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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Pumpen

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Pumpen (neue Konstruktionen).

(Bd. 17) beschriebenen Membranpumpe, abwechselnd hin und her bewegt wird. Die Durchbiegung der Membran wird hier jedoch nicht mittels eines Kolbens, sondern durch Dampfdruck hervorgebracht. Wenn die Pulsometerkammer D zum größten Teil mit Dampf gefüllt ist, welcher durch das Dampfventil F eintritt, so wird durch den Druck der äußern Luft auf die Membran G und durch eine unter ihr befindliche Feder das Dampfventil F mittels der Stange H geschlossen, worauf der Dampf in D sich abkühlt und verdichtet. Das so herbeigeführte Vakuum saugt die Membran C an und gleichzeitig kaltes Wasser, welches die Kondensation beschleunigt, durch das sich öffnende Wassersaugventil J, bez. die Brause K in die Dampfkammer. Durch die Einbiegung der Membran öffnet sich das Saugventil A unter Eintritt von Flüssigkeit in den Raum zwischen A und B. Ist nun das Wasser in D bis zu einer gewissen Höhe aufgestiegen, so wird die Membran G nach außen durchgedrückt und öffnet mittels der Stange H das Dampfventil F, so daß der unter Druck einströmende Dampf das unter ihm befindliche Wasser bei sich schließendem Wassersaugventil J gegen die Membran C drückt und diese nach der Pumpe hin aufbläht, während ein Teil des durch den Dampf erwärmten Wassers durch den Kanal L und das Wasserdruckventil M entweicht. Zugleich findet ein Ausstoßen der durch die Membran gepreßten Flüssigkeit durch das Druckventil B statt. Ist der Wasserspiegel in D genügend gesunken, so schließt sich das Dampfventil F wieder, es beginnt eine neue Saugperiode, der dann wieder eine Druckperiode folgt u. s. f. Nach Angabe Haußmanns beträgt die notwendige Wassermenge etwa 5 Proz. der zu fördernden Flüssigkeitsmenge. Die Pulsometerpumpe wird in fünf Größen für eine Förderung von 33-500 Liter pro Minute gebaut.

^[Abb.: Pulsometerpumpe von Haußmann.]

Pumpen. Eine eigentümliche Form zeigen die Stiefel der Farcotschen P. (Fig. 1). Sie sind nämlich nicht, wie üblich, cylindrisch, sondern bilden einen Umdrehungsparaboloid. Die Pumpenkolben K sind als Plunger (Mönchskolben) ausgeführt und an den Enden abgerundet. Durch diese Ausführungsform wird es möglich, dem Kolben eine große Geschwindigkeit zu erteilen, also die P. sehr schnell laufen zu lassen, ohne daß das Wasser diese annehmen muß, wodurch die sonst auftretenden hydraulischen Stöße vermieden werden sollen. Wenn der Kolben sich von der punktierten Anfangsstellung aus nach rechts bewegt, muß das den frei werdenden Raum ausfüllende Wasser vom Saugrohr S her in umgekehrter Richtung durch den ringförmigen Querschnitt zwischen Kolben und Cylinderwand zuströmen. Die Kolbengeschwindigkeit wächst nun vom Anfang bis zur Mitte des Hubes, mithin auch die in gegebener Zeit zuströmende Wassermenge; dem entsprechend wird aber auch der erwähnte ringförmige Querschnitt größer, so daß die Geschwindigkeit des Wassers stets eine mäßige bleibt. Nachdem die Wasserteile jenen Querschnitt passiert haben, müssen sie sich hinter dem Kolben in radialer Richtung gegen die Stiefelachse bewegen, und um die Geschwindigkeit auch dieser Bewegung zu mäßigen, ist das Kolbenende abgerundet.

Um die Leistung einer Pumpe nach Bedarf verändern zu können, macht man in der Regel den Kurbelzapfen auf der Kurbel in radialer Richtung verstellbar. Bei einer solchen Einrichtung ist es jedoch jedesmal, wenn eine Abänderung erfolgen soll, erforderlich, die Pumpe vorher anzuhalten. Um dies zu vermeiden, lassen Rousseau und Balland zwei Tauchkolben (Plunger) in einem gemeinschaftlichen Pumpenstiefel arbeiten, der mit einem Saug- und einem Druckventil versehen ist. Die Kolben werden von einer Welle aus mittels zweier Exzenter angetrieben, deren eins auf der Welle festsitzt, während das andre eine auf der Welle längsverschiebbare Hülse, die außen ein flaches Schraubengewinde trägt, umgreift, wobei es durch Anläufe gegen Verschiebung in der Richtung der Wellenachse gesichert ist. Die Hülse trägt eine Nute, in welche die Gabel eines Stellhebels eingreift. Bei einer Verschiebung der Hülse wird das Exzenter, dessen Bohrung die Mutter zu dem Gewinde der Hülse bildet, dem Gewinde entsprechend gedreht, also zu dem feststehenden verstellt. Hierdurch wird aber die Leistung der Pumpe geändert. Wenn die Exzenter unter einem Winkel von 0° gegeneinander stehen, also gleichgerichtet sind, so ist die Leistung der beiden Kolben die größte und zwar ebenso groß, als ob sie zwei verschiedenen Pumpen angehörten. Stehen sie aber unter 180°, so hebt sich ihre Wirkung gegenseitig auf, denn wenn der eine Kolben aufgeht, geht der andre nieder und zwar mit derselben Geschwindigkeit wie jener. Stehen sie nun in einem Winkel zwischen 0 und 180°, so liegt auch ihre Leistung zwischen 0 und dem Maximum. Bei einem Winkel von 90° würden sie etwa die Hälfte des Maximums leisten. Für die Verwendung im großen wird diese Pumpenanordnung allerdings nicht geeignet sein, da die Reibung zwischen Hülse und Stellhebel, zwischen Hülse und Exzenter, bez. zwischen den Exzentern und ihren Bügeln zu groß werden würde.

Hauarte und Ballant in Mons suchen gleichfalls einen sehr schnellen stoßfreien Gang der Pumpen zu erreichen und zwar durch entsprechende Gestaltung der Zu- und Abflußwege des Wassers (Saug- und Druckrohr). Das Saugrohr ist unten am Saugkopf

^[Abb.: Fig. 1 Farcotsche Pumpe.]