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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Getreideproduktion und Getreidehandel (Einfuhrländer)
Roggen Weizen Mühlenfabrikate Zusammen 1879-82: 145,9 69,6 0.5 216.0
1883-86: 141,9 71.1 1,5 217,5
Iuraschek berechnet dagegen den durchschnittlichen Verbrauch weit niedriger, für 1889/90 auf nur 162,35 k^', wovon 23,82 ^F, d. h. 14,67 Proz., auf die üimuhr entfallen sollen, während Engel den Prozentsatz der Einfuhr 1884 auf 18,5 Proz. berechnete, bei einem jährlichen Verbrauch von 187/>?1^. Hierbei find natürlich alle Altersklassen inbegriffen; für Soldaten sind die vorgeschriebenen Nationen: 280K^ Brot, 18,3 kß- Mehl ohne Hülsenfrüchte und Reis, die wir hier nicht in Betracht ziehen können.
Der Getreidehandel ist in den letzten Jahren fast ausschließlich Einfuhrhandel geworden. Während 166^.63 noch ausgeführt wurden: 19,221 Ton. Roggen, 145,987 T. Weizen, 100,315 T. Gerste, 46,513 T. .^afer, gelangten 1890/91 nur noch 64 T. Roggen, 1005 T. Weizen, 7060 T. Gerste und 433 T. Hafer zur Ausfuhr. Dagegen hat die Einfuhr sehr bedeutende Dimensionen angenommen. Sie erreichte 1884/85 mit 842,122 T/ Roggen, 780,671 T. Weizen, 583,683 T. Gerste und 293,406 T. Hafer die höchsten bisher vorgekommenen Ziffern und belief sich 1890/91 auf 527,989 T. Roggen, 517,668 T.
Weizen, 750,788 T. Gerste und 137,641 T. Hafer.
Der Geldwert des Getreidehandels bezifferte sich in den Jahren 1880-89 im Durchschnitt in der Einfuhr auf 309,19, in der Ausfuhr auf 56,8? Milk. Mk.
Dagegen betrug 1890 die Einfuhr von Getreide, Malz, Mehl:c. 441,560,000, die Ausfuhr nur 36,294,000 Mk. tzauptposten der Einfuhr:
Weizen. 104149000 Mark Roggen. 98(93000 -Gerste .. 98009000 Mais.
Hafer.
Neis .
54408000 Mark 21787000 .
18918000 .
Dazu kommen noch geringere Beträge für Malz, Mehl u. a., während eine nicht unbeträchtliche Ausfuhr von Mehl (21,498,000 Mk.), Gerste u. a. stattfindet. Die Mehreinfuhr ist eine von Jahr zu Jahr in gewaltigem Nmfang zunehmende. Die danach zum Verbrauch stehenden Mengen sind sehr bedeutende.
Rechnet man nach Settegast als Aussaatquantum pro Hektar für Winter- und Sommerausfaat bei Roggen 170, bei Gerste 150, bei Hafer 160 k^ und bei Weizen für Winteraussaat 170, für Sommeraussaat 184 k^, so ergibt sich für 1890/91 in Tonnen:
größerer Bedeutung, doch sind dieselben nur als Durchgangsländer für überseeische Provenienzen zu betrachten, da auch ihr Getreidehandel passiv ist. Die Zölle auf Getreide, Hülsenfrüchte und Malz, welche 1836 - 65 zwischen 1000 (1854 und 1855) und 1,446,000 Mk. (1851) schwankten und während dieser Periode vom gesamten Eingangszollertrag 0,2 -2,i Proz., auf den Kopf zwischen 0^5 und 4,8 Mk. ausmachten, 1866-79 ganz in Wegfall kamen und 1880 wieder eingeführt wurden, stiegen von da ab bