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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kriminalität

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Kriminalität (soziale Ursachen).

^[Abb.: Kriminalitätskurven für Frankreich 1831-80.]

^[Abb.: Kriminalitätskurven für Preußen 1854-78.]

Auch im Deutschen Reiche ist dieselbe Tendenz ersichtlich, denn der Prozentsatz jener Delikte, welche von mehreren Personen begangen wurden, betrug:

1884: 9,3, 1885: 8,1, 1886: 7,6, 1887: 7,7.

4) Die Zahl der von Einer Person begangenen Delikte ist in Zunahme begriffen, womit die Zunahme der Rückfälligkeit in Verbindung steht. Was die Rückfälligen anbelangt, sei folgendes bemerkt: Preußen: Die sechsmal und öfter verurteilten Gefangenen vermehrten sich 1869-84 von 900 auf 2412. Frankreich: 1851-80 stiegen die verurteilten Rückfälligen im Verhältnis zu den Angeklagten bei den Geschwornengerichten von 33 auf 48 Proz. In Italien stiegen die Rückfälligen in Bagnos und Case di pena 1870-79 von 695 auf 2545, resp. von 2977 auf 3959 u. s. f.

5) Der Anteil der Frauen an der K. mindert sich eher; er fiel z. B. im Deutschen Reiche 1882-86 von 25 Proz. auf 23 Proz. oder in Frankreich bei den Verbrechen:

1826-30 1856-60 1876-80

Männer 81 Proz. 82 Proz. 84 Proz.

Frauen 19 Proz. 18 Proz. 16 Proz.

Diese Erscheinung steht im ursachlichen Zusammenhang mit der relativen Abnahme der gewaltsamen und schweren Delikte.

6) Die Beteiligung der jugendlichen Klasse bietet mehrere ethisch ungünstige Symptome, obzwar die relative Beteiligung dieser Klassen (9 Proz.) nicht ansteigt, wohl aber die absolute. Die K. der Jugendlichen nimmt nämlich zunächst vom frühsten Alter (12 Jahren) bis zur Zeit der Wehrpflicht ab; so