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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Gadara - Gangarten des Pferdes
sind, belief sich in jeden: der letzten Jahre auf ungefähr 30,000. Wie die neueste' Statistik sagt, gibt es jetzt 760 Gabelsbergersche Stenographenvereine mit 20,900 Mitgliedern. - Zur Litteratur: R. Fischer, Briefwechsel zwischen G. und Wigard (Leipz. 1886); Derselbe, Briefe Gabelsbergers an Heger, Posener und Anders (das. 1890); Lautenhamer, Zur Erinnerung an die Enthüllung des Gabelsberger-Denkmals (Münch. 1891); »Fr.
X. G. und seine Kunst«, Festschrift (das. 1890); W. A. Fett, Die Säkularfeier der Schule Gabelsbergers (Königsb. 1890); W. Jones, G. und Faulmann (Frankf. a. M. 1888); I. Verger, G. und Faulmann (Wien 1889); L. H., Roller und G.
(1887); W. Velten, Niemals! Niemals! Beantwortung der Frage: Darf die Gabelsbergersche Stenographie in die höhern Schulen eingeführt werden? (Essen u.Leipz.1884);K.Faulmann,G.undStolze (Wien 1889); I. A. Prazäk, Gabelsbergers Werk auf dem Gebiete der slawischen Sprachen (Münch.
1890); D. Dessau, L^ktuw^ om äst noi-äi^e 6-.-8t6N0Fi ^linsäk (Kopenh. 1888); »^Ui <l6i I. con-Ar688o ä6^1i 8t6U0Zi'aii, Lcuola. O-.-^os« (Flor. 1888); F. Sieb er, Geschichtstafeln zu Gabelsbergers Leben und der Entwickelung seines Werkes (Basel 1889); »Jahrbuch der Schule Gabelsbergers« (Leipz. 1892).
Gadara, der Hauptort von Peräa in Palästina, ist neuerdings durch Gottlieb Schumacher (vgl. dessen »^0i't1i6i-n '^Mn«,Lond.1890, mit zahlreichen Plänen und Abbildungen) in seinen Ruinen gründlich untersucht und aufgenommen worden. Die 364 in hoch gelegenen, von Ringmauern umgebenen Ruinen führen heute den Namen el-Melab, d. h. Spielplatz; südöstlich von ihnen liegt das Araberdorf Umm Keis oder Mkeis mit 200 Einw. Die Lage ist in jeder Hinsicht ausgezeichnet; nach N., W. und S. decken steile Abhänge die Stadt, von welcher man eine wundervolle Aussicht über das nördliche 'Adschlun, den See von Tiberias, das Thal des Jarmuk :c. hat, und im O. dehnt sich die reiche Ard el-Alä mit ihren Getreidefeldern aus. Schumacher gibt Pläne und Abbildungen von zwei Theatern, einem größern im O. und einem kleinern in: W. der Stadt, einer dreischiffigen Basilika (G. war in spätern Zeiten Sitz eines Bischofs von?a1a68tin9. seeunä H), an deren Stelle ursprünglich ein heidnischer Tempel stand.
Vor dem Ostthor sind ein unterirdisches Mausoleum, zahlreiche einzeln stehende Sarkophage und über 300 Vegräbnishöhlen erhalten, deren heutige Benennung Dschedür oder Dscheour Umm.. Keis den antiken Namen der Stadt bewahrt hat. Östlich der Stadt hat sich die römische Straße nach dem tzauran und eine offene antike Wasserleitung erhalten, welche nach Angabe der Eingebornen von e'-Sanamen (halbwegs zwischen Derät und Damaskus) herkommt.
Galgötzy, Anton, österreich. General, geb. 1837 zu Sepsi-Szent-Gnörgy (Siebenbürgen), trat 1851 als Kadett in das 37. Infanterieregiment und machte als Generalstabshauptmann den Feldzug 1866 in Italien mit, 1869-71 bei der Mappierungsgruppe des Militärgeographischen Instituts, seit 1870 als Major in Verwendung, kam er 1872 als Generalstabschef zum Militärkommando nach Kaschau und 1874, seit 1873 Oberstleutnant, zum Generalkommando nach Brunn. Er wurde 1876 Oberst, 1877 Chef des Bureaus für operative und besondere Generalstabsarbeiten, 1881 Kommandant des 34. Infanterieregiments, 1882 der 6. Gebirgsbrigade, als welcher er an der Bekämpfung des Aufstandes in Süddalmatien und der Herzegowina teilnahm. 1882
zum Generalmajor, 1886 zum Kommandanten der 1. Infanterietruppendivision in Sarajevo, 1887 zum Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, hierauf zum Feldmarschallleutnant befördert, wurde er Oktober 1891 zum Kommandanten des 10. Korps und kommandierenden General in Przemysl ernannt.
