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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Halluzination; Halophyten; Halphen; Halsbury; Halske; Hamerling; Hamilton; Hamma; Hammarstrand; Handarbeit; Handel

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Halluzination - Handel.

in die Lage a'b' gedreht worden, und mit ihnen haben sich die Stromlinien, die jetzt senkrecht zu a'b' verlaufen, um denselben Winkel gedreht. Diese Drehung erfolgt beim Golde entgegengesetzt der (in der Figur durch einen gefiederten Pfeil angedeuteten) Richtung der Ströme, durch welche sich nach Ampères Theorie der Magnetismus erklärt. In demselben Sinne wie beim Golde erfolgt die Drehung bei Silber, Platin, Nickel etc., im entgegengesetzten Sinne bei Eisen, Kobalt, Antimon etc. Die elektromotorische Kraft des Hallschen Stromes s ist proportional der Stärke des primären Stromes S und der Stärke des Magnetfeldes, umgekehrt proportional der Dicke der Metallplatte und endlich proportional einer für das betreffende Metall charakteristischen konstanten Größe, welche »Drehungsvermögen« genannt wird. Diese Größe wird als positiv bezeichnet, wenn die Drehung der Äquipotenziallinien im Sinne der Ampèreschen Ströme erfolgt, dagegen negativ bei den übrigen, zu welchen das Gold gehört. Bei einer Substanz mit positivem Drehungsvermögen gelangt man demnach von der Eintrittsstelle des primären Stromes S in die Platte zur Eintrittsstelle des Hallschen Stromes s durch eine Bewegung entgegengesetzt der Richtung der Ampèreschen Ströme des Magnets. Bei den meisten Metallen hat das Drehungsvermögen nur kleine Werte; sehr stark ist dasselbe bei Wismut (negativ), noch stärker bei Tellur (positiv). - Zunächst glaubt man aus dem Hallschen Phänomen schließen zu dürfen, daß der Magnetismus auf die Stromlinien, d. h. auf die in dem Leiter bewegte Elektrizität, in derselben Weise elektrodynamisch wirke wie auf einen durchströmten Leiter selbst. Es hat jedoch den Anschein, daß eine solche Wirkung nicht stattfinde, sondern daß das Hallsche Phänomen durch eigentümliche Veränderungen bedingt sei, welche der Magnetismus in den vom Strome durchflossenen Leitern hervorbringt, die sich insbesondere durch Änderung ihres galvanischen Leitungswiderstandes verraten (s. Righisches Phänomen).

Halluzination, s. Sinnestäuschungen. Über die psychische H. s. Vorstellung.

Halophyten, s. Salzpflanzen.

Halphen, Georges Henri, Mathematiker, geb. 30. Okt. 1844 zu Rouen, wurde im Collège Saint-Louis in Paris erzogen, trat 1862 in die Polytechnische Schule daselbst, 1866 als Leutnant in die Artillerie, nahm im deutsch-französischen Kriege in der Nordarmee unter Faidherbe an den Schlachten bei Pont Noyelles, Bapaume u. St.-Quentin teil, wurde zum Ritter der Ehrenlegion und nach dem Feldzug zum Hauptmann ernannt. 1872-86 lebte er in Paris, erst als Repetitor, dann als Examinator an der polytechnischen Schule, wurde 1886 zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften ernannt und trat in demselben Jahre als Oberstleutnant wieder in den aktiven Dienst. Er starb 21. Mai 1889 in Versailles. Halphens Arbeiten beziehen sich auf die neuere Algebra und Geometrie sowie die Theorie der Abelschen und elliptischen Funktionen; ein großer Teil davon ist in den »Comptes rendus« der Pariser Akademie (1869, Bd. 68 f.) veröffentlicht. Dreimal (1880, 1883 und 1885) wurde ihm von dieser Akademie ein Preis zuerkannt, und 1882 erhielt sein »Mémoire sur la classification des courbes gauches« von der Berliner Akademie den Steinerschen Preis. Außerdem veröffentlichte er: »Sur les invariants différentiels« (Par. 1878); »Traité des fonctions elliptiques et de leurs applications« (das. 1886-1888, Bd. 1 u. 2), dessen Vollendung sein Tod verhinderte. Vgl. Picard, Sur la vie et les travaux de H. (in den »Comptes rendus«, Teil 110, S. 489).

