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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Rabelais - Rauch.

Lothringen und in Bayern findet sie sich nur spärlich, in Baden an einigen Punkten des Bodensees als Brutvogel. Das mittlere Westfalen und ein Teil von Hessen-Nassau scheint diese Art ganz zu entbehren.

Rabelais, François, Satiriker. Vgl. Stapfer, R., sa personne, son génie, son œuvre (Par. 1889).

Rabitzbau, s. Gipsdrahtbau.

Radetzky, Johann, Graf, österreich. Feldmarschall. Vgl. Kunz, Die Feldzüge des Feldmarschalls R. in Oberitalien 1848 und 1849 (Berl. 1890).

Radreifenbrüche, s. Eisenbahnbau, S. 223 f.

Raffael (R. Santi), Maler. Vgl. K. v. Lützow, Raffaels Bildungs- und Entwickelungsgang (Wien 1890).

Rafflesīa Padma, s. Schmarotzerpflanzen.

Randall, Samuel Jackson, amerikan. Staatsmann, geb. 10. Okt. 1828 zu Philadelphia, erhielt eine akademische Ausbildung, ließ sich darauf als Geschäftsmann in seiner Vaterstadt nieder, war vier Jahre lang Mitglied der städtischen Verwaltungsbehörden, wurde 1858 in den pennsylvanischen Staatssenat gewählt, trat 1862 als Demokrat in den Kongreß und hat als solcher demselben fast bis zu seinem Tode angehört. Als 1875 die demokratische Partei das erste Mal seit dem Bürgerkrieg im Repräsentantenhaus die Mehrheit erhielt, wurde Rich. Kerr Sprecher, und nach dessen Tod (1876) war R. sein Nachfolger. In dieser Eigenschaft benutzte er seinen Einfluß, um das Haus durch die gefährliche Krisis hindurchzuführen, welche durch die Ungewißheit der Präsidentenwahl, die zwischen Hayes und Tilden schwankte, verursacht war, indem er die Einsetzung eines Wahlausschusses befürwortete, der die streitigen Punkte entscheiden sollte, und es dahin brachte, daß das Haus diese Entscheidung annahm, wodurch wahrscheinlich der Ausbruch eines zweiten Bürgerkriegs vermieden wurde. Seine Geschicklichkeit und Diskretion in der Verwaltung des Sprecheramtes hatte zur Folge, daß er in mehreren Nationalkonventionen als Kandidat der demokratischen Partei zur Präsidentschaft aufgestellt wurde. Er blieb Sprecher bis 1881, als das Haus wieder unter die Kontrolle der Republikaner kam. R. beschäftigte sich hauptsächlich mit Finanz- und Tariffragen. Im J. 1888 zog er sich vom öffentlichen Leben zurück und starb im April 1890 in Washington.

Rangawis (Rangabé), Alexandros Risos, neugriech. Gelehrter und Staatsmann, trat 1887 in den Ruhestand. Sein Sohn Kleon R. ist seit März 1891 griechischer Gesandter in Berlin.

Ranke. 1) Leopold von, Geschichtschreiber. Aus seinem Nachlaß erschienen eine neue Folge der »Abhandlungen und Versuche« (hrsg. von Dove und Wiedemann, Leipz. 1888) und »Zur eignen Lebensgeschichte« (hrsg. von Dove, das. 1890).

Ranzigwerden, s. Fette.