G. ist seit Oktober 1891 Inhaber des Infanterieregiments Nr. 71.
Galizyn, 6) Michael I.Michailowitsch, Fürst, russ. Feldmarschall. Ihm zu Ehren erhielt 1891 das 9. russische Altingermannsche Infanterieregiment seinen Namen. Nach dem Fürsten Alexander Michal lowitsch (G. 8) wurde das 69. russische Njäsansche Infanterieregiment benannt.
Gallen, springende, s. Bohnen, springende.
Gallensteine, Vilduna, Bekämpfung, s. Innere
Medizin.
Galvanotropismus nennt Verworn die Erscheinung, daß niedere Organismen, z. B. Ciliaten und andre Infusorien, einem konstanten galvanischen Strom ausgesetzt, vom positiven Pol (Anode) zum negativen (Kathode) wandern. Bringt man z. B. auf einen Objektträger mit zwei unpolarisierbaren Elektroden einen Tropfen Wasser, der eine Ciliate, z. B.
?Hi'9>ino6eiuni aui'klia,, in möglichst großer Zahl enthält, so sieht man im Augenblick der Stromschließung schon mit bloßem Auge sämtliche Tiere die Anode verlassen und sich in dichten Scharen an der Kathode sammeln. Hier bleiben sie während der ganzen Dauer des Stromes, während die andre Seite leer bleibt. Gleich nach der Öffnung des Stromes kehren sie zur Anode zurück. Daß es sich bei dieser Erscheinung nicht um ein passives Davongeführtwerden mit strömenden Wasserteilchen handelt, beweist unter anderm der Umstand, daß, wenn man durch Ätherisieren die Wimperbewegung der Tierchen aufhebt, auch nicht die geringste Bewegung nach einem Pole zu stattfindet. Der G. ist also eine Lebenserscheinung. Werden die unpolarisierbaren Elektroden durch einfache Kupferelektroden ersetzt, so schwimmen die Protisten nach geschehener Stromschließung wie gewöhnlich zur Kathode, werden aber durch die sich dort bildenden giftigen Zersetzungsprodukte in schnelle Achsendrehung versetzt und sterben gewöhnlich, schon bevor sie die Kathode erreichen. Nach kurzer Zeit sind sie sämtlich tot in der Nähe der Kathode gesammelt. Vgl. Verworn, Psucho-physiologische Protistenstudien (Jena 1891)-. -Als G. bei Pflanzen haben Elfving und Brunchorst die Krümmungen der Wurzeln bezeichnet, die eintreten, wenn durch Wasser, in welchem sie wachsen, ein elektrischer Strom geht. Hierbei scheint indessen nur die negative Krümmung, d. h. die Abwendung von dem Strom, als G. bezeichnet werden zu dürfen.
Gameten, s. Wassernetzalge.
Gamucci, Baldassars, Komponist und Musikschriftsteller, starb im Februar 1892 in Florenz.
Gangarten des Pferdes. Die natürlichen G. sind der Schritt, bei welchem vom Reitpferd auf ebenem Wege 1 kin in etwa 10 Minuten, vom Lastpferd, je nach der Last, in 12-15 Minuten zurückgelegt wird, der Trab, bei welchem 1 km in 4-5 Minuten, und der Galopp, bei welchem 1 kin in 2,5-3 Minuten (im Renngalopp in 67,5 Sekunden) zurückgelegt wird. Die Bewegung des Pferdes bei verschiedenen G. ist neuerdings durch die photographischen Momentaufnahmen von Anschützin Lissa klargestellt worden. Nach Schönbeck (»Deutsche landw.
Presse«, Berl. 1891, Nr. 18) lassen diese Aufnahmen erkennen, daß die Hinterbeine zur Vorwärtsbewegung,