Halsbury, Hardinge Stanley Giffard, Baron, brit. Staatsmann, geb. 1826, studierte in Oxford, wurde 1850 Rechtsanwalt in London und 1865 zum königlichen Justizrat (Queen's Counsel) ernannt. Von November 1875 bis April 1880 war er unter Lord Beaconsfield Solicitor-General, konnte aber erst 1877 nach verschiedenen vergeblichen Versuchen ein Mandat zum Unterhaus erhalten, wo er der konservativen Partei beitrat. Einer der ersten Rechtsanwalte Londons, wurde er 1885 bei der Bildung von Salisburys erstem Ministerium als Lord H. zur Peerswürde erhoben und zum Lordkanzler ernannt; das gleiche Amt bekleidet er seit August 1886 auch in der gegenwärtigen Regierung.

Halske, Johann Georg, Industrieller, starb 11. März 1890 in Berlin.

Hamerling, Robert, Dichter. Aus seinem Nachlaß erschien das philosophische Werk »Die Atomistik des Willens, Beiträge zur Kritik der modernen Erkenntnis« (Hamb. 1890). Seine Biographie schrieb A. Polzer (Hamb. 1890).

Hamilton, 11) Sir William Rowan, Mathematiker. Von der Biographie von Graves erschien noch ein dritter Band (1889).

Hamilton, Graf Henning Louis Hugo, schwed. Minister, geb. 1814, ward 1859 Unterrichtsminister, 1861 Gesandter in Kopenhagen, zog sich 1879 in den Ruhestand zurück und ward von der Universität Lund zum Ehrendoktor ernannt; schrieb: »Afhandling om krigsmaktens och krigskonstens tillstand i Sverige under Konung Gustaf II Adolfs regering« (1846); »Kriget i Tyskland år 1866« (1869); »Några betraktelser i anledning af kriget mellan Frankrike och Tyskland 1870« (1871); »Frankrike och Tyskland ären 1866-74« (1877) u. a.

Hamma, Benjamin, Männergesangskomponist, geb. 10. Okt. 1831 zu Fridingen, empfing seinen ersten Musikunterricht durch Lindpaintner in Stuttgart, bildete sich weiterhin aus in Paris und Rom, wirkte längere Zeit zu Königsberg i. Pr. und lebt jetzt in Stuttgart als Direktor einer Musikschule. H. komponierte viele Männerchöre, Lieder für gemischten Chor und für eine Stimme, Klavierstücke, auch eine Oper: »Zarrisco«.

Hammarstrand, Sven Fromhold, schwed. Historiker, geb. 1821, Professor an der Universität zu Upsala, gest. 25. Jan. 1889 daselbst; schrieb: »Historisk öfversigt af forhändlingarna mellan Konung Gustaf II Adolf af Sverige och Kurfursten Fredrik V af Pfalz ären 1618-20« (1855); »Försök till en historisk framställning af förhandlingarna om Sveriges deltagande i trettioåriga kriget« (1855 bis 1858); »Bidrag till historien om Konung Gustaf II Adolfs deltagande i trettioåriunder Konung«; »Medeltidens historia«; »Romerska rikets författninghistoria från Augustus till vestromerska rikets fall« (1882) u. a.

Handarbeit für Knaben, s. Arbeitsschulen.

Handel, vor- und frühgeschichtlicher. Schon während der ältern Steinzeit haben die Bewohner verschiedener Länder miteinander Handelsbeziehungen unterhalten, wobei das zur Herstellung der Steingeräte dienende Material sowie gewisse als Schmuck beliebte Gegenstände (Muscheln, Bergkristall, Korallen etc.) das Handels-, bez. Tauschobjekt bildeten. Die in den Pfahlbauten der Schweiz aufgefundene rote Koralle des Mittelmeers und die daselbst nachgewiesenen Reste der Silene cretica (eines heutzu-^[folgende Seite]