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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Sitting-Bull; Sleeckx; Sloot; Smissen; Smyrna; Snellen

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Sitting-Bull - Snellen.

(Hamb. 1889, 3 Bde.); »Geschichte des Musik- und Konzertwesens in Hamburg« (Altona 1890); »Geschichte der Musik und des Theaters am württembergischen Hose« (Stuttg. 1890, Bd. 1).

Sitting-Bull, Indianerhäuptling aus dem Stamme der Sioux, geb. 1837 als der Sohn des Häuptlings Jumping-Bull, des »Springenden Stieres«, führte in seinem Totem, d. h. seinem Wappen, einen auf seinen Hinterschenkeln sitzenden Büffelstier (daher sein Name). Er war ein Mann von bedeutender geistiger Kraft, unbeugsamem Heldenmut, feuriger Beredsamkeit und politischem Scharfblick, ein tödlicher Feind der Weißen und der Regierung der Vereinigten Staaten, wenn es ihm auch in den letzten Jahren gelang, sein Haß- und Rachegefühl geschickt zu verbergen. Trotz des Vertrags, den die Bundesfriedenskommissäre 1868 mit den Sioux und den nördlichen Cheyennen abgeschlossen hatten, kraft dessen ihnen das Recht zugestanden wurde, auf ihrem alten Gebiet zu jagen, befahl ihnen General Sheridan 1876 wider alles Recht, ihre Jagdgründe aufzugeben und eine Reservation zu beziehen. Die Indianer bestanden jedoch auf ihrem Recht, und die Folge davon war ein blutiger Siouxkrieg, in welchem S. die Führung übernahm. Er verlegte das Hauptlager nach den sogen. Bad-Lands, einer unzugänglichen Felsenwüstenei am Oberlauf des Yellowstone-River, und es gelang ihm 17. Juni 1876, den General Custer, den damals berühmtesten Indian fighter, mit seiner ganzen Truppenmacht bis auf den letzten Mann zu vernichten. Indessen endigte der Kampf doch zu ungunsten der Indianer, und S. trat mit seinen Kriegern auf britisches Gebiet über, erhielt 1880 die Erlaubnis zur Rückkehr und ließ sich mit seinem Stamm auf der diesem zugewiesenen Reservation in Montana nieder. Als diese jedoch zum großen Teil von der Regierung den Rothäuten wieder abgekauft wurde und die Verhandlungen darüber im J. 1889 begannen, widersetzte sich S. aufs heftigste diesem Geschäft und ward dafür seiner Häuptlingsgewalt enthoben. Sobald Anfang November 1890 ein allgemeiner Indianerkrieg auszubrechen drohte, der Messiaswahn überall im NW. der Vereinigten Staaten von Nordamerika auftauchte und die Geistertänze begannen, suchte S. das verlorne Ansehen wiederzugewinnen, wiegelte seinen Stamm auf, gebot ihm, sich an den Tänzen zu beteiligen, und war eben im Begriff, den Oberbefehl zu übernehmen, als er bei dem Versuch seiner Verhaftung durch die Bundestruppen 15. Dez. mit seinem Sohne getötet wurde (s. Vereinigte Staaten von Nordamerika).

Sleeckx, Jan Lambrecht Dominicus, vläm. Schriftsteller, geb. 2. Febr. 1818 zu Antwerpen, wurde 1861 Lehrer an der Normalschule zu Lier, 1879 Schulinspektor und lebt seit 1884 amtlos in Brüssel. Er veröffentlichte außer Schul- und Wörterbüchern zahlreiche volkstümlich realistische Novellen und Dramen, schrieb auch die Geschichte der belgischen Provinzen Antwerpen (1852), Ostflandern (1858) und Brabant (1861). Als Redakteur verschiedener Zeitschriften forderte er die vlämische Bewegung. Gesammelt erschienen seine Werke zu Gent in 17 Bänden.

Sloot, Maria Christina Nicolette, niederländ. Schriftstellerin, geb. 13. Jan. 1853 zu Samarang, lebt in Amsterdam. Unter dem Pseudonym Mathilde und Melati von Java schrieb sie zahlreiche Romane (»De jonkvrouw van Groenenrode«, »De dochter van den resident«, »De gesluierde schilderij«, »Verdwenen«, »Hermelijn« u. a.), die teilweise auch ins Deutsche und ins Dänische übersetzt wurden, den historischen Roman »Van slaaf tot vorst«, die Unterwerfung des Kaiserreichs Mataram behandelnd, und die historisch-poetischen Reiseerinnerungen »Het land van Walter Scott« (Schiedam 1887, reich illustriert).

