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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Snouck Hurgronje; Sobbe; Soda; Soden

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Snouck Hurgronje - Soden.

of symblepharon« (1889); »Glaucoma« (deutsch u. engl., 1891). Die meisten der genannten Arbeiten sind in Fachzeitschriften abgedruckt.

Snouck Hurgronje, Christiaan, niederländ. Orientalist und Reisender, geb. 8. Febr. 1857 zu Oosterhout (Nordbrabant), studierte, in Breda vorgebildet, seit 1874 in Leiden zunächst Theologie, widmete sich aber vornehmlich dem Studium der orientalischen Sprachen, besonders des Arabischen unter de Goeje, und erwarb 1880 mit seiner Dissertation über »Het Mekkaansche feest« den Doktorgrad für semitische Sprachen. Nach weitern Studien in Straßburg (Dezember 1880 bis August 1881), wo er unter Nöldeke Syrisch trieb, wurde er Lektor für mohammedanisches Recht am Seminar für Beamte in Niederländisch-Indien zu Leiden und unternahm 1884 eine Forschungsreise nach Arabien, wo er, als mohammedanischer Rechtsgelehrter verkleidet, ein halbes Jahr lang in Mekka zubrachte. Die Ergebnisse dieser Reise legte er in einem grundlegenden Werk »Mekka« (Haag 1888-89, 2 Bde. u. Bilderatlas) nieder. Nach seiner Rückkehr (1885) auch zum Lektor an der Universität ernannt, trat er 1888 im Auftrag der Regierung eine auf zwei Jahre berechnete wissenschaftliche Reise nach Niederländisch-Indien an. Die ihm kurz nach seiner Abreise angetragene Professur der malaiischen Sprache an der Universität Leiden schlug er aus, um auf längere Zeit den Zustand des Islam in Indien gründlich zu studieren. Von seinen übrigen, meist in Fachzeitschriften enthaltenen Arbeiten sind außer der »Festgabe zum siebenten internationalen Orientalistenkongreß« (»Mekkanische Sprichwörter und Redensarten«, 1886) hervorzuheben: »De beteekenis van den Islam voor zijne belijders in Oost-Indië« (1883); »Mr. L. W. C. van den Berg's beoefening van het mohammedanisch recht« (1884); »Der Mahdi« (1885); »Mohamm. recht en rechtswetenschap« (1886); »De Islam« (1887); »De Fikh en de vergelijkende rechtswetenschap« (1886); »Contributions récentes à la connaissance de l'Islam« (1886).

Sobbe, Ludwig Karl Heinrich von, preuß. Generalleutnant, kam 1853 aus dem Kadettenkorps als Sekondleutnant zum Gardeschützenbataillon und verblieb in der Jägerwaffe, abwechselnd dem genannten Bataillon und andern Jägerbataillonen angehörend, bis im Jahre 1868 seine Versetzung in den Generalstab erfolgte. 1858-61 hatte er die Kriegsakademie besucht, war 1864 Adjutant der 1. Gardeinfanteriedivision und 1865 Adjutant der Generalinspektion der Jäger und Schützen geworden, 1860 zum Premierleutnant, 1866 zum Hauptmann befördert worden. Am Kriege von 1870/71 nahm er als Generalstabsoffizier beim Generalkommando des 11. Armeekorps teil, dann kam er in gleicher Eigenschaft zur 21. Division (Frankfurt a. M.) und 1874 als Chef des Generalstabs des 13. Armeekorps nach Württemberg. 1870 erfolgte seine Ernennung zum Major, 1874 die zum Oberstleutnant, 1878 zum Obersten. 1879 erhielt er das Kommando des 91. Infanterieregiments in Oldenburg, 1882 ward er Chef des Generalstabs des 8. Armeekorps (Koblenz), darauf 1885, zum Generalmajor befördert, Kommandeur der 40. Infanteriebrigade in Braunschweig und nach der Thronbesteigung Kaiser Wilhelms II. im August 1888 Generalleutnant und Kommandeur der 1. Gardeinfanteriedivision. Im November 1890 wurde er Gouverneur von Straßburg.