Rapp, Wilhelm, deutsch-amerikan. Journalist und Politiker, geb. 14. Juli 1828 zu Lindau in Bayern als Sohn eines Pfarrers, studierte in Tübingen Theologie, nahm an der freiheitlichen Bewegung von 1848/49 in Schrift und That lebhaften Anteil, wurde nach dem Scheitern der badischen Revolution auf der Flucht nach der Schweiz an der Grenze ergriffen, saß ein Jahr auf dem Asberg, ging nach seiner Freilassung in die Schweiz, wo er zu Ilanz im Kanton Graubünden als Lehrer wirkte, siedelte 1851 nach Amerika über und widmete sich dort dem Zeitungsfach. Von 1853 bis 1856 redigierte er die »Turnzeitung« in Philadelphia und Cincinnati und übernahm 1857 die Leitung des Baltimorer »Wecker«, die er in so entschieden republikanischem Sinne führte, daß der Pöbel der rebellenfreundlichen Stadt das Geschäftslokal der Zeitung stürmte, wobei R. mit knapper Not den Händen der wütenden Rotte entrann. Nach fünfjähriger redaktioneller Thätigkeit an der »Illinois-Staatszeitung« kehrte er 1866 an den »Wecker« zurück, wirkte 1870 durch Reden in zahlreichen Versammlungen mit großem Erfolg für den Fonds, der für die deutschen Verwundeten in Amerika zusammengebracht wurde, und trat 1872 von neuem in die Redaktion der »Illinois-Staatszeitung« ein, in welcher er noch heute hervorragend thätig ist, stets eifrig für Aufrechterhaltung der deutschen Sprache und Sitte eintretend. Hauptsächlich seiner kräftigen Leitung verdanken die Deutschen in Illinois und Wisconsin ihren 1890 errungenen Sieg für ihre Sprache und Schule. Seine größern Reden und seine Reisebriefe aus Deutschland sind unter dem Titel: »Erinnerungen eines Deutsch-Amerikaners an das deutsche Vaterland« (Chicago 1890) erschienen.

Rassenpathologie und -Physiologie, s. Akklimatisation.

Raster, Hermann, deutsch-amerikan. Journalist und Staatsmann, geb. 6. Mai 1827 zu Zerbst, studierte 1845-48 in Leipzig und Berlin Philologie, Geschichte und Staatswissenschaften, beteiligte sich an den revolutionären Bewegungen des Jahres 1848 in Anhalt, wanderte 1851 nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika aus, leitete dort 16 Jahre die »New Yorker Abendzeitung«, korrespondierte zugleich für die ersten Zeitungen Deutschlands und war einer der wertvollsten Mitarbeiter an Appletons »American Cyclopaedia«. 1867 siedelte er nach Chicago über, wo er die Leitung der »Illinois-Staatszeitung«, des zweitbedeutendsten deutschen Blattes in Amerika, übernahm, die er noch gegenwärtig führt. Dort fand er Gelegenheit, als Mitglied der republikanischen Nationalkonventionen von 1868 und 1872 in erheblichem Maße bestimmend auf die Gestaltung der Programme seiner Partei einzuwirken, namentlich gebührt ihm ein großer Teil des Verdienstes dafür, daß die republikanische Partei im J. 1868 sich der sehr nahe an sie herantretenden Versuchung entzog, durch Abzahlung der Nationalschuld in Papiergeld den Nationalbankrott herbeizuführen. Auch hat er einen wesentlichen Anteil an der Begründung der öffentlichen Bibliothek in Chicago. Sein Wirken für die Hebung der Macht und des Einflusses deutschen Wesens, deutscher Sprache und deutscher Bildung in den Vereinigten Staaten, namentlich im Westen derselben, hat ihm die Anerkennung nicht nur seiner Stammgenossen, sondern auch der Anglo-Amerikaner in hohem Grade erworben.

Rauch, Christian Daniel, Bildhauer. Als Schlußband der Biographie von Eggers erschien Band 5: »Rauchs Werke« (130 Lichtdrucktafeln mit Text, Berl. 1890).

Rauch, 1) Gustav Waldemar von, preuß. General, geb. 1819, trat 1836 in ein Kavallerieregiment, ward 1860 Kommandeur des 8., dann des 11. Husarenregiments, an dessen Spitze er den Krieg von 1866 mit Auszeichnung mitmachte, führte sodann die 16. und 20. Kavalleriebrigade und wurde 1870 Generalmajor und Kommandeur der 15. Kavalleriebrigade, an deren Spitze er 16. Aug. bei Mars la Tour schwer verwundet ward. Nach seiner Wiederherstellung wurde er 1871 Kommandant von Frankfurt a. M., 1872 Kommandeur der 9. Division