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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Musikalische Litteratur

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Musikalische Litteratur (Biographien).

Trompete alter und neuer Zeit«, 1881; »Zur Geschichte der Instrumentalmusik«, 1885), K. Stiehl (»Zur Geschichte der Instrumentalmusik in Lübeck«, 1885, und »Die Abendmusiken zu Lübeck«, 1886), Karl Engel (»A descriptive catalogue of the musical instruments in the South Kensington Museum«, 1874, und »Catalogue of the special exhibition of ancient musical instruments«, 2. Aufl. 1873) und A. J. ^[Alfred James] Hipkins (»Musical instruments, historie, rare and unique«, 1883). Über Lautentabulaturen schrieb W. Tappert, von dem aber ein erwartetes umfassendes Werk noch aussteht. Hier können wir gleich anschließen J. P. N. ^[Jan Pieter Nicolaas] Lands »De gamelan te Jogjåkartå« (über javanische Musik, 1890), Th. Bakers »Über die Musik der nordamerikarischen Wilden« (1882) und S. M. Tagores »Hindo music« (1875-82).

Wenden wir uns nun der neuern Zeit zu, so stehen wir vor einer überwältigenden Fülle von Publikationen über einzelne Tonkünstler und ganze Zweige der Musik. Gedenken wir zuerst der letztern, so haben wir einige zu nennen, die noch bis ins Mittelalter zurückreichen, nämlich Fr. Magnus Böhmes »Altdeutsches Liederbuch« (1877, Sammlung von Gedichten mit den Melodien) und »Geschichte des Tanzes in Deutschland« (1886) sowie Aug. Hartmanns »Volkslieder« aus Bayern, Tirol und Salzburg (1. Bd.: »Volkstümliche Weihnachtslieder«, 1884), sodann wieder weit zurückgehend O. Wangemanns »Geschichte des Oratoriums« (1880), H. Riemanns »Opernhandbuch« (1887), L. Nohls »Geschichtliche Entwickelung der Kammermusik« (1885), A. Reißmanns »Illustrierte Geschichte der deutschen Musik« (1881) und Hermann Kretzschmars »Führer durch den Konzertsaal« (1. Bd.: »Symphonie und Suite«, 1887; 2. Bd.: »Kirchliche Werke«, 1888; 3. Band: »Oratorien und weltliche Chorwerke«, 1890). Letzteres Werk ist eine der bedeutsamsten Erscheinungen der letzten Jahre, sozusagen eine Geschichte von Fall zu Fall, eine Analyse und Charakteristik der einzelnen Werke des heutigen Konzertprogramms mit historischen Notizen und allgemeinen Orientierungen, ein Buch, das für weiteste Kreise bildend und belehrend wirken muß. Ein Gegenstück dazu soll Otto Neitzels »Führer durch die Oper des Theaters der Gegenwart« (1. Bd., 1890) sein, scheint aber vorläufig weit hinter seinem Vorbild zurückzubleiben. Dagegen steht aus Kretzschmars Feder eine umfassende »Geschichte der Oper« in Aussicht, der mit Spannung entgegengesehen werden darf. Hierzu dürfen wir gleich Ed. Hanslicks im Titel ähnliche, aber nur aus gelegentlichen Feuilletons zusammengesetzte Bücher nennen: »Aus dem Konzertsaal« (1870), »Die moderne Oper« (8. Aufl. 1885), »Musikalische Stationen« (1880), »Aus dem Opernleben der Gegenwart« (3. Aufl. 1885) und »Suite« (Aufsätze über Musik und Musiker, 1885). Bedeutsamer ist desselben »Geschichte des Konzertwesens in Wien« (1869), die J. ^[Josef] Sittard mit seiner nur leider nicht unparteiischen »Geschichte des Konzertwesens in Hamburg« (1889) nachahmte; letzterer stellte ältere kleine Aufsätze zusammen in seinen »Studien und Charakteristiken« (1889, 3 Bde.); seine »Geschichte der Musik am Hofe zu Stuttgart« (1. Bd., 1890) beruht dagegen auf selbständigen archivalischen musikalischen Forschungen.

