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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ätzspitze; Auer; Aufbereitung

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Ätzspitze - Aufbereitung.

oberfläche bildete und die entsprechende negative Ladung hatte, geht nach Exner beim Verdampfen nicht unmittelbar in ein permanentes Gas über, sondern besteht im Moment der Lostrennung noch aus mehr oder minder großen flüssigen Partikeln. Daß elektrisch geladenes Wasser rascher verdampft als ungeladenes, und daß demnach der aufsteigende Dampf einen Teil der Ladung mit sich fortführt, schließt Exner aus eignen Versuchen sowie aus solchen von Mascart, wahrend Sohncke diese Möglichkeit auf Grund seiner Experimente bestreitet. Exner schließt aus seinen Untersuchungen ferner, daß die negative Elektrizität die wirklich existierende sei, d. h. daß ein Körper, welcher Elektrizität im Überschuß enthält, uns negativ elektrisch erscheinen müsse.

Ätzspitze, s. Spitzen.

Auer, Ignaz, sozialdemokratischer Politiker, geb. 19. April 1846 zu Dommelstadt bei Passau, erlernte 1859-63 das Sattlerhandwerk zn Neuhaus am Inn, ließ sich in München nieder und schloß sich der sozialistischen Arbeiterpartei an. In den Jahren 1877-78, 1880-87 und seit 1890 war er Mitglied des deutschen Reichstags als Vertreter eines sächsischen Wahlkreises. Als Mitglied des Vorstandes der sozialdemokratischen Partei vertrat er den Grundsatz unbedingter Unterordnung unter denselben und bekämpfte auf den Parteitagen aufs heftigste alle Sonderbestrebungen.

Aufbereitung. Zu Zwecken der magnetischen A., welche zur Zerlegung von Gemischen aus magnetischen und unmagnetischen Erzen (z. B. Eisenstein und Zinkblende) oder zur Trennung unmagnetischen tauben Gesteins von magnetischen Erzen dient und im Anfang der 80er Jahre aufkam, werden fortwährend neue Apparate, bez. Maschinen konstruiert. Fritz Beuther in Fonda de los Banos de Azufre in Ponferrada in Spanien scheidet magnetische Erzteile von nicht magnetischem und von taubem Gestein in der Weise, daß das zu sortierende Material in einen mit Wasser gefüllten Behälter eingeführt und dort an einem gebogenen Blech vorbeigeleitet wird. Hinter demselben rotieren starke Magnete, welche die magnetischen Teile an der konvexen Seite des Bleches haften machen. Sie gleiten längs dieses Bleches hin, bis sie über einen besondern Behälter gelangt sind, und fallen in diesen hinein, nachdem der Magnet den betreffenden Teil des Bleches verlassen hat. Der zur Ausführung dieses Verfahrens erforderliche Apparat in seiner einfachsten Einrichtung ist in Fig. 1 dargestellt. In einem Kasten liegt eine wagerechte Welle W, auf welcher eine Anzahl Magnete M radial befestigt ist. Die Achse dreht sich in der Richtung des Pfeiles. Das Messingblech a b c d ist in beiden Längswänden des Kastens und an dessen Rückseite wasserdicht derart befestigt, daß es eine Scheidewand bildet, auf deren einer Seite Wasser steht, während auf der andern die Magnettrommel im Trocknen läuft. Das Blech verläuft von a bis d geradlinig, von b bis c genau nach einem Kreis gebogen und von c bis d wieder geradlinig. Das kreisförmige Stück legt sich in möglichst geringem Abstand konzentrisch um die Magnettrommel herum und ist von möglichst geringer Stärke, damit die magnetische Kraft recht gut hindurch wirken kann. Die zu trennenden Stoffe werden einem Trichter zugeführt, der durch das erwähnte Blech und ein zweites (e) gebildet wird, und fallen in schmaler Schicht durch dessen untern Schlitz, dabei ziehen die Magnete die magnetischen Teile gegen das Blech b c und führen sie vermöge ihrer Rotation an diesem Blech entlang bis dahin, wo das Blech vom Kreise abweicht und die magnetische Kraft wegen der zunehmenden Entfernung des Bleches von den Magneten zum Festhalten nicht mehr ausreicht. Die nunmehr sich von der Blechwand ablösenden magnetischen Teile gelangen in den Raum o, während die nichtmagnetischen, von den Magneten nicht beeinflußt, gleich unter dem Trichterschlitz nach in hinabfallen. Nichtmagnetische Teile, die etwa zu Anfang von den magnetischen mitgerissen wurden, sowie solche Stückchen, die infolge nicht ausreichender Zerkleinerung zum Teil aus magnetischen, zum Teil aus nichtmagnetischem Stoff bestehen, fallen zwischen o und m in n nieder. Hat man es also mit einem Gemisch von taubem Gestein und magnetischem Erz zu thun, so erhält man in in m nur taubes Gestein, in o gereinigtes Erz und in n ein Gemisch, welches einer weitern Zerkleinerung und nochmaligen Scheidung bedarf. Der wesentliche Vorteil dieses Apparats besteht darin, daß die Trennung der Teilchen nicht, wie sonst üblich, in Luft, sondern in Wasser vorgenommen wird. Hierdurch wird einmal jede lästige und den Arbeitern schädliche Staubbildung vermieden, dann aber unterstützt der größere Auftrieb des Wassers die magnetische Kraft, so daß schwächere Magnete angewendet werden können. R. Moffat in New York will nichtmagnetische metallische Teile von nichtmetallischen Teilen (z. B. Gold von Sand) und eventuell auch noch von magnetischen metallischen Teilen mittels Elektromagneten trennen, die durch elektrische Wechselströme erregt werden und daher fortwährend in rascher Folge ihre Pole wechseln (deutsches Reichspat. Nr. 50,930). Nichtmagnetische Metalle (Gold, Silber, Kupfer etc.), welche gute Leiter sind, werden in der Nähe eines Magnetpols unter der Einwirkung rasch wechselnder Polarität durch Induktion elektrisch und vom Magnetpol abgestoßen, magnetische Metalle (Eisen, Nickel etc.) werden auch bei wechselnder Polarität angezogen, nichtmetallische Körper werden weder abgestoßen noch angezogen. Läßt man also ein körniges Gemisch von Nichtmetallen und von nichtmagnetischen und magnetischen Metallen an dem einen Pol eines feststehenden Wechselpolmagnets in dünner Schicht vorbeigehen, so wird dieselbe in drei Schichten aufgelöst, nämlich in eine Schicht der abgestoßenen, eine zweite Schicht der neutralen und eine dritte Schicht der angezogenen Teile. Der hierzu nötige Apparat (Fig.2) hat einen horizontal feststehenden Elektromagnet A, dessen Kern aus isolierten Eisendrähten oder -Blechen besteht. Er ist umgeben von einer Trommel B, welche in beliebiger

^[Abb. 1: Beuthers magnetischer Aufbereitungsapparat]

^[Abb. 2: Moffats magnetischer Aufbereitungsapparat]