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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Leimbach; Leiningen; Leipzig; Leitner; Lembcke; Lenk von Wolfsberg

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Leimbach - Lenk von Wolfsberg.

tionssaal, Räume zur Aufstellung medizinischer Präparate u. ein chemisches Laboratorium enthalten. Ein Hörsaal nebst Arbeitszimmern und Bibliothek, auch Zimmer für richterliche Beamte und Zeugen sowie eine Zelle für die Angeschuldigten können hinzutreten.

Ein Leichenschauhaus einfacherer Art besitzt seit etwa 1855 Paris in seiner Morgue auf der Seineinsel der Cité. Es enthält nur die notwendigsten Räumlichkeiten, kann 14 Leichen aufnehmen und entspricht damit schon lange nicht mehr dem Bedürfnis der Weltstadt. Umfangreicher ist die 1884-85 errichtete Berliner Anlage, welche unsre Abbildungen darstellen. Sie befindet sich am Neuen Thore, ist für die öffentliche Ausstellung von 14 unbekannten Toten und überdies für die Aufbewahrung von 39 Leichen bekannter Personen eingerichtet und mit einer gerichtlich-medizinischen Abteilung der erweiterten Art ausgestattet.

^[Abb.: Fig. 2. Leichenschauhaus in Berlin. Schnitt durch die Mitte: a Schiebebühne zum Reinigen der Glaswände, b Rücklaufrohr, c Zuleitungsrohr der Kühlleitung, d Drahtnetz.]

Leimbach, Karl Ludwig, Theolog und Schulmann, geb. 18. Mai 1844 zu Treysa (Kurhessen), studierte 1862-66 in Marburg Theologie und Philologie, schlug zunächst die geistliche Laufbahn ein, war darauf seit 1873 als Lehrer in Schmalkalden, Hannover (Realgymnasium) und Bonn (Gymnasium) thätig, bis er im Herbst 1876 zum Direktor der Realschule 1. Ordnung in Goslar ernannt wurde. Neben dieser Anstalt entwickelte L. in Goslar ein Humangymnasium (1883), mit dem 1886 ein Erziehungshaus vom Kloster Lokkum und 1890 ein Seminar für höhere Lehranstalten verbunden ward. Von 1881 bis 1888 war L. Präsident des deutschen evangelischen Schulkongresses und redigierte 1882-88 den von seinem Vater, einem hessischen Volksschullehrer, 1863 begründeten »Christlichen Schulboten«, mit dem er das Unterhaltungsblatt »Unser Feierabend« verband. Außer zahlreichen Aufsätzen in diesen und andern Zeitschriften, Sammelwerken etc. gab er heraus: »Über Commodians Carmen apologeticum« (Gotha 1871); »Beiträge zur Abendmahlslehre Tertullians« (das. 1874); »Das Papiasfragment« (das. 1875); »Erklärung des kleinen Katechismus Luthers« (10. Aufl., Schmalk. 1880); »Ausgewählte deutsche Dichtungen erläutert« (3. Aufl., Kassel 1883, 4 Bde.); »Hilfsbuch des evangelischen Religionsunterrichts an höhern Lehranstalten« (Hannov. 1881-83, 3 Tle.); »Leitfaden für den evangelischen Religionsunterricht« (das. 1885); »Poetik für Schule und Haus« (Bremen 1886); »Schulreden« (Goslar 1886); »Neue Schulreden« (das. 1890); »Evangelische Andachten für Schule und Haus« (mit Hesse, Kass. 1887); »Emanuel Geibel«, Biographie (Wolfenb. 1877); »Die Lorelei-Dichtungen«, Vortrag (das. 1879); »Deutsche Dichter der Neuzeit und Gegenwart« (Kass. 1884-90, Bd. 1-4) u. a.

Leiningen, deutsches Grafengeschlecht. Vgl. Brinckmeier, Genealogische Geschichte des Hauses L. (Braunsch. 1890).

Leipzig. Am 1. Jan. 1891 erfolgte die Einverleibung von weitern sechs Vororten (Lindenau, Plagwitz, Schleußig, Kleinzschocher, Konnewitz und Lößnig); die Einwohnerzahl von L. stieg damit auf (1891) 353,272 (mit Neusellerhausen: 355,485) Seelen.

Leitner, 1) Karl Gottfried, Ritter von, Dichter, starb 28. Juni 1890 in Graz.

Lembcke, Christian Ludwig Eduard, dän. Schriftsteller, geb. 1815 zu Kopenhagen, studierte Theologie, Philologie und wirkte seit 1850 als Konrektor des Gymnasiums zu Hadersleben, bis ihn die Kriegsereignisse 1864 zur Flucht nach Kopenhagen nötigten. Hier warf er sich in der Folge mit Energie und Begabung auf die Übersetzung englischer Meisterwerke; er lieferte vorzügliche dänische Übersetzungen von Shakespeares Dramen (18 Bde.), von Byron, Th. Moore u. a. Eine Sammlung eigner Dichtungen veröffentlichte er 1870 unter dem Titel: »Digte og Sange«; sein Lied »Vort Modersmaal« ist eines der beliebtesten Nationallieder. 1879 wurde er von der Kopenhagener Universität zum Ehrendoktor ernannt.

Lenk von Wolfsberg, Wilhelm, Freiherr, Militär, geb. 17. März 1809 zu Budweis in Böhmen,