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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Salzpflanzen; Samak; Sammlerbatterien; San Bon

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Salzpflanzen - San Bon.

mit 2000 Indianern einen Staatsstreich und besetzte einen Teil der Stadt, wurde aber 31. Juli von Ezetas Bruder wieder aus derselben vertrieben, auf der Flucht ergriffen und erschossen. Da Guatemala (s. d.) nicht auf einen leichten und vollständigen Sieg rechnen konnte, zog es der Präsident Barillas vor, mit S. Frieden zu schließen, in welchem dieses seine völlige Unabhängigkeit behauptete. Ezeta wurde hierauf fast einstimmig zum gesetzmäßigen Präsidenten gewählt.

Salzpflanzen (Halophyten), an Meeresküsten und auf Salzstellen des Binnenlandes auftretende Gewächsgruppe, welche sich durch eine Reihe gemeinsamer Merkmale und höchst eigentümliche Verbreitungsverhältnisse auszeichnet. Schon in der Tracht fallen sie durch die Fleischigkeit (Sukkulenz) ihrer Blätter und Stengel auf, welche auch bei vielen nicht strandbewohnenden Pflanzen einzutreten pflegt, sobald sie auf stark salzhaltigem Boden kultiviert werden. Diese Sukkulenz zeigt sich bei Gewächsen aus den verschiedensten Verwandtschaftskreisen, so bei Cakile maritima (Krucifere), Glaux maritimum (Primulacee), Plantago maritima (Plantaginee), Aster Tripolium (Komposite), Triglochin maritima (Junkaginacee), bei zahlreichen Chenopodiaceen (Atriplex, Suaeda, Salsola, Obione u. a.); auch einige Beispiele von Stammsukkulenz sind bei einheimischen S., z. B. den Salicornia-Arten, bekannt, deren Zweige nur aus den fleischig gewordenen Stengelgliedern mit verkümmerten Blättern bestehen. Der Salzgehalt des Bodens steht in deutlichem Zusammenhang mit der Sukkulenz, da z. B. Salicornia nach Batalin bei Kultur auf salzfreiem Boden seine Fleischigkeit einbüßt; auch hat neuerdings Brick den direkten Einfluß des Chlornatriums auf den anatomischen Bau der S. nachgewiesen. Eine große Anzahl dieser Halophyten ist durchaus nicht auf den schmalen salzigen Küstenstrich beschränkt, sondern sie treten auch im nord- und mitteldeutschen Binnenland zerstreut da auf, wo Wasserläufe und Quellen aus tiefer liegenden salzhaltigen Schichten Chlornatrium, Magnesiasalze, Natriumsulfat u. a. auslaugen, so z. B. in der Provinz Brandenburg bei Nauen, in der Provinz Sachsen bei Salzwedel, Salze und Staßfurth, am Salzigen See im Flußgebiet der Salzke, in Thüringen in der Goldenen Aue am Nordfuß des Kyffhäusergebirges zwischen Auleben und der Numburg etc. Auf letzterm Gebiet fehlen von den in Mitteldeutschland überhaupt vorkommenden 25 Arten von Halophyten nur 7; von den 54 überhaupt in Deutschland wachsenden Arten, von denen 26 Arten an die Meeresküste gebunden sind, treten am Salzigen See 18 Arten auf. In der allgemeinen Verbreitung dieser Salzflora fällt auf, daß letztere sich ebensowenig bei Wieliczka in Galizien wie in der Nähe der alpinen Steinsalzlager (Reichenhall, Berchtesgaden, Hall in Nordtirol, Bex im Waadt) entwickelt findet und überhaupt da fehlt, wo die obern Bodenschichten von Kochsalz frei sind. Schwache Spuren einer Halophytenflora besitzt Westgalizien, jedoch fehlen Glaux maritimum, Plantago maritima und Bupleurum tenuissimum; auch Schlesien, Posen und das Königreich Polen sind arm an S., dagegen reich daran Böhmen und Mähren, an deren Salzstellen Natriumsulfat und Magnesiasalze vorherrschen. Auch besitzen die Solquellen, Salzbäche und salzigen Seen des norddeutschen Binnenlandes nach Untersuchungen von Kohn einen größern Reichtum an ozeanischen, auch im Meere