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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Portugiesische Litteratur

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Portugiesische Litteratur (seit 1880).

oder umfangreichere Schriften ermöglichten ihm immerhin noch die Übersetzung fremder Werke, wie das »Diccionario universal de Educação e Ensino« des E. M. Campagne (3 Bde.), und die Herausgabe älterer Schriften, wie der »Poesias e prosas ineditas de Fernão Rodrigues Lobo Soporita«, der »Vida d'el rei D. Affonso VI., escripta no anno de 1684« u. a.

Im allgemeinen fand der Roman in Portugal keine bedeutende Pflege. Neben den patriotischen Erzählungen des genannten Gomes de Amorim wäre zu erwähnen »O filho do Baldaia« des Arnaldo Gama, die historischen Romane des Carlos Pinto d'Almeida, »A conquista de Lisboa« und »A cruz pelas riquezas«, der auf den Azoren spielende Roman des Frederico Aldoar, »Helena, a filha do Judeu«; die Erzählungen des Fialho d'Almeida, »Contos« und »A cidade do vicio« (je 13 Geschichten), sowie die zahlreichen des Henrique Perez Eschrich: »Noites amenas«; »O violino do Diabo«; »Tal arvore, tal fructo«; »Um filho do povo«; »A culpa dos paes«; »A promessa sagrada« (4 Bde.); »A formosura da alma« (5 Bde.); »O cura d'aldea« (3 Bde.); »O Amor dos Amores« (3 Bde.); »O anjo da guarda« (3 Bde.); »Os predestinados« (4 Bde.); »Os anjos na terra« (5 Bde.); »A Calumnia« (5 Bde.); »O ultimo beijo« (4 Bde.); »O inferno dos ciumes« (3 Bde.); »Quem tudo quer, tudo perde«; »O amigo intimo«; »O martyrio da gloria«; »O martyr do Golgatha« (3 Bde.) mit seiner Fortsetzung »Os apostolos« (3 Bde.); »Rico e pobre« etc., sind zum teil bereits mehrfach aufgelegt oder vergriffen. Eine ganz besondere Beachtung unter den Prosaschriftstellern verdient Eça de Queiroz, dessen vorzügliche Gabe, die Gesellschaft in ihren Schwächen zu zeichnen, die Lektüre seiner Erzählungen zu einer überaus anregenden macht. Man sieht dem Autor an, wie er das Leben kritisch beschaut und seine Eindrücke widerzuspiegeln versteht. Sein »O crime do Padre Amaro«, dessen zweite Ausgabe völlig neu bearbeitet ist, »O Primo Bazilio«, »O Mandarim«, »A Reliquia«, »Os Maias« haben wiederholt neue Auflagen erlebt. Allbekannt ist auch Julio Diniz, der treffliche Schilderer des ländlichen und bürgerlichen Lebens (»As pupillas do Senhor Reitor« u. a.).

