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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Dampfturbine - Dänemark
die Linie Southamvton-Sandy Hookzu Grunde legen).
Während die in England gebauten großen Schnelldampfer, um die größte Leistung zu erzielen, 350 -400 T. Kohle am Tage verbrauchen, hat Fürst Bismarck nur 280 T. verbrannt. Teutonic und City of Paris haben jüngst die Erreichung einer die des Fürst Bismarck übertreffenden Leistung angemeldet. Die Angaben des Teutonic aber (2l),0i: Knoten) werden von Fachmännern ernstlich in Zweifel gezogen, und die City of Paris hatte auf der Reise, auf welcher sie 19,9 Knoten erreicht hat, beständig Maschinenhavarien, so daß das Schiff jetzt überhaupt nicht mehr fährt. Ähnlich erging es den: Schwesterschiff City of New Dork, welches Risse in seinen Cylinderständern und Fundamentplatten erhielt, so daß eine starke Anspannung der Maschineausgeschlossenist. Die älteste der englisch-amerikanischen Schiffahrtsgesellschaften, die Cunard-Gesellschaft, hat jetzt den Vau eines Schnelldampfers von 183 m Länge und 12,000 Ton.Wasserverdrängung bei der Schiffbaugesellschaft in Fairfield in Bestellung gegeben. Die Maschinen des Schiffes follen 21,000 Pferdekräfte entwickeln, 2 Schrauben treiben und dem Schiffe eine größte Geschwindigkeit von 22, für die Dauerfahrt auf hoher See von 21 Knoten geben.
Vor 10 Jahren fingen die Schiffsdampfmaschinen mit dreifacher Expansion, also mit dreifacher Ausnutzung des Dampfes, an, sich einzuführen, und der höchste Dampfdruck betrug 5,4 kA auf 1 <^om. Heute beträgt dieser Druck bereits 14 k^ und die Dreifach-Sxpansionsmaschine ist zur Regel geworden; ebenso der sogen. künstliche Zug zur Anfachung des Feuers in den Kesseln, wenigstens bei den Kriegsschiffen, währetid die Handelsdampfer ihn nur zeitweise anwenden, weil Mannschaft und Kessel dadurch übermäßig angestrengt werden. Ferner werden die Schiffe jetzt fast sämtlich mit zwei Maschinen und zwei Schrauben gebaut. Sehr vermindert hat sich der Kohlenverbrauch.
Er beträgt jetzt durchschnittlich nur noch etwa 700 gfür die Pferdekraft und Stunde. Den größten Fortschritt weist jedoch die Gesamtkraft der Schiffsmotoren auf. Vor 10 Jahren stieg die indizierte Stärke, d. h. die Kraftäuherung der Maschinen am Cylinder gemessen, auf höchstens 11,000Pferdekräfte; jetzt werden 18-20,000 erreicht, das italienische Panzerschiff Sardegna foll es sogar auf 22,800 bringen. Ja man spricht von Maschinen von 25,000 und 30,000 Pferdekräften. Diesen Fortschritten verdankt die Ozeanschiffahrt ihren mächtigen Aufschwung. Die alten Maschinen verbrauchten bei weit geringerer Kraft ebensoviel Kohlen wie die jetzigen; auch war der mitzuführende Brennstoffvorrat viel größer, weil die Reisen länger dauerten, so daß für Passagiere und Fra^t weniger Raum übrigblieb. Die jetzigen gewaltigelt Passagierdampfer machen sich daher im ganzen besser bezahlt als die frühern. Auch bieten sie weniger Gescchren, und zwar hauptsächlich wegen der Doppelmaschinen und der beiden Schrauben. Wird die eine Maschine beschädigt, so ist das Schiff nicht hilflos, sondern fährt mit der andern Maschine, wenn auch langsamer, weiter. Gleiches gilt für einen etwa vorkommenden Bruch der Schrauben.
Dampfturbine. Von Daw in Cleveland in Nord' amerika ist eine neue D. konstruiert worden, welche sich von der D. von Parson (vgl. Dampfmaschine, Bd. 17, S. 205) hauptsächlich dadurch unterscheidet, daß der auf die Schaufeln wirkende Dampf nicht in der Richtung parallel der Wellenachse, sondern senkrecht dazu,' von der Mitte nach dem Umfang der Schaufelräder sich bewegt.
