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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Rudolf; Ruffet; Ruisdael; Rumänien; Rundstabhobelmaschine; Runkelrübe

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Rudolf - Runkelrübe.

ein, mußte sich aber, da er im Parlament keinen Erfolg hatte, schon nach wenigen Wochen wieder zurückziehen. Der Deputiertenkammer gehörte er erst seit der zehnten Legislaturperiode für Canicatti an, welchen Sitz er 1882 mit demjenigen für Syrakus vertauschte. Er gehörte der Rechten an, trat aber während der allgemeinen Wahlen von 1890 für die Politik Crispis ein. In dem neugewählten Parlament einer der einflußreichsten Führer der Rechten, stellte er im Januar 1891 Crispi für die weitere Unterstützung durch seine Anhänger gewisse Bedingungen, welche der Ministerpräsident indessen ablehnte. Darauf trug R. wesentlich zu dem Sturze Crispis bei und wurde nach dessen Entlassung im Februar 1891 mit der Bildung des neuen Ministeriums beauftragt, in welchem er selbst außer dem Vorsitz das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten übernahm.

Rudolf I., von Habsburg, deutscher Kaiser. Vgl. »Aktenstücke zur Geschichte des Deutschen Reichs unter den Königen R. I. und Albrecht I.« (hrsg. von Kaltenbrunner als 1. Bd. der von der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften veröffentlichten »Mitteilungen aus dem vatikanischen Archiv«, Prag 1890).

Ruffet (spr. rüfä), Louis, schweizer. protestantischer Kirchenhistoriker, geb. 13. April 1836 zu Nyon im Kanton Waadt, studierte nach dem Besuch mehrerer deutscher Gymnasien an der Genfer École de theologie libre und wirkte seit 1859 an mehreren Orten als Prediger, 1861-69 in Genf, leitete 1870-72 das spanische Seminar zu Lausanne und wurde 1873 zum Lehrer der Kirchengeschichte an der École de théologie libre in Genf ernannt. Die Universität zu New Jersey ernannte R. zum Ehrendoktor der Theologie. Er schrieb: »Saint Paul, sa double captivité à Rome« (1859); »Récits d'histoire des missions« (2. Aufl. 1864); »Vie de R. de Rod« (1856); »J. G. ^[Jean Guillaume] de la Flechère, esquisse biographique« (1860); »Francesco Sprera« (1864); »Ninive et Genève, ou exemple et devoir« (1865); »Thascius Cyprien, évêque de Carthage« (1872); »Lambert d'Avignon, le réformateur de la Hesse« (1873); »Pietro Carnesecchi, un martyr de la réforme en Italie« (1874); »Vie de César Pronier« (1875); »Jean Louis Micheli« (1875); »Récits d'histoire de l'Église« (1879); »Le comte Agénor de Gasparin« (1884); »Georges Fox et les origines du Quakérisme« (1886); »La traite des nègres et l'esclavage en Afrique« (1889).

Ruisdael, 2) Jakob, holländ. Maler. Vgl. Michel, Jacob van R. et les paysagistes de l'école de Harlem (Par. 1890).

Rumänien (Geschichte). Weil wichtige Angelegenheiten in der ordentlichen Sitzungsperiode der Kammern 1890 nicht erledigt worden waren, wurden dieselben nach Ostern zu einer außerordentlichen Session für Ende April berufen. Sie wurde 28. April vom Ministerpräsidenten Manu eröffnet. Der erste Verhandlungsgegenstand war der für Ausbau und Ausrüstung der Landesbefestigungen verlangte Kredit von 60 Mill. Lei, welcher in vier Raten bewilligt wurde; ebenso ein Kredit von 10 Mill. zu Zwecken der Heeresausrüstung. Der Führer der Junimisten (s. d., Bd. 17), Carp, wies bei der Beratung (9. Mai) auf die wichtige Stellung Rumäniens in dem künftigen Entscheidungskampf zwischen Osten und Westen, zwischen europäischer Kultur und orientalischer Barbarei hin, in welchem R. vor allem auf eine Sicherung seiner offenen östlichen Grenze Bedacht nehmen müsse, während es im Westen durch hohe Gebirge geschützt sei. Das Gesetz über die Reform des Richterstandes, welches die Unabsetzbarkeit der richterlichen Beamten aussprach, erforderte längere Beratungen, weswegen die Parlamentssession verlängert wurde, fand dann aber Annahme. Die 6proz. Eisenbahnobligationen und Rubelschuldverschreibungen wurden in eine 4proz. Rente verwandelt. Die Einführung der Goldwährung wurde mit einer Bankreform abgeschlossen, worauf die Kammern 22. Juni ihre Thätigkeit beendeten. Während der Session fand eine Vereinigung sämtlicher liberaler Gruppen zu einer Partei unter Führung Demeter Bratianos, Joan Bratianos und M. Cogalniceanus statt, welche dem Liberalismus in R. wieder Kraft und Aussicht auf Erfolg zu verleihen schien. Die im November 1890 stattfindenden Gemeinderatswahlen fielen freilich noch zu ungunsten der Liberalen aus. Die Verhandlungen des Ministerpräsidenten Manu mit den Junimisten über die Ergänzung des Ministeriums durch Carp und einige andre Mitglieder dieser Partei endeten mit einem Kompromiß, wonach drei Junimisten in das Kabinett eintreten sollten. Die neue Tagung der Kammern wurde 28. Nov. vom König mit einer Thronrede eröffnet, die vor allem die günstige Finanzlage, welche die Umwandlung der Staatsschuld und die Aufhebung einzelner Steuern ermöglicht habe, hervorhob; das Budget für 1891 sei im Gleichgewicht aufgestellt und das Rechnungsjahr 1890 habe einen Überschuß ergeben. Dennoch gelang es der Regierung nicht, eine feste, zuverlässige Mehrheit in den Kammern zu behaupten. Im Senat erlangten die vereinigten Altkonservativen und Nationalliberalen bei der Präsidentenwahl im Dezember für ihren Kandidaten Florescu die Mehrheit, und nur der Einfluß des Königs und ein rasch beschlossenes Vertrauensvotum des Senats bewogen die Minister, nicht auf ihrem Rücktritt zu bestehen. Bei der Adreßdebatte hielt in beiden Kammern die Regierungsmehrheit noch zusammen. Als aber 26. Febr. 1891 der Senat beschloß, die Beratung über den Gesetzentwurf betreffend den öffentlichen Unterricht auszusetzen, reichte das Ministerium seine Entlassung ein. Der König nahm sie an und beauftragte den General Florescu mit der Bildung eines neuen Kabinetts, die unter Ausschluß der Junimisten im Einverständnis mit der altkonservativen Gruppe Catargiu-Vernescu stattfand. Florescu übernahm den Vorsitz, Catargiu das Innere, Vernescu die Finanzen und Lahovary den Krieg; es war also ein reines Bojarenministerium, dem die Kammer am ersten Tage, 5. März, sofort mit 77 gegen 69 Stimmen ein Tadelsvotum erteilte. Darauf wurden die Kammern 6. März aufgelöst und die Neuwahlen für Ende April ausgeschrieben.

Zur Litteratur: Zingeler, Die Hohenzollern in R. (Bonn 1890); »Acte si documente privitoare la Istoria Renascerei Romaniei« (Bukar. 1888 ff., 7 Bde.); Draghicénu, Geologische Übersichtskarte von R. (mit Text, Berl. 1890); »Das litterarische R.« (Zeitschrift, seit 1889). Rumänische Volkslieder sammelte H. Vacaresco (»Der Rhapsode der Dimbowitza«, deutsch von Carmen Sylva, Bonn 1889).

Rundstabhobelmaschine, s. Holzbearbeitung.

Runkelrübe. Nach Marek (»Mitteilungen aus dem Laboratorium der Universität Königsberg«, 2. Heft, 1889) beträgt die Keimfähigkeit der Zuckerrübe in Prozenten des normalen Saatgutes bei einem Alter von 0-4 Jahren 90-100 Proz., von 5-7 Jahren 45-55 Proz. und von 9 Jahren 24 Proz. Einige Wochen nach dem Aufgehen hat nach Kraus (»Forschungen auf dem Gebiete der Agrikulturphysik« Bd. 11, Heidelb. 1888) die Pfahlwurzel die ganze Tiefe durchwachsen, in welcher sie sich nicht allein in