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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Justizstatistik

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Jupiter - Justizstatistik.

hier und da als lange Lichtstreifen in die roten Streifen eintretend. An einzelnen Stellen reichten die Wolken von dem einen bis zum andern Rande und unterbrachen das mittlere Band, wobei aber an den betreffenden Stellen meist nur eine Schwächung der Farbe des mittlern Teiles eintrat. Bisweilen bemerkte man auch einen fast regelmäßigen Wechsel heller und dunkler schattierter Felder in dem Äquatorgürtel, und manchmal bedeckte eine rötliche Färbung einen Teil dieses Gürtels in seiner ganzen Breite. Die bemerkenswerteste Erscheinung aber in dieser Region waren die Lichtfäden, welche von beiden Seiten des Äquatorgürtels in die benachbarten roten Streifen hineinreichten. In der Nähe des Äquatorgürtels waren dieselben weiß und scharf begrenzt, weiterhin wurden sie rötlicher und verwaschener, bis sie sich in der allgemeinen Farbe des Hintergrundes verloren. Unter günstigen Umständen erkannte man, daß sie nahe am Äquatorgürtel aus unregelmäßigen, rundlichen oder gefiederten Wolken bestanden, welche weiterhin lichtschwächer wurden. Bei größerer Länge waren sie stets nach dem nachfolgenden Rande der Jupiterscheibe gerichtet; es schienen also vor der Äquatorialzone nach außen ziehende Wolkenmassen zu sein, die allmählich hinter dem voreilenden Strome der Äquatorialzone zurückblieben. In der That ließ sich in einzelnen Fällen durch Beobachtung erhöhter Punkte oder Knoten auf den Fäden eine solche Bewegung nachweisen. Die Austrittsstellen der Fäden im Äquatorgürtel zeigten eine etwas größere als die durchschnittliche Helligkeit und fast stets einen eigentümlich fahlen, olivengrünen Ton, der anderweit nicht bemerkt wurde. In einzelnen Fällen wurden zwei, aber niemals mehr parallele Fäden gesehen. In einem Teile des Äquatorgürtels schienen die Veränderungen besonders rasch vor sich zu gehen; auch wurden dort einige der gewöhnlichen Richtung entgegengesetzt verlaufende Fäden bemerkt. Von den beiden roten Streifen zeigte der nördliche die rote Farbe am entschiedensten, der südliche war mehr purpurn. Sie machten den Eindruck eines passiven Mediums, in welchem die Bildung der Fäden und andrer Formen vor sich geht. Die dunkeln Flecke, welche in diesen Streifen häufig vorkommen, fanden sich fast stets in dem Raume zwischen zwei Fäden, da, wo der eine eine scharfe Biegung machte; sie waren übrigens nie rund, sondern unregelmäßig oder gezackt. Sie hatten dieselbe Farbe wie die Streifen, nur in etwas tieferer Nüance. Nach außen war der südliche Streifen schärfer begrenzt als der nördliche, dessen Grenze gewöhnlich mit roten Trümmern umsäumt war. Der klarste und, mit Ausnahme der dunkeln Flecke, am dunkelsten gefärbte Teil des roten Streifens war die große Bucht hinter dem roten Flecke. Die Farbe des letztern war ein mattes Rosa, in der Mitte etwas heller. Nach Messungen von Bernard, die eine Länge von 29,800 km ergaben, war er 1889 merklich kürzer als 1880. Seine Form war ziemlich regelmäßig elliptisch; er war umsäumt von hellen weißen Wolken, die nur am südlichen vorangehenden Ende unterbrochen waren, so daß der rote Fleck mit dem dort endenden, aber durch seine Farbe scharf unterschiedenen grauen Gürtel zusammenzuhängen schien. Jenseit der beiden roten Streifen war die Oberfläche weiß und grau gestreift. Auf der Südhalbkugel grenzte vor dem roten Flecke der erste helle Streifen unmittelbar an den südlichen roten Streifen und endete am roten Flecke, während sein vorangehendes Ende sich quer