Smissen, Baron van der, belg. General, erbat und erhielt 30. Juli 1890 seine Entlassung, weil er die ungewöhnliche Ordensverteilung durch den Kriegsminister Pontus für eine sein Offizierkorps beleidigende Maßregel erklärte.

Smyrna. Das Wilajet S. oder Aidin, aus den Sandschaks S., Saruchan, Aidin, Denizlü und Mentesche bestehend, zählte 1887 etwa 1,400,000 Einw., ohne die fremden Schutzbefohlenen und einige Orte bei S. nur 1,250,628, welche zerfallen in 1,026,300 Mohammedaner, 187,485 Griechen, 13,816 Armenier, 21,518 Juden, 924 römische Katholiken, 126 Protestanten, 459 Bulgaren. Es gab damals an Zeitungen 2 türkische, 4 griechische, 4 französische, 1 armenische, 1 spanisch-jüdische und 1 türkisch-griechische. Die Stadt S. zählt nach dem letzten britischen Konsularbericht etwa 210,000 Einw., davon ca. 107,000 Griechen, 52,000 Mohammedaner, 23,000 Juden, 12,000 Armenier, 6500 Italiener, 2500 Franzosen, 2200 Österreicher, 1500 Engländer, besonders Malteser, etc. Die Ausfuhr betrug 1889: 91 Mill. Mk., die Einfuhr 65 Mill. Mk. Von ersterer gingen 46 Proz. nach Großbritannien, 12 Proz. nach Österreich-Ungarn, 10 Proz. nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika, 9 Proz. nach den Niederlanden, 8 Proz. nach Frankreich, während die Einfuhr namentlich aus Großbritannien (40 Proz.), Frankreich (14 Proz.), der Türkei (12 Proz.), Österreich-Ungarn (11 Proz.), Rußland (6 Proz.) und Italien (4 Proz.) kam. In der Provinz S. waren 1888 schon etwa 400,000 Hektar mit Wein bepflanzt, davon gab die Hälfte vollen Ertrag. Der Ertrag an weißen Rosinen, der sich 1880 auf 22,300 Ton., 1886 aber auf 55,000 T. belaufen hatte, war 1887: 34,000 T. (à 1000 kg). Dazu kommen jährlich noch 30,000 T. schwarze Rosinen. Es wurden in S. versteuert an Wein 1881: 1,867,000 kg, 1886: 5,600,000 kg (1000 kg = 920 Lit.).

Snellen, Herman, Ophthalmolog, geb. 1834 zu Zeyst, studierte in Utrecht, habilitierte sich 1862 als Privatdozent, wurde 1877 Universitätsprofessor und als Nachfolger von Donders Direktor der niederländischen Anstalt für Augenleidende. Er schrieb: »Invloed van den nervus vagus op de ademhalingsbewegingen« (1855); »Sclerose van de maagwand« (1855); »Hypertrophie van het rechterhart, gediagnostiseerd als aneurysma aortae« (1855); »Einfluß der Nerven auf die Entzündung« (1855); »Iridesis«, »Entropionnaad« (1862); »Optotypi ad visum determinandum« (»Probebuchstaben zur Bestimmung der Sehschärfe«, 4. deutsche Ausg., Berl. 1873); »De neuro-paralytische oogontsteking, welke zich bij trigeminus-paralyse ontwikkelt« (1864); »Losmaken van acute synechia anterior« (1866); »Die Richtung der Hauptmeridiane des asthmatischen Auges« (1875); »Die Stokesche Linse mit konstanter Achse« (1874); »Über die Durchschneidung der Ciliarnerven bei anhaltender Neuralgie eines amaurotischen Auges« (1874); »Das Phakometer zur Bestimmung von Fokus und Zentrum der Brillengläser« (1876); »Gleichzeitige monokuläre Prüfung beider Augen mittels farbiger Sehproben« (1877); »Sympathische Ophthalmie« (1881); »Progressive schoolbanken« (1883); »Myolica en sclerotomie bij glaucom« (1888); »Die Behandlung des Glaukoms« (1888); »A new operation for plosis« (1889); »Treatment