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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Jonas; Jonson; Jordan; Jörgensen; Jorissen; Joseph II.; Josias; Jugendspiele

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Jonas - Jugendspiele.

»Bericht über die Irrenabteilung des Juliusspitals« (Würzb. 1873); »Hysterie und Hypochondrie« (in Ziemssens »Handbuch«); »Über den elektrischen Leitungswiderstand des menschlichen Körpers« (Straßburg 1884); »Vorgeschichte und gegenwärtige Einrichtung der psychiatrischen Klinik in Straßburg« (das. 1887).

Jonas, Friedrich, Schulmann und Schriftsteller, geb. 24. Juni 1845 zu Berlin, studierte, daselbst vorgebildet, 1866-70 in Zürich und Berlin, wo er den Doktorgrad erwarb, wurde 1875 dort am Gymnasium zum Grauen Kloster angestellt und trat 1882 als Schulinspektor bei der hauptstädtischen Schulverwaltung ein. Von seinen Veröffentlichungen sind hervorzuheben: »Litterarische Korrespondenz des Pädagogen F. E. v. Rochow mit seinen Freunden« (Berl. 1884); »W. v. Humboldts Ansichten über Ästhetik und Litteratur, seine Briefe an Christ. Gottfr. Körner« (das. 1880); »Christ. Gottfr. Körner, biographische Nachrichten« (das. 1881); »Friedr. Eberh. v. Rochow«, Rede (das. 1884). J. gibt eine Sammlung älterer Volksschriften (Berl., seit 1884, bisher 9 Bdchn.) neu heraus sowie in verschiedenen Abstufungen und Auflagen mit Bellermann, Imelmann und Suphan ein »Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten« (das., seit 1882). Gegenwärtig bereitet er eine kritische Ausgabe sämtlicher Briefe Schillers vor.

Jonson, Ben, engl. Dramatiker. Vgl. Swinburne, A study of Ben J. (Lond. 1889).

Jordan, 5) Wilhelm, Dichter. Sein Leben beschrieb K. Schiffner (Frankf. a. M. 1889).

Jörgensen, Adolf Ditlef, dän. Historiker, geb. 11. Juni 1840 zu Gravenstein, war Gymnasiallehrer in Flensburg, ging 1864 nach Kopenhagen, erhielt 1869 daselbst eine Anstellung am Reichsarchiv und wurde 1883 zum Direktor desselben ernannt. Er schrieb: »Bidrag til Nordens Historie i Middelalderen« (1871); »Den nordiske Kirkes Grundlaeggelse og förste Udvikling« (1874-78, 2 Tle.); »40 Fortällinger af Fädrelandets Historie« (2. Aufl. 1886); »Udsigt over de danske Rigsarchivers Historie« (1884); ferner die Biographien: »Georg Zoega« (1881), »Niels Stensen« (1884) und »Johannes Ewald« (1888) u. a.

Jorissen, Theodor, niederländ. Historiker, starb 4. April 1889. Von ihm erschien noch: »Historische bladen« (Haarl. 1889) und »Historische studien« (das. 1889).

Joseph II., römisch-deutscher Kaiser. Ihm zu Ehren erhielt 1888 das österreichische Ulanenregiment Nr. 6 seinen Namen.

Josias, Friedrich, Herzog zu Sachsen, österreichischer Feldmarschall. Ihm zu Ehren erhielt 1888 das österreichische Infanterieregiment Nr. 57 seinen Namen.

