890).

Francia, 1) José, Diktator von Paraguay. Vgl. Bazan, El dictator F. (Madr. 1887).

Francis (spr. frannssis), Francis, engl. Schriftsteller, geb. 1822 zu Seaton (Devonshire), lebt in Twickenham bei London. Mehr als durch seine Romane (»Pickackifax«, 1853; »The real salt«; »Newton Dogvane«, 1859; »Sidney Bellew«, 1870) machte er sich durch seine Bemühungen um Hebung der Fischzucht verdient. Er ist Mitdirektor des Aquariums in Brighton und schrieb: »Fish-culture« (1873); »A book on angling« (6. Aufl. 1885); »By lake and river« (1874); »Practical management of fisheries« (1883); »Angling reminiscences« (1887) u. a. Auch in politischer Richtung ist er schriftstellerisch thätig gewesen.

Frank, Bernhard, Botaniker, geb. 17. Jan. 1839 zu Dresden, studierte Naturwissenschaft in Leipzig, ward 1865 Kustos des Herbariums der Universität Leipzig und habilitierte sich gleichzeitig daselbst als Privatdozent. 1878 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt, und 1881 folgte er einem Rufe als Professor der Pflanzenphysiologie an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin. Er schrieb: »Beiträge zur Pflanzenphysiologie« (Leipz. 1868); »Pflanzentabellen zur leichten, schnellen und sichern Bestimmung der höhern Gewächse« (5. Aufl., das. 1886); »Die Krankheiten der Pflanzen« (Bresl. 1880); »Über die auf Wurzelsymbiose beruhende Ernährung gewisser Bäume durch unterirdische Pilze« (Sitzungsberichte der deutschen Botanischen Gesellschaft, 1885); »Die jetzt herrschende Krankheit der Süßkirschen im Altenlande« (Berl. 1887); »Untersuchungen über die Ernährung der Pflanze mit Stickstoff und über den