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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kreyenberg; Krieghammer; Kriegsbeamte

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Kreyenberg - Kriegsbeamte.

gebirge, im Siebengebirge, auf dem Hundsrück und der Eifel. Im Königreich Bayern findet sich die K. auf dem ganzen Hochgebirge, auf den Algäuer, den Bayrischen und Salzburger Alpen. Im Gebiet der schwäbisch-bayrischen Hochebene kommt sie ebenfalls und zum Teil in sehr großer Zahl vor; sie ist ferner bekannt vom Bayrischen Wald, Oberpfälzer Gebirge, Frankenwald und südwestlichen Teile des Fränkischen Jura, Bayrischen Jura und vor allen vom Fichtelgebirge; auf dem mittelfränkischen Plateau fehlt die K., während sie in dem östlich der Rednitz-Regnitz gelegenen Walde in großer Menge vorkommt. Völlig fehlt die K. in der Rheinpfalz. Im Königreich Sachsen ist sie so ziemlich durchgängig verbreitet, und an vielen Punkten findet sie sich in großer Anzahl; sie ist im ganzen in Sachsen mehr ein Gebirgstier, in der Ebene bevorzugt sie Moor- und Heidegegenden. Das Königreich Württemberg beherbergt die K. im Schwarzwald, auf dem Schwäbischen Jura und auf einigen von demselben abgesonderten Bergkegeln, wie Teck und Hohenzollern. In Oberschwaben und Algäu findet sich die K. häufig, besonders in den sumpfigen Rieden und Mooren. Im Neckarkreis kommt sie nur an wenigen Punkten und selten vor, am mittlern und untern Laufe des Kochers, der Jagst und der Tauber gar nicht. Im Großherzogtum Baden ist die K. vornehmlich auf den Schwarzwald beschränkt; nördlich von Rastatt-Pforzheim fehlt sie aller Wahrscheinlichkeit nach; der ganze Odenwald ist frei von ihr, und sie ist mit Sicherheit nirgends in der Rheinebene von Basel bis Mannheim nachgewiesen, mit Ausnahme des Kaiserstuhls, wo sie sehr selten ist. In den beiden Mecklenburg findet sich die K. sehr häufig. Vereinzelt, aber durch das ganze Gebiet kommt die Schlange vor in Sachsen-Weimar-Eisenach, Oldenburg, Braunschweig, Sachsen-Meiningen; überall und zum Teil sehr häufig findet sich die Schlange in Sachsen-Altenburg; sie fehlt in Koburg, ist dagegen zum Teil sogar häufig in Gotha; die kleinern mitteldeutschen Staaten schließen sich, ihrer Bodengestaltung entsprechend, den umliegenden Ländern an. In den Reichslanden ist die K. besonders häufig in der Umgegend von Metz, wo sich auch die Vipera aspis findet, fehlt aber völlig im Elsaß. Vgl. Blum, Die K. und ihre Verbreitung in Deutschland (Frankf. a. M. 1888); Francke, Die K., Naturgeschichte und Fang, mit Berücksichtigung der Bißwundenbehandlung (Dresd. 1889).

Kreyenberg, Gotthold, Schulmann und pädagog. Schriftsteller, geb. 2. Mai 1837 zu Kottbus (Niederlausitz), studierte von 1857 an in Jena und Heidelberg, unternahm dann bis 1863 längere Reisen ins Ausland und war nach Erlangung des Doktorgrades nacheinander als Lehrer beim Realgymnasium zu St. Johannis in Danzig, an der höhern Töchterschule und dem Lehrerinnenseminar zu Graudenz, als Oberlehrer an der höhern Mädchenschule zu Barmen thätig und ist seit 1870 Direktor der städtischen höhern Mädchenschule zu Iserlohn. An dem Aufschwung des höhern Mädchenschulwesens in Deutschland seit 1872 hat K. wesentlichen Anteil. Zu der ersten Versammlung der Lehrer und Lehrerinnen an deutschen höhern Mädchenschulen in Weimar (1872) gab er den Anstoß; 1873 berief ihn der Minister Falk in die Kommission zur Beratung über das höhere Mädchenschulwesen; K. war besonders auch bei Begründung der Pensions- und Altersversorgungskassen für Lehrerinnen (Berlin, Dresden) thätig. Er schrieb außer zahlreichen Aufsätzen in Fachzeitschriften des In- u. Auslandes: »Mädchenerziehung u. Frauenleben« (Berl. 1872); »Die höhere Töchterschule« (Leipz. 1874); »Sorge für Lehrerinnen und Erzieherinnen« (Thorn 1875); »Lehrplan der höhern Mädchenschule« (Iserl. 1878); »Handfertigkeit und Schule« (Frankf. a. M. 1883); »Gotthilf Salzmann u. der Philanthropinismus« (das. 1884); »Die deutsche höhere Mädchenschule« (das. 1887); »Ernst der Fromme« (das. 1890).