Neue große Biographien erschienen zwar in den letzten Jahren nicht; doch gibt H. Deiters O. Jähns große Mozart-Biographie in neuer Überarbeitung heraus (1. Bd. 1889), und desselben Übersetzung der englisch noch nicht gedruckten Beethoven-Biographie A. W. Thayers ist bis zum 3. Bande fortgeschritten. K. F. Pohls Haydn-Biographie ist unvollendet hinterlassen (bis 1790 reichend) und soll von Pohls Nachfolger E. Mandyczewski zu Ende geführt werden. Wichtige Bausteine zur Beethoven-Biographie sind die beiden Schriften Th. Frimmels: »Neue Beethoveniana« (1887) und »Goethe und Beethoven« (1887), sowie Nottebohms »Beethoveniana II« (1887). Zur Biographie Webers erschienen neue Beiträge von seinem Sohne M. M. v. Weber: »Reisebriefe Webers an seine Frau« (1886). Dem Lehrer Webers, Abt Vogler, setzte K. v. Schafhäutl ein biographisches Denkmal (1888); von demselben insbesondere auf dem Gebiete der Akustik eifrig thätigen Gelehrten ist noch anzuführen »Ein Spaziergang durch die liturgische Musikgeschichte« (1887, Erweiterung seiner 1869 erschienenen Schrift: »Der echte Gregorianische Choral«). Die Mendelssohn-Litteratur bereicherte Lampadius: »Felix Mendelssohn-Bartholdy, ein Gesamtbild seines Lebens und Schaffens« (1886), F. Moscheles: »Briefe Mendelssohns an Moscheles und Frau« (1888), und J. ^[Julius] Eckhardt: »Ferdinand David und die Familie Mendelssohn« (1888). Auch Schumanns Leben wurde mehrfach neu beschrieben: Heinr. Reimann, »Robert Schumanns Werke« (1887), H. Erler, »R. Schumanns Leben, aus seinen Briefen« (1887), B. Vogel, »R. Schumanns Klaviertonpoesie« (1887), Gustav Jansen, »Die Davidsbündler« (1883), J. ^[Josef] v. Wasielewski, »Schumanniana« (1883, polemisch gegen die vorgenannte Schrift); Briefe Schumanns gaben heraus G. Jansen (1886) und Klara Schumann (Jugendbriefe Schumanns, 1885). Der 100jährige Geburtstag Kuhlaus brachte ein Lebensbild dieses Romantikers der Dänen (von C. Thrane, 1886). Eine weitschichtige, prachtvoll ausgestattete Biographie erhielt der nicht entsprechend berühmte Joh. Georg Kastner (gest. 1867) durch Hermann Ludwig [von Jan] (1886, 3 Bde.). Bedeutsamere Erscheinungen sind dagegen die von Ad. Jullien verfaßten, in stattlichster Gewandung erschienenen beiden Lebensbilder: »R. Wagner, sa vie et ses œuvres« (1886) und »Hector Berlioz, sa vie et ses œuvres« (1888), die eine Fülle neuer Details enthalten und mit zahlreichen Porträten und Zeichnungen geschmückt sind. Von Wagners Werken selbst erschien der 10. Band (1883), hauptsächlich Aufsätze Wagners für die »Bayreuther Blätter« enthaltend, und aus nachgelassenen Papieren ein Band »Entwürfe, Gedanken, Fragmente« (1885); ferner wurde veröffentlicht der »Briefwechsel zwischen Wagner und Liszt« (1887) und »Wagners Briefe an Uhlig, Fischer und Heine« (1888). Berlioz erhielt ein weiteres litterarisches Denkmal durch R. Pohl (1886), Liszt wurde speziell als Psalmensänger gefeiert von seiner Biographin, der Übersetzerin seiner französischen Schriften, Lina Ramann (1886). Schließen wir den drei Freunden Liszt, Berlioz, Wagner gleich den vierten an: Chopin, so müssen wir der Biographie desselben von Friedrich Niecks gedenken, von welcher W. Langhans eine treffliche deutsche Übersetzung herausgab (1889). Damit wäre auch das Gebiet der Biographie begangen, und wir haben nur noch einige Reißmannsche Lebensbilder (Gluck, Weber, 1882), eines von Meinardus (»Mozart, ein Künstlerleben«, 1882) und eines von J. ^[Josef] v. Wasielewski (»Beethoven«, 1887) nachzutragen, die auf Forschungswert keinen Anspruch machen; auch die Biographien von Arthur Pougin, der immer einige neue auf den Markt bringt (1886: Verdi, 1888: Viotti), und Ernest David (Joh. Seb. Bach, 1882; Händel, 1884) gehören in diese Kategorie. Eine Nachlese auf dem allgemeinen