Jugendspiele. Die durch den Erlaß des preußischen Kultusministers v. Goßler vom 27. Okt. 1882 (vgl. Spiel, Bd. 15) hervorgerufene Bewegung hat immer festere Formen und nachhaltigere Kraft gewonnen. Namentlich im Gebiet des höhern Unterrichtswesens, und hier wieder besonders in einigen größern Städten, ist der Versuch mit Glück angestellt worden, die J. zu einem einflußreichen, ebenbürtigen Faktor in der Bildung der männlichen Jugend zu erheben, so in Berlin, Braunschweig und Görlitz. Namentlich in Görlitz, wo ein regsamer »Verein für Knabenhandarbeit und J.« unter Leitung des Abgeordneten v. Schenckendorff und des Gymnasialdirektors Eitner die Pflege der J. in die Hand genommen, sind diese zu hoher Blüte gediehen. Eitner schreibt darüber in Dammers »Handwörterbuch der öffentlichen und privaten Gesundheitspflege« (Stuttg. 1890): »Wenn mit der fortschreitenden geistigen Entwickelung nicht leibliches Gedeihen Hand in Hand geht, wird die Schule bald inne werden, daß sie sich vergeblich um die Erreichung ihrer letzten Ziele abmüht. Daher wurde das Turnen unter die Zahl der Pflichtstunden jeder öffentlichen Schulanstalt aufgenommen. Allein die davon erwarteten Erfolge traten nicht ein, erstens, weil die beiden wöchentlichen Stunden, welche den gymnastischen Übungen eingeräumt wurden, bei weitem nicht genügten, und zweitens, weil es ein Gegenstand des Unterrichts war, bei welchem wie bei allen übrigen Lehrstunden straffe Disziplin gehalten werden mußte, so daß der Eigenart des einzelnen nicht in genügendem Maße Rechnung getragen werden konnte. Das frische, fröhliche und ungebundene Tummeln der Jugend, bei welchem die individuelle Selbstthätigkeit sich uneingeschränkt von den hemmenden Fesseln der Schulzucht geltend zu machen genügenden Raum fand, konnte nur durch das Spiel gewährt werden. So sprach der berühmte Erlaß des preußischen Unterrichtsministers v. Goßler vom 27. Okt. 1882 das befreiende Wort aus, welches die Anregung zur Wiederbelebung der J. gab.« In diesem Erlaß sagt der Minister: »Schwerlich gibt es ein Mittel, welches wie das Spiel so sehr im stande ist, die geistige Ermüdung zu beheben, Leib und Seele zu erfrischen und zu neuer Arbeit fähig und freudig zu machen. Es bewahrt vor unnatürlicher Frühreife und blasiertem Wesen, und wo diese beklagenswerten Erscheinungen bereits Platz gegriffen, arbeitet es mit Erfolg an der Besserung eines ungesund gewordenen Jugendlebens. Das Spiel wahrt der Jugend über das Jugendalter hinaus Unbefangenheit und Frohsinn, die ihr so wohl anstehen, lehrt und übt den Gemeinsinn, weckt und stärkt die Freude am thatkräftigen Leben und die volle Hingabe an gemeinsam gestellte Aufgaben und Ziele.« Nach Eitners Bericht haben diese weitgehenden Erwartungen in Görlitz sich erfreulich erfüllt. Mehr als 77 Proz. der Schüler des Gymnasiums, und zwar aller Klassenstufen, beteiligen sich freiwillig an den zweimal in der Woche stattfindenden Jugendspielen, und der Einfluß dieser Übungen auf die Gesundheit und ganze Haltung der Jugend ist unverkennbar. Unter den Bewegungsspielen, um die es der Hauptsache nach sich nur handeln kann, nehmen auf dem Görlitzer Spielplatz die Ballspiele den ersten Rang ein, weil sie geistige und körperliche Kraft am allseitigsten in Anspruch nehmen. Stehball, Radball, Königsball, Sauball, Turmball, Schlagball, Freiball, Schleuder- und Grenzball werden mit Vorliebe gepflegt und geübt. Auch der englische Thorball (Cricket) und der Fußball sind zugelassen, dürfen aber nicht in unjugendlichen Wettbetrieb ausarten. Ganz besonders wird das zierliche, feine, gewandte Bewegungen und sicheres Augenmaß erfordernde englische Parkwiesen- oder Netzballspiel (s. Tennis), das Tamburinspiel und nach andern stürmischen und aufregenden Spielen das ruhige Boccia- und Crocketspiel empfohlen. Daneben kommen die alten deutschen Spiele (Fang schon; Schwarzer Mann; Katze und Maus; Jakob, wo bist du; Gutenmorgen, Herr Fischer; Urbär; Fuchs zum Loche; Foppen und Fangen; Schlaglaufen; Jägerspiel; Räuber und Gendarmen etc.) zu ihrem Rechte. Für erwachsene junge Leute bewähren sich zumeist: Barlauf, Diskus- und Gerwurf, Bogenschießen. Selbst-^[folgende Seite]