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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Manometer

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Manometer (Lärm-M., Differential-M.).

noch spröde, hart und trocken war, versuchte er sich bald darauf in Radierungen größern Umfanges (Moritzburg bei Dresden, Blick auf Bacharach, der Dom zu Köln), ohne jedoch große Fortschritte zu machen. Erst eine von der Berliner Nationalgalerie veranstaltete Ausstellung von Malerradierungen französischer und englischer Künstler wies ihn auf den richtigen Weg, und unter ihrem Einfluß entstanden die großen, zum Teil auf dekorative Wirkung berechneten Blätter: der Rheingrafenstein im Nahethal, das Rathaus zu Breslau, die Seitenstücke Köln und Heidelberg mit breiter, im Barockstil komponierter Einfassung und der Lurleifelsen (1881-83). In derselben Zeit radierte M. auch einige Blätter nach Gemälden andrer Künstler, unter andern den Blick in den Garten des Palais des Prinzen Albrecht und das Eisenwalzwerk nach Menzel und zwei Landschaften nach J. ^[Julius] v. Klever. Einen weitern Aufschwung nahm Mannfelds Technik durch die Bekanntschaft mit den Architekturradierungen des Schweden Axel Haig, die er 1883 in Wien kennen lernte. Von da ab gewann er eine stetig wachsende Freiheit und Virtuosität in der zeichnerischen und malerischen Darstellung, die auf Grund einer strengen Zeichnung der architektonischen Einzelheiten die kräftigsten koloristischen Wirkungen bei großem Maßstab erzielte. Seine reifsten Schöpfungen sind: die Albrechtsburg in Meißen (1884), Berliner Briefbogen (1884), vom Rhein (1885, 2. Aufl. 1890), Marienburg von der Nogatseite (1885), Dom zu Limburg an der Lahn (1886), Schloß zu Merseburg (1887), Westchor des Doms zu Erfurt (1887), der Dom zu Aachen von der Südseite (1888) und Blick auf Dresden (1889). Vgl. v. Donop, Ausstellung der Radierungen von B. M. in der königl. Nationalgalerie (Berl. 1890).

Manometer. Um ein Lärmzeichen zu geben, wenn der Dampfdruck in einem Kessel eine gewisse Höhe erreicht, bringt Julian in Basingstoke in dem Zifferblatt des den Dampfdruck angebenden Metallmanometers einen bogenförmigen, mit dem Teilkreis des Manometers konzentrischen Schlitz an, in welchem sich eine mit dem Pole einer elektrischen Batterie zu verbindende Kontaktschraube an der Stelle feststellen läßt, bis zu welcher der mit dem andern Batteriepol zu verbindende, den Druck angebende Zeiger des Manometers sich höchstens bewegen soll. Berührt der Zeiger die Kontaktschraube, so wird der Strom geschlossen und ein Läutewerk in Bewegung gesetzt. Dieses Lärmmanometer ist schon mehrfach auf Schiffen verwendet worden, wo dann die Klingel in der Kajütte des Kapitäns, Ingenieurs etc. angebracht ist, so daß diese stets von einer etwa eintretenden übermäßigen Dampfdrucksteigerung im Kessel sofort benachrichtigt werden. Übrigens kann statt der Lärmklingel auch eine Lärmpfeife Verwendung finden.

Zur Messung von geringen Druckdifferenzen, wie sie bei Feuerungsanlagen, in Gas-, Schwefelsäurefabriken etc. vorkommen, bedient man sich mit Vorteil der Differentialmanometer. Solche sind mit verschiedenen Füllungen von Kretz, Seger und Arou und von Jörgensen angegeben. Ihr Differentialmanometer stellt eine U-förmige Röhre a (Fig. 1) vor, deren senkrecht stehende Schenkel an ihren obern Enden Erweiterungen b tragen. Die Schenkel sind mit zwei verschiedenen, miteinander nicht mischbaren Flüssigkeiten (z. B. Öl und wässerigem Weingeist) derart gefüllt, daß die Berührungsstelle c der Flüssigkeiten in den engen Teil des einen Schenkels fällt. Es sei nun angenommen, daß beide Flüssigkeiten ein spez. Gew. = 1 haben und die Schenkel in den obern Teilen, in welchen die Oberflächen der Flüssigkeiten sich befinden, 20mal so großen Querschnitt als in ihrem untern Teil haben. Lastet nun auf der Flüssigkeit in dem einen Schenkel ein Druck, welcher um 1 mm Wassersäule höher ist als der im andern Schenkel herrschende Druck, so wird die Flüssigkeit in ersterm sinken, in letzterm steigen, bis Gleichgewicht hergestellt ist, was eintritt, wenn die Differenz der Flüssigkeitshöhen 1 mm beträgt, also, vollkommen kongruente Schenkel vorausgesetzt, wenn die erste Oberfläche 0,5 mm gesunken, die andre 0,5 mm gestiegen ist. Bei dieser Bewegung legen die Flüssigkeitsteilchen in den untern engen Teilen einen 20mal so großen Weg (in senkrechter Richtung) zurück als in den obern Teilen von 20fachem Querschnitt, also 20 × 0,5 = 10 mm. An dieser Bewegung nimmt auch die sichtbare Berührungsstelle c der beiden Flüssigkeiten teil, sie schreitet also um 10 mm vor und bringt so die vorhandene Druckdifferenz in zehnfach vergrößertem Maßstab zur Anschauung. Die Anwendung zweier Flüssigkeiten von genau gleichem spezifischen Gewicht empfiehlt sich indessen nicht, weil dann an der Berührungsstelle leicht Teile der einen Flüssigkeit in der andern schwimmen und eine genaue Ablesung verhindern. Diesem Übelstand wird dadurch abgeholfen, daß man die eine Flüssigkeit ein wenig schwerer als die andre wählt. Dann wird allerdings die Vervielfältigung der Druckhöhendifferenz des Ausschlags durch das Instrument verringert. König, der sich mit der Verbesserung der Differentialmanometer beschäftigt hat, findet durch Rechnung und Versuche, daß, während die Vervielfältigung der Druckhöhe bei Verwendung gleichschwerer Flüssigkeiten genau proportional dem Querschnittsverhältnis ist, sie bei Verwendung ungleich schwerer Flüssigkeiten nur ein ganz bestimmtes Maß, und auch dies nur dann erreichen kann, wenn der größere Rohrquerschnitt unendlich groß wird. So ist es z. B. mit zwei Flüssigkeiten vom spezifischen Gewicht 0,9 und 0,8 nicht mehr möglich, eine zwölffache Vergrößerung des Ausschlags zu erzielen, die äußerste Grenze ist vielmehr 10, und selbst diese ist praktisch nicht erreichbar, weil man die weiten Rohrteile nicht unendlich weit machen kann. Übrigens ist die Grenze des Ausschlags nicht von den spezifischen Gewichten der einzelnen Flüssigkeiten, sondern nur von deren Differenz abhängig. Zur Erzielung eines einigermaßen erheblichen Ausschlags, selbst bei geringer Differenz der spezifischen Gewichte der beiden Flüssigkeiten, ist ein ziemlich großes Verhältnis der Rohrquerschnitte erforderlich. Sind z. B. die spez. Gew. = 0,9 und 0,86, also die Differenz nur 0,04, so muß für einen zehnfach vergrößerten Ausschlag der Querschnitt der weitern Rohrteile beinahe 30mal so groß werden wie der der engern, bei einer Differenz der spez. Gew. von 0,07 aber gar ziemlich 60mal so groß. Der Gedanke lag daher nahe, den Maßstab für die Ablesung dadurch zu vergrößern, daß man nicht nur die Steigung der Flüssigkeiten im einen, sondern

^[Abb.: Fig. 1. Differentialmanometer mit einer Trennungsfläche.]