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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Frosch - Gabelsberger

Schlesien fanden sich 66 Proz. der Halme von dem Insekt befallen. Als Schutzmaßregel wird bei der Wintergeneration im Fall ausgedehnter Verwüstungen das rechtzeitige Umpflügen des Feldes und dadurch bewirkte Ausrottung des Schädlings empfohlen; gegen die andern Generationen ist schwerer anzukommen. Als natürliche Feinde der kleinen F. haben sich Pteromalinen, Koccinellen und eine Wanzenart (Miris delobratus) erwiesen. Vgl. Wilhelm, Die Haferfliege und die Mittel zu ihrer Bekämpfung (Leipz. 1891).

Frosch, s. Anpassung, S. 28, und Mimikry.

Fruin (spr. freun), Robert, niederländ. Historiker, geb. 14. Nov. 1823 zu Rotterdam, studierte in Leiden und wurde daselbst 1850 Gymnasiallehrer. Seit 1860 Professor der niederländischen Geschichte an der Universität und gegenwärtig der erste Geschichtsforscher der Niederlande, hat er einen Teil seiner umfassenden Forschungen, vornehmlich über die Geschichte der Republik und die Rechtsgeschichte des Mittelalters, in zahlreichen, nach Form und Inhalt ausgezeichneten Zeitschriftsartikeln niedergelegt. Sein Hauptwerk ist: "Tien jaren uit den 80jarigen oorlog" (Haag 1861; 4. Aufl. 1888). Er redigiert die "Bijdragen voor vaderlandsche geschiedenis".

Fugger, Fürstengeschlecht. Fürst Karl v. F.-Babenhausen, Senior des gesamten fürstlichen und gräflichen Hauses, wurde im November 1891 zum Präsidenten des bayrischen Reichsrates ernannt; er gilt als gemäßigt liberal.

Fukuzawa Jutichi, einer der Führer Japans auf geistigem Gebiet, geb. 1834 in Buzen, studierte in Osaka Holländisch und unternahm 1860 eine Reise nach Amerika und später auch nach Europa. Seit seinem Aufenthalt in Amerika eifriger Anhänger des Utilitarismus, veröffentlichte er 1866 zur Belehrung seiner Landsleute eine Schrift: "Seiyô Jijo" (Westliche Sitten), und gründete in Tokio eine eigne Schule, die Keiô-gijiku, eine Art Privatuniversität, die bald großen Ruf erhielt und aus der Tausende von Schülern hervorgegangen sind (unter den jetzigen Reichstagsabgeordneten Japans befinden sich über 40 frühere Schüler Fukuzawas). Seit 1881 gibt er eine Zeitung "Jiji Shimpô" heraus, die eine unabhängige Haltung einnimmt und zu den einflußreichsten und angesehensten Organen Tokios gehört. Ein öffentliches Amt hat F. nie angenommen.

Fulda, Ludwig, dramat. Dichter, geb. 15. Juli 1862 zu Frankfurt a. M., studierte an den Universitäten Heidelberg, Berlin, Leipzig germanische Philologie, Litteraturgeschichte und Philosophie und wurde 1883 in Heidelberg zum Doktor promoviert auf Grund der Abhandlung über Christian Weise, die er in seiner schon während der Studienzeit besorgten Ausgabe der "Gegner der zweiten schlesischen Schule" (in Kürschners "Deutsche Nationallitteratur") veröffentlicht hat. Schon zu dieser Zeit versuchte sich F. in poetischen Arbeiten; ein Lustspiel in Versen: "Die Aufrichtigen" (in Reclams Universalbibliothek), wurde 1882 bei Gelegenheit einer von der Prager "Concordia" ausgeschriebenen Preiskonkurrenz zur Aufführung empfohlen und ging über mehrere große Bühnen. 1884 siedelte sich F. in München an, wo Paul Heyse großen Einfluß auf seine dichterische Ausbildung gewann. Hier entschloß sich auch F., sich ausschließlich der Poesie zu widmen. Im Herbst 1888 ließ er sich in Berlin nieder und trat jener Gruppe von jungen Dichtern bei, die im Sinne eines gemäßigten künstlerischen Realismus wirken, d. h. er schloß ein Kompromiß zwischen Heyse und Ibsen. Fuldas Talent hat sich zunächst in einer ungewöhnlich leichten Herrschaft über die sprachlichen und künstlerischen Formen der Poesie bekundet; seine Persönlichkeit ist zur Zeit noch sehr im Werden; er ist schmiegsam und nachempfindend, aber auch sehr witzig und jedenfalls ein ernster Künstler. Seine größten Erfolge hatte er mit den anmutigen Lustspielen"Unter vier Augen" (Einakter, Leipz. 1886), "Die wilde Jagd" (1888) und mit dem sozialen Schauspiel "Das verlorne Paradies"(1890). Außerdem erschienen von ihm: "Satura. Grillen und Schwänke" (Leipz. 1884, später in die "Gedichte" aufgenommen); die Lustspiele: "Das Recht der Frau" (das. 1884), "Frühling im Winter" (Verl. 1887); "Neue Jugend", Novelle in Versen (Frankf. a. M. 1887); "Sinngedichte" (Dresd. 1888); "Gedichte" (Verl. 1890); "Die Sklavin", Schauspiel (Stuttg.

1892); "Molieres Meisterwerke" (das. 1892).

Fürsorge für entlassene Sträflinge, s. Gefängnisvereine.

Fürstenberg, Karl Egon, Fürst zu, Haupt der fürstlichen Hauptlinie in Schwaben, starb 14. März 1892 in Paris; er war ein eifriger Gönner und Förderer von Kunst und Wissenschaft.

Gabelsberger. Die hundertste Wiederkehr von Gabelsöergers Geburtstag wurde 1889 nur in engerem Kreise begangen, dagegen fand im August 1890 Zu München unter zahlreicher Beteiligung der ganzen Stenographenwelt die Hauptfeier statt, bei der ein von S. Eberle modelliertes Erzdenkmal Gabelsbergers (an der Kreuzung der Barer- und Ottostraße) enthüllt ward. Bei den Stenographenversammlungen, die damit verbunden waren, kam es zur Vereinbarung eines Vertrags zwischen dem Deutschen Gabelsberger-Stenographenbund und dem Königl. stenographischen Institut zu Dresden über die beiderseitigen Befugnisse hinsichtlich der Fortbildung des Systems. Die Reformarbeit ist bisher nur von geringem Erfolg gewesen, da die Mehrheit der Schule wenig Interesse dafür an den Tag legt. In den letzten Jahren ist das System auf zwei weitere Sprachen, Armenisch und Volapük, übertragen worden, während die ältern Übertragungen auf das Englische, Niederländische, Französische und Spanische durch neuere Bearbeitungen ersetzt worden sind. Die Übertragung auf das Italienische durch Noe ist in zwei Richtungen auseinandergegangen, indem eine Reformpartei unter Perelli am System Neuerungen vorgenommen hat, die nur von einem Teil der italienischen Schule befolgt werden. In den slawischen Ländern fangen die Bestrebungen, die Slawen auf eigne stenographische Füße zu stellen, d. h. anstatt der bisher angewandten Übertragungen ausländischer Systeme, besonders des Gabelsbergerschen, selbständige Nationalsysteme zu schaffen, an, eine greifbarere Gestalt zu gewinnen. Die Zahl der Personen, welche neu in das Gabelsbergersche System oder seine Übertragungen eingeführt worden