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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Allwohlsbund; Alonso Martinez; Alpen

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Allwohlsbund - Alpen

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Allia'

keit auf dem rechten Tiberufer, gegenüber der Alliamündung, in den Riserve Torracci und Mandraccio.

Allwohlsbund, s. Bodenbesitzreform.

Alonso Martinez, Don Manuel, span. Staatsmann, geb. 1821 in der Provinz Burgos, ward, nachdem er die Rechte studiert hatte, Advokat, 1854 Mitglied der Cortes, in denen er sich den Liberalen anschloß, und war 1855-56 schon Minister der öffentlichen Arbeiten unter Espartero und O'Donnell und 1863-64 unter Miraflores. Nach der Septemberrevolution (1868) übernahm er unter Sagasta und 1874 unter Serrano das Justizministerium. Dasselbe Portefeuille hatte er 1881-83 und 1886-1888 unter Sagasta inne. Die Reform der Strafgesetzgebung war sein Werk. 1889 wurde er zum Präsidenten der Kammer gewählt. Er starb 13. Jan. 1891 in Madrid. A. war ein bedeutender Rechtsgelehrter und verfaßte mehrere wertvolle Werke.

Alpen. Die älteste Einteilung des östlichen Flügels der A. stammt von den Römern, welche das Gebirge entweder nach den Ländern benannten, denen die A. angehörten, oder nach den Völkern, welche sie bewohnten. In diesem Sinn unterschieden die Römer ihre Rätischen, Norischen, Pannonischen, Tridentinischen, Karnischen und Julischen A. Die Grenzen dieser Alpenteile fielen mit den Länder- und Völkergrenzen zusammen, welche ihrerseits durch den Verlauf der höchsten Gebirgsketten bedingt waren. Diese römische Alpenbenennung hat sich seither jahrhundertelang fast bis in die Gegenwart hinein in der Litteratur erhalten. Erst als man gegen Ende des vorigen Jahrhunderts durch topographische Kartierungen und geologische Aufnahmen mit dem Bau des Gebirges näher bekannt wurde, brach sich die Erkenntnis Bahn, daß die Begrenzung der Gebirgsgruppen den dieselben trennenden Thälern und tiefsten Paßeinsenkungen folgen müsse. Von diesem Gesichtspunkt aus hat vor allem Karl v. Sonklar versucht, das Gebirge nach dem Verlauf der tiefsten Flußläufe zu zergliedern. Die Alpeneinteilung v. Sonklars wurde in neuerer Zeit mit mehr oder weniger bedeutenden Veränderungen von verschiedenen ↔ Seiten angenommen und verbreitet. Neben der Aufstellung von zahlreichen Gebirgsgruppen hat man aber auch die A. wie in longitudinaler Beziehung auch in große transversale Hauptabschnitte zerlegt, deren man bald zwei, bald drei angesetzt hat, und über deren gegenseitige Begrenzung man nicht minder uneinig ist, als über jene der einzelnen Gebirgsgruppen, aus denen sie sich zusammensetzen. Die Zweiteilung in östliche und westliche A. ist die ältere und überdies diejenige, welche den geologischen Verhältnissen der A. am besten entspricht. Nach ihrer Entstehungsgeschichte, Struktur und Zusammensetzung zerfallen die A. in zwei große Abschnitte, welche in der Gegend des Adulagebirges aneinander stoßen. Bei einer Dreiteilung sind die Ansichten nicht bloß über die Abgrenzung der West- und Mittelalpen geteilt, sondern ebenso und noch mehr über diejenige der Mittel- und Ostalpen. Überdies gibt die Bezeichnung des mittlern transversalen Hauptabschnittes als Mittelalpen Anlaß zu Mißverständnissen, indem von einer Seite auch die kristallinische Zentralzone mit demselben Namen belegt wird. Bei der Zweiteilung fällt diese Zweideutigkeit des Ausdrucks zwar weg, doch ist es immerhin besser, für Zentralalpen die Bezeichnung Gneisalpen zu setzen. Die bisherigen Einteilungsversuche der A. gingen fast ausschließlich von den plastischen Verhältnissen des Gebirges aus, indem man den Verlauf des Flußnetzes zu Grunde legte und den geologischen Aufbau vollkommen vernachlässigte. Bei einer naturgemäßen Einteilung müssen aber beide Momente, das oroplastische und geologische, gleichmäßig berücksichtigt werden; beide zusammen bedingen die Physiognomie eines Gebirges, die den besten Anhaltspunkt zur Beurteilung von orographischer Gleichartigkeit und Verschiedenheit liefert.

Einteilung der Ostalpen, nach A. Böhm.
Kärtchen: Einteilung der Ostalpen, nach A. Böhm.

Von diesem Grundsatz ausgehend hat A. Böhm eine neue »natürliche« Einteilung für die Ostalpen durchgeführt (s. obige Kartenskizze). Das Alpensystem setzt sich aus zwei gegen NW. gerichteten Bogenstücken zusammen; dort, wo der westliche Bogen auf den östlichen stößt, tritt eine auffallende Unterbrechung in dem Höhenzug ein, in

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 17.