über den südlichen roten Streifen zog und durch ein feines Netzwerk in übrigens nicht näher aufgeklärter Weise mit dem Äquatorgürtel zusammenhing. Die rote Färbung des südlichen Streifens konnte weit in den Raum hinein verfolgt werden, der ihn von dem nächsten weißen Gürtel im S. trennte, doch ging die Färbung am hintern Ende allmählich in Grau über. Hinter dem roten Flecke gingen die beiden weißen Streifen in einen breiten grauen Gürtel über, auf dem zahlreiche weiße Punkte glänzten, von denen die kleinern rund und wie helle Knoten auf den verschwundenen Enden der beiden Streifen erschienen. Etwa 150 Längengrade hinter dem roten Flecke traten zwei ovale weiße Flecke auf mit symmetrisch um sie gruppierten kleinern runden Flecken, und noch 70° weiter stand ein großer ovaler Fleck mit einem kleinern an jedem Ende. Diese Gebilde blieben während der ganzen Beobachtungsreihe erhalten. Der letzten Gruppe folgten noch ein oder zwei einzelne Flecke, der graue Gürtel verlief dann in die dem roten Flecke vorangehenden Streifungen. Mehrmals wurde auch ein isolierter weißer Fleck in höhern südlichen Breiten bemerkt. Diese hellen Flecke schienen einen abstoßenden Einfluß auf die weißen Streifen der Nachbarschaft zu äußern; bei sehr scharfen Bildern konnte man sehen, wie sich dieselben über sie hinwegwölbten. Viel weniger Einzelheiten als die südliche Halbkugel zeigte die nördliche. Dieselbe war bedeckt mit abwechselnd hellen und dunkeln Streifen, welch letztere wie Trennungsspalten in den weißen Wolkenmassen aussahen; doch ist es nicht gerechtfertigt, sie in einer geringern Höhe als die weißen Streifen anzunehmen, da sie bei senkrechter Beleuchtung nicht als Schatten aufzufassen sind. Auch hier ließ sich die rötliche Färbung noch an den ersten dunkeln Streifen wahrnehmen. Übrigens trat die wolkenartige Natur der Jupitersoberfläche am auffallendsten in den dunkeln und hellen Streifen der Nordhemisphäre hervor, und Keeler macht darauf aufmerksam, daß man ein überraschend ähnliches Bild in dem Wolkenmeer sieht, welches zuweilen durch das Thal westlich von dem die Lick-Sternwarte tragenden Mount Hamilton eindringt und bei hellem Himmel und vollem Sonnenschein weit unterhalb der Höhe der Sternwarte schwebt. Helle Flecke, wie auf der Südhemisphäre, wurden nördlich vom Äquator nicht bemerkt, wohl aber erblickte man in kleinern Instrumenten dunklere Flecke von bestimmter Form, die indessen im 36zölligen Refraktor sich als dunklere Wolkenmassen in den Räumen zwischen den hellen Streifen erwiesen. Auf der Oberfläche des J. gehen nicht bloß beständige Veränderungen der feinern Einzelheiten vor sich, sondern auch ihr Gesamtcharakter scheint sich in den letzten Jahren erheblich verändert zu haben. Die Entscheidung darüber, ob diese Änderungen periodischer Natur sind, dürften aber wesentlich abhängen von der weitern Ausbildung der Photographie in ihrer Anwendung auf Himmelskörper, weil bei Zeichnungen am Fernrohr der persönlichen Auffassung des Beobachters ein zu großer Spielraum gewährt ist.

Justizstatistik. Die J. als Massenbeobachtung auf dem Gesamtgebiet der Rechtspflege ist ein wichtiger und umfangreicher Teil der Verwaltungs- und Administrationsstatistik und zerfällt in zwei Gebiete: in die Statistik der Zivilrechtspflege und jene der Strafrechtspflege, einschließlich des Gefängniswesens. Die Ausbildung dieser Gebiete ist eine höchst verschiedene, ebenso auch ihre methodische Bedeutung für die Sozialwissenschaften.

Die Statistik der Zivilrechtspflege befindet sich noch vollkommen im sogen. administrativen Stadium, d. h. sie wird von den richterlichen Organen und aus-^[folgende Seite]