Das Theater wird selbstverständlich von der französischen Litteratur beherrscht, deren Erzeugnisse auch in Portugal eifrig übersetzt werden. Neben den zahlreichen Übersetzungen aus dem Französischen, wobei natürlich Alexander Dumas, Octave Feuillet und Victor Hugo obenan stehen, trifft man allerdings auch einheimische Originaldichtungen. Cesar de Lacerda, der sich an Dumas bildete und manches von ihm übersetzte, schrieb eine Reihe Komödien (»A aristocracia e o dinheiro«, »A duplice existencia«, »Trabalho e honra« etc.) und sogen. comedias-dramas, wie »Uma lição de florete«, »As joias de familia«. Alfredo Hogan pflegte neben Komödien auch die Haupt- und Staatsaktion, z. B. in seinem »Os ultimos dias dos jesuitas em Portugal«; Antonio Varella machte Glück mit einigen Lustspielen (»A bom servidor boa paga«, »Desejos de dois casados«); Aristides Abranches (»Stambul«, »Um homem politico«, »Os dois pescadores«), Cesar de Sá (»Amores malditos«), Ernesto Biester (»Cora ou a escravadura«, »Os diffamadores«, »Um homem de consciencia«, »As obras de Horacio«, »Um quadro da vida«, »A redempção«, »Os sabichões«), Guilherme Aguiar (»Anjo, mulher e demonio«), Ignacio M. Feijó (»O Camões do Rocio«, »Carlos ou a familia do avarento«, »Petro Cem«, »Remechido«, »A torre do Corvo«), João Aboim (»O homem poe e Deus dispõe«, »O recommendado de Lisboa«), Joaquim Augusto Oliveira (»Ave do paraiso«, »A corôa de Carlos Magno«, das er als »peça magica de grande espectaculo« bezeichnet, »Erros da mocedade«), Joaquim Manoel Macedo (»Cincinnato«, »Lusbella«, »O novo Othello«), von welchem drei Bände »Theatro« vorliegen; José de Alencar (»As azas d'um anjo«, »Mãi«), José Bento Araujo As sis (»Duvidas do coração«, »Trevas e Luz«), J. C. ^[Joaquim Carvalho] dos Santos (»Gil Braz de Santilhana«, »O homem das cautelas«), José Ignacio Araujo (»Ultimos momentos de um Judas«, »Um bico em verso«), Manoel Pereiro Lobato (»Amar sempre«, »Os jogadores«), Ricardo Cordeiro Junior (»Amor e arte«, »A familia«, »A sociedade elegante«), Sanches de Frias u. v. a. sind Namen, welche mit mehr oder weniger dramatischem Geschick die Bühne teils mit originellen Stoffen versehen, teils dieselben aus der Fremde holen und für das portugiesische Theater zurichten. Auch die hervorragendern Schriftsteller und Dichter sind auf der Bühne vertreten, wie Bulhão Pato mit seiner Komödie »Amor virgem n' uma peccadora«, Camillo Castello Branco mit dem Drama »Justiça« und dem Lustspiel »O morgado de Fafe amoroso«; Luiz A. Palmeirim mit den Komödien: »Como se sobe ao poder«, »A domadora de feras«, »Dous casamentos de conveniencia«, »O sapateiro d'escada«; Pinheira Chagas mit »Durante o combate«; José Mendes Leal mit den Dramen »Alva estrella«, »O homem de auro«, »A pobreza envergonhada«, »Pedro«, »Os homens de marmore« und den Lustspielen: »Flores e fructos«, »A herança do chanceller«, »As tres cidras do amor«. Von ihm zu unterscheiden ist der Dramatiker Antonio Mendes Leal (»Abel e Caim«, »Dôr e amor«, »Uma victima«, »Entre a varzea e a vinha«).

Auch sonst ist die auswärtige Litteratur durch zahlreiche Übersetzungen in Portugal verbreitet. Seitdem der berüchtigte Faustübersetzer Antonio Feliciano de Castilho auf Shakespeare hinwies und den »Sommernachtstraum« (»Sonho d'uma norte de S. João«) übertrug, hat Antonio José de Lima Leita Milton (»O Paraiso perdido«) in portugiesische Verse übersetzt, João Vieira Byrons »Don Juan« (»Os amores de Dom Juan«) u. a. Der Roman Alexander Dumas' (»Memorias d'um medico«, 20 Bde.) ist weit verbreitet; die »Collecção Pedro Correia« versieht Portugal mit den neuesten ausländischen Produkten; Emil Gaboriau ist fast vollständig übersetzt, Emil Zola allenthalben bekannt. Vor allem hat man die »romance realista« »A Naná« mit aller den portugiesischen Radikalen eignen Glut als die streng wahrheitsgetreue Analyse der gesellschaftlichen Auswüchse begrüßt. Nicht minder rasch sind die Erzählungen von Georges Ohnet und die »Dramas do novo mundo« des Gustave Aymard (letztere durch die Übersetzung von F. d'Araujo e Mello) beliebt geworden, denen sich Jules Verne in der Übertragung von Francisco Gomes Moniz anreiht.

Auf dem Gebiete der Kunstgeschichte stehen die Arbeiten des scharfsinnigen J. ^[Joaquim] de Vasconcellos unter dem Gesamttitel: »Archeologia artistica« (»Luiza Todi«, »A imprensa portugueza no seculo XVI«, »Ensaio critico sobre o Catalogo d'El-Rey Dom João IV«, »Albrecht Dürer e a sua influencia na peninsula«, »Citania«, »Francisco de Hollanda«, »Goësiana«) obenan; ältern Datums sind die zwei Bände »Os musicos portuguezas«,