vorkommenden Diatomeen als die Alpengegenden. Umgekehrt gibt es endlich eine Reihe entschieden halophytischer, nicht am Strande vorkommender Gewächse, wie Artemisia rupestris und A. laciniata, welche große Strecken am Bernburger Moor bei Rathmannsdorf und Güsten überziehen, außerdem aber nur noch von Artern in Thüringen, von der baltischen Insel Ösel, nach ältern Angaben auch aus dem Lüneburgischen und von Gotland bekannt sind und ihr Hauptverbreitungsgebiet in Sibirien haben. Andre S. beschränken sich auf die Meeresküste (z. B. Armeria maritima, Kochia hirsuta, Obione portulacoides, Statice Behen etc.); die Mehrzahl wächst sowohl am Seestrande als an Salzstellen des Binnenlandes. Zur Erklärung dieser eigentümlichen pflanzengeographischen, auf die Ausbreitung der Salzflora ein Licht werfenden Verhältnisse sind zwei Hypothesen aufgestellt worden; die eine, welche von der sogen. Drifttheorie ausgeht, nimmt an, daß die S. des norddeutschen Binnenlandes Reste der ehemaligen Strandflora des Diluvialmeers seien, welche dasselbe bei seinem Zurückweichen an den Salzstellen zurückgelassen habe. Die zweite Annahme stützt sich auf Thatsachen in der Verbreitung gewisser Steppenpflanzen, auf das Vorkommen von Steppentierresten bei Thiede, Westeregeln, Gera, Saalfeld und Würzburg, sowie auf geologische Gründe und kommt zu der Folgerung, daß in einer bestimmten Periode der Nacheiszeit das norddeutsche Flachland wenigstens stellenweise in klimatischer, faunistischer und floristischer Beziehung Steppencharakter besessen haben muß. Da nun auch eine große Reihe von S. gleich den sogen. Steppenpflanzen (Stipa-Arten u. a.) ihr Hauptverbreitungsgebiet im Steppengebiet Asiens hat, so ist anzunehmen, daß sich auch die Salzsteppenflora gleich den übrigen Elementen gleichen Ursprungs während der nacheiszeitlichen Trockenperiode in Deutschland ansiedelte und sich bis zur Gegenwart nur noch in Resten teils an der Meeresküste, teils an salzhaltigen Stellen des Binnenlandes erhalten hat. Besonders die vom Meere ausgeschlossenen Salzsteppenpflanzen, wie die oben genannten Artemisia-Arten, sprechen für eine solche Annahme, die einen weitern Stützpunkt darin erhält, daß auch halophile Insekten, besonders Käferarten (wie Pogonus, Arten von Amara u. a.), ähnliche Verbreitungsanomalien aufweisen wie die S. Unter letztern entstammen nur diejenigen Arten entschieden nicht den östlichen Steppengebieten, welche sich auf die Meeresküste beschränken und entweder atlantischen Ursprungs sind, d. h. eine den Küsten des Atlantischen Ozeans streng folgende Verbreitung haben (z. B. Honkenya peploides, Statice Behen u. a.), oder als echte Litoralpflanzen eine allgemeine Küstenverbreitung durch fast ganz Europa aufweisen (wie Cakile maritima, Crambe maritima, Eryngium maritimum u. a.). Vgl. Ascherson, Die Salzstellen der Mark Brandenburg (in der »Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft«, Bd. 11, 1859); A. Schulz, Die Vegetationsverhältnisse der Umgebung von Halle (Halle 1887); Petry, Die Vegetationsverhältnisse des Kyffhäusergebirges (das. 1889); Brick, Beiträge zur Biologie und vergleichenden Anatomie der baltischen Strandpflanzen (»Schriften der Naturforschenden Gesellschaft zu Danzig«, Bd. 7, 1888).

Samak, s. Bahreïninseln.

Sammlerbatterien, s. Telegraph.

San Bon (Saint-Bon), S. Pacoret, Graf di, ital. Admiral, geboren in Savoyen, trat in die sardinische Marine, zeichnete sich bei Lissa aus und wurde Konteradmiral und 1873 Marineminister. Er schlug vor, statt der bisherigen Kriegsschiffe Schlachtschiffe von damals unerhörter Größe zu bauen, und setzte