Krieghammer, Edmund, Edler von, österreich. General, geb. 4. Juni 1832 zu Landshut (Mähren), absolvierte die Neustädter Militärakademie und wurde 1849 Leutnant im 5. Kürassierregiment, 1854 Oberleutnant, 1859 Rittmeister. Die Feldzüge 1859 in Italien machte er als Ordonnanzoffizier beim 9. Korps und 1866 gegen Preußen als Eskadronskommandant mit Auszeichnung mit. 1869 wurde er Major und Flügeladjutant des Kaisers, 1872 Oberstleutnant im 1. Dragonerregiment, 1874 Oberst und Kommandant des 10. Dragonerregiments, welches er 1877 mit dem Kommando des 3. Dragonerregiments vertauschte, 1879 Kommandant der 13. Kavalleriebrigade, im selben Jahr Generalmajor und Kommandant der 14., 1881 der 3. Kavalleriebrigade, 1884 Feldmarschallleutnant, 1886 Kommandant der Kavallerietruppen-Division in Lemberg, Ende 1888 der 6. Infanterietruppen-Division. 1889 erfolgte seine Ernennung zum Kommandanten des 1. Korps und kommandierenden General in Krakau. K. ist seit Ende 1889 Inhaber des 100. Infanterieregiments.

Kriegsbeamte (Feldbeamte), Militärbeamte, welche bei eintretender Mobilmachung zur Besetzung von Beamtenstellen bei neuformierten Truppenteilen aus reserve- oder landwehrpflichtigen Mannschaften ernannt werden und bei der Demobilmachung in ihr früheres Verhältnis zurückkehren. Feldzahlmeister, Feldlazarett- und Feldmagazinbeamte werden aus Unteroffizieren, Gefreiten oder auch Gemeinen aller Truppengattungen ernannt, welche im Frieden eine besondere Ausbildung für ihre Feldstelle erhalten haben. Feldzahlmeister: 1 Jahr tadellos gediente Mannschaften von hinreichender Bildung (jedoch nicht Einjährig-Freiwillige) können im Zahlmeisterbüreau im Kassen- und Rechnungswesen bis zu ihrer Entlassung beschäftigt werden; nach einer bei der Intendantur bestandenen Prüfung werden sie als Reserve-Zahlmeisteraspiranten entlassen. Sie müssen dann während ihrer Reservezeit zweimal 8 Wochen und im Landwehrverhältnis zweimal 14 Tage bei Truppenübungen als Zahlmeister Dienst leisten. Feldlazarett- und Magazinbeamte: Mannschaften des Beurlaubten- und Reserveverhältnisses von entsprechender Bildung und Berufskenntnissen (Kaufleute, Beamte, Landwirte, Mühlenbesitzer etc.) können sich bei dem Bezirksfeldwebel ihres Meldebezirks für den Feldlazarett- und Feldmagazindienst melden. Sie müssen sich zu mehreren sechswöchentlichen Übungen in den bezüglichen Verwaltungszweigen verpflichten, werden zunächst zu einer sechswöchentlichen Ausbildung nach einem größern Lazarett oder Proviantamt einberufen und nach bestandener Prüfung für eine entsprechende Feldstelle in Aussicht genommen. Seit dem Jahre 1888 werden diese Feldstellenanwärter bei eintretender Mobilmachung nicht mehr, wie früher, wirkliche Beamte der Militärverwaltung, sondern sie bleiben dem Unteroffizierstand angehörig, werden zur Wahrnehmung der betreffenden Feldbeamtenstelle kommandiert, tragen die chargenmäßige Unteroffizieruniform mit besondern, für die betreffende Feldstelle vorgeschriebenen Abzeichen. Sie erhalten für die Dauer ihres mobilen Verhältnisses ihre chargenmäßige Löhnung und Feldstellenzulage. Feldapotheker, Feldgeistliche ge-^[folgende Seite]