Soda. Wenn man Metallchloride der Elektrolyse in der Weise unterwirft, daß sich leichtlösliche Verbindungen bilden, so werden die gebildeten Produkte, sobald sie sich bis zu einem gewissen Grade angehäuft haben, immer wieder zersetzt. Dies ist z. B. der Fall bei der Zerlegung des Chlornatriums unter Bildung von unterchlorigsaurem Natron oder bei Anwendung eines Diaphragmas unter Zersetzung in Chlor und Ätznatron. Dagegen ist es wohl möglich, die Zersetzung von Chloriden unter vollständiger Ausnutzung des Stroms durchzuführen, wenn dabei schwerlösliche Körper entstehen. So lassen sich Chlorkalium und Chlornatrium in die entsprechenden Chlorate überführen und unter Anwendung eines Diaphragmas Chlorcalcium und Chlormagnesium in Chlor und feste Hydroxyde spalten. Da S. und Natriumbicarbonat in einer gesättigten Lösung von Natriumchlorid schwer löslich sind, so wurde versucht, eine Lösung des letztern unter Einleiten von Kohlensäure direkt in S. und Chlor umzusetzen. Thatsächlich läßt sich der Prozeß so führen, daß sich einerseits Chlor, anderseits kristallisierte S. bildet. Als Kathode dient ein durchlochtes Eisenblech, als Anode eine durchlochte dünne Kohlenscheibe. Beide Elektroden sind kreisförmig, der Rand ist etwa 3 cm breit undurchlocht, um an der so gebildeten Ringfläche die Abdichtung zu ermöglichen. Als Diaphragma dient eine zwischen beide Platten geklemmte Scheibe aus Asbestpappe. Mittels zweier weiterer Porzellanringe und Glasscheiben sind auf beiden Seiten der Elektroden Kammern gebildet. Die Abdichtung erfolgt durch ganz dünne Gummiringe, und das Ganze wird durch Schraubenzwingen zusammengehalten. In der Glasscheibe, welche die Anodenkammer begrenzt, ist unten ein Loch gebohrt, in welches mittels eines Gummiringes eine gebogene weite Glasröhre gesteckt ist. Ein Glasrohr, welches in ein Loch des Porzellanringes der Anodenkammer paßt, führt das gebildete Chlor ab. Der Porzellanring der Kathodenkammer hat oben eine weite Öffnung, welche einerseits die Einführung eines Rohrs zum Einleiten der Kohlensäure, anderseits das Herausnehmen der ausgeschiedenen kristallisierten S. gestattet. Führt man nun durch das Rohr der Anodenkammer so oft wie nötig frisches Kochsalz in Stücken zu und ersetzt man das mit der S. abgeschiedene Wasser, so arbeitet der Apparat kontinuierlich, es scheidet sich ganz reine S. und fast chemisch reines Chlor ab. Der Apparat braucht eine Spannung von 3,2 Volt zur Zersetzung des Kochsalzes und von 2,5 Volt zur Überwindung des Polarisationsstromes, welchen die in der mit Chlor gesättigten Kochsalzlösung stehende Kohlenplatte mit der in mit S. gesättigter Kochsalzlösung stehenden Eisenplatte hervorruft. Die Gesamtspannung war demnach 5,7 Volt. Bei einer Stromstärke von 1,73 Ampère, die mit gewöhnlichen Bunsenelementen erzeugt waren, wurden 0,93 g Chlor pro Stunde abgeschieden. Eine Pferdekraft zu 680 Volt-Ampère gerechnet, würde der Apparat, mit Dynamomaschinen betrieben, 64,5 g Chlor und 259,8 g kristallisierte S. pro Pferdekraft und Stunde abgeschieden haben.

Soden, Julius, Freiherr von, Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, geb. 5. Febr. 1846 zu Ludwigsburg in Württemberg, besuchte das Gymnasium zu Stuttgart, studierte in Tübingen und Göttingen die Rechte, bestand die juristischen Staatsprüfungen in Württemberg und trat, nachdem er den Krieg gegen Frankreich 1870/71 als Kriegsfreiwilliger im württembergischen Reiterregiment Königin Olga mitgemacht hatte, 1871 in das deutsche Auswärtige Amt ein. Er war zunächst Attaché beim Generalkonsulat in Bukarest, 1872 Konsul in Algier, 1876 in Kanton