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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mantelblätter; Manteuffel; Mantineia; Marathon; Marbach; Marcel; Maria; Mariotte-Gay-Lussacsches Gesetz

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Mantelblätter - Mariotte-Gay-Lussacsches Gesetz.

auch die Senkung der Flüssigkeit im andern Schenkel zur Anschauung brächte. Das ist dadurch zu erreichen, daß man zunächst von der schwerern Flüssigkeit in die untern kommunizierenden Röhrenteile so viel einfüllt, daß sie beiderseits bis zur halben Höhe des engen Teils der beiden Schenkel heranreicht. Der übrige Teil der Röhren bis etwa zur halben Höhe der weitern Rohrstücke wird mit der leichtern Flüssigkeit angefüllt (Fig. 2). Bei einem derartig gefüllten Instrument liest man auf der Skala die Summe der Ausschläge der beiden Trennungsflächen c und c_{1} ab, welche bei Anwendung von Flüssigkeiten von gleichem spezifischen Gewicht gleich dem doppelten Ausschlag jeder einzelnen Trennungsfläche sein würde, so daß hierdurch der Ablesungsmaßstab verdoppelt werden würde. Besitzen die beiden Flüssigkeiten jedoch ein verschiedenes spezifisches Gewicht, wie es auch hier zu Erreichung bestimmt erkennbarer Trennungsflächen erforderlich ist, so fällt die Vergrößerung des Ablesungsmaßstabes bedeutend geringer aus.

Bei den Differentialmanometern mit U-förmigem Rohr wird es unangenehm empfunden, daß die geringste Neigung des Instruments eine Verschiebung der Gleichgewichtslage, bez. der Lage des Nullpunktes mit sich bringt. Besonders störend ist dieser Umstand, wenn man behufs Ausführung von Messungen mit dem Instrument von einem Punkte zum andern geht und nicht überall einen geeigneten festen Standort für das M. zur Hand hat. A. König konstruierte ein Differentialmanometer, welches diesen Übelstand nicht hat (Fig. 3). Die zwei erforderlichen Glasrohre liegen nicht nebeneinander, sondern ineinander. Das äußere (a) ist unten geschlossen, das innere (b) unten offen, so daß unten Flüssigkeit aus der einen Röhre in die andre übertreten kann. Die Röhren sind oben weit, in einem längern mittlern Teil eng und erweitern sich im untersten Teil wieder etwas. Das innere Rohr ist identisch mit dem einen Rohrschenkel der vorbeschriebenen M., der Zwischenraum zwischen dem innern und äußern Rohr mit dem andern Schenkel. Füllt man diesen Apparat in der Weise, daß über der schwerern Flüssigkeit in beiden Räumen eine Säule der leichtern Flüssigkeit steht, so hat man ein Differentialmanometer, dessen kommunizierende Gefäße konzentrisch angeordnet sind, deren Mittellinien mithin in eine Linie zusammenfallen. Infolgedessen kann der Apparat unbeschadet der Genauigkeit der Ablesung einige Schwankungen vertragen und daher bei den Messungen frei in der Hand gehalten werden.

^[Abb.: Fig. 2. Differentialmanometer mit zwei Trennungsflächen.]

^[Abb.: Fig. 3 Königs Differentialmanometer.]

Mantelblätter, s. Epiphyten, S. 250.

Manteuffel, 3) Otto Karl Gottlob, Freiherr von, Landrat in Luckau, wurde 1891 zum ersten Vizepräsidenten des preußischen Herrenhauses gewählt.

Mantineia. Die Ruinen von M. in Arkadien sind im Sommer 1887 von der Athener französischen archäologischen Schule unter Leitung von Gustave Fougères aufgegraben und ihr Plan aufgenommen worden. In der Mitte des ummauerten Gebiets wurde das Theater ausgeräumt, 100 m östlich von demselben die viereckige Agora mit Säulenhallen, südlich vom Theater zwei Gebäude, wahrscheinlich Tempel.

Marathon. Die griechische Regierung hat im Frühling 1890 den bekannten Grabhügel auf der Ebene von M., den sogen. Sorós, untersuchen lassen. Derselbe war ursprünglich ca. 12 m hoch, jetzt aber nur noch 9, da sich der Boden der Ebene seitdem um 3 m erhöht hat. Man fand in dieser Tiefe unter dem Hügel eine Art Estrich, 1 cm dick, und darüber eine Aschenschicht von 2-6 cm Dicke, welche außer Holzresten massenhaft verbrannte Knochen enthielt sowie Scherben von kleinen, mit flüchtigen, schwarzfigurigen Malereien bedeckten Lekythen, die dem Anfang des 5. vorchristlichen Jahrhunderts angehören. Der Sorós ist demnach ein Massengrab, in welchem viele Tote gemeinsam verbrannt und bestattet worden sind, und ohne Zweifel ist in ihm die Grabstätte der 192 bei M. gefallenen Athener aufgedeckt worden. Mit dieser Erkenntnis fällt aber auch neues Licht auf die Lage des Schlachtfeldes, welches man zuletzt (vgl. Bd. 17, S. 552) bei der Kirche Panagia Misosporitissa suchte; offenbar lag es ca. 2 km südwestlicher, in der Nähe des Sorós. Im Herbst sollten die Nachgrabungen, welche man mit möglichster Schonung des Denkmals vornimmt, fortgesetzt und später dem Hügel seine ursprüngliche Form wiedergegeben werden.

Marbach, 1) Gotthard Oswald, Dichter, starb 28. Juli 1890 in Leipzig.

Marcel, Etienne, Prévôt der Pariser Kaufmannschaft (gest. 1358). Zur Litteratur: Tessier, Etienne M. (Par. 1888); Lazard, Un bourgeois de Paris au XIV. siècle, É. M. (das. 1890).

Maria, 1) M. Theresia, deutsche Kaiserin. 1888 wurde das österreichische Infanterieregiment Nr. 32 nach ihrem Namen benannt. Zur Litteratur: v. Arneth, M. Theresia (Leipz. 1888); G. Wolf, Aus der Zeit der Kaiserin M. Theresia (Wien 1888); Herrmann, M. Theresia als Gesetzgeberin (das. 1888).

4) M. I., Königin von England. Vgl. Zimmermann, M. die Katholische (Freiburg 1890).

10) M. Antoinette, Königin von Frankreich. Vgl. F. de Vyré, Marie-Antoinette, sa vie, sa mort (Par. 1889); Chaix d'Est-Ange, Marie-Antoinette et le procès du collier (das. 1889); de la Rocheterie, Histoire de Marie-Antoinette (das. 1890, 2 Bde.); P. de Nolhac, La reine Marie-Antoinette (das. 1890).

16) M. Stuart, Königin von Schottland. Vgl. Henderson, The casket letters and Mary queen of Scots (Edinb. 1889); Kervyn de Lettenhove, Marie Stuart, l'œuvre puritaine, le procès, le supplice (Par. 1889); Bell, Mary queen of Scots (Lond. 1890, 2 Bde.).

Mariotte-Gay-Lussacsches Gesetz. Das Mariottesche Gesetz sagt aus, daß bei gleichbleibender Temperatur das Volumen v einer bestimmten Gewichtsmenge eines Gases seinem Drucke p umgekehrt proportional ist, oder daß das Produkt aus Druck und Volumen unverändert bleibt. Es findet, wenn p_{0} und v_{0} bestimmte Anfangswerte des Druckes und Volumens bedeuten, so daß p_{0}v_{0} konstant bleibt, seinen Ausdruck durch die Gleichung pv = p_{0}v_{0}. Nach dem Gesetz