Dampfübel hitzer für Lokomotiven, f. d.
Dampfumfteuenmg, s. Dampfmaschine.
Dänemark. Die Bevölkerung des eigentlichen D., die sich nach den vorläufigen Ergebnissen der Volkszählung vom 1. Febr. 1890 auf 2,172,205 Seelen belief (s. Bd. 18, S. 177), verteilt sich auf die einzelnen Ämter wie folgt:
Ämter
Kopenhagen (Stadt) Kopenhagen < Amt) Frederiksborg .. . Holbäk ....
Eorö.....
Prästö.....
Vornholm .. .. . Maribo ....
Odense.....
Svendborg .. .. .
Die Inseln:
Hjmring.....
Thisted.'.....
Aalborg.....
Viborg.....
Nanders.....
Acnhus.....
Veile......
Ningkjöbing. .. .. .
Ribe......
Halbinsel Iütland:
Dänemark:
Ein
woh ler
1890
Seit 1880 Zunahme (-Abnahme) inw. I Proz.
31238?!
152 711!
84689
94226
89042
100647
38 765
100550!
120 707
1W120
77537
31223
1342
886
1533
- 522
3 401
3543
-8170
18543
1229844
110 603 69407
104801
100 783
110453
157204
111904
98595
78611
129316
10055
5400
859?
7 414
6132
16318
3391
11189
5354
33,0
25,?
1,6
0,9
1.7
- 0.5
9,6
3.6
- 6,3
15,8
Einwohner
auf
1 QKilom.
1890 ! 1880
126
62
56
60
60
W
60
68
82
100
61
56
59
60
hl
58
73
71
11,?! 94
10.0
39
8.4
41
8,9
36
7.9
33
5,9
45
11,6
63
3,1
48
12,8
22
7,3
26
84
36
38
33
31
43
57
47
19
24
94236ij 83850 j 9,6^ 37
34
2172205^ 20^,166^ 10,3^ 56
51
Die Bevölkerung hat im verflossenen Jahrzehnt nur in den Ämtern Odense auf Fünen und Prästö auf Seeland abgenommen. Am stärksten hat sie außer in der Hauptstadt und ihrer Umgebung in den Amtern Svendborg (Fünen), Ringkjöbing und Hjörring in Jütland und auf Bornholm zugenommen.
Nach wie vor ist sie am dünnsten in den südwestlichen Ämtern Jütlands, mehr als doppelt so stark auf der Ostseite der Halbinsel. Die Inselämter zeigen eine ziemlich gleichmäßige Verteilung der Bevölkerung.
Geschichte. Wie üblich wurde der Voranschlag des Staatshaushalts für 1891/92 vom Finanzausschuß des Folkethings bis Anfang Januar 1891 durchberaten und darauf der Kammer zur Plenarberatung vorgelegt. Im Finanzausschuß waren die beiden Gruppen der Linken noch einig gewesen und hatten rundweg alle Mehrforderungen der Regierung gestrichen. Im Thing selbst aber kam es zum offenen Bruch zwischen den Radikalen unter Hörup und Berg und der gemäßigten Linken. Diese setzte 8. Febr. ihren Antrag auf Ermäßigung der Eingangszölle auf Neis, Rohzucker, Schokolade und Petroleum und die Einführung einer Biersteuer trotz des hartnäckigsten Widerstandes der Radikalen mit 55 gegen 33 Stimmen durch und bewilligte bei der Budgetberatung fast alle vom Ausschuß gestrichenen Posten mit Ausnahme der 3 Mill. für die Landesverteidigung, welche aber zum außerordentlichen Budget gehörten.
Auch beendete das Folkething die Budgetberatung bereits 7. März, so daß das Landsthing für seine'Beratung 2^2 Wochen zu seiner Verfügung hatte. Zwar lehnte das Landsthing den Staatshaushaltsentwurf in der vom Folkething beschlossenen Fassung ab, weil die Forderung für die Landesverteidigung gestrichen worden, und nahm die Regierungsvorlage an. Es kam also wiederum kein regelmäßiges Finanzgesetz zu stände, und nachdem die Tagung des Reichstags 1. April 1891 geschlossen worden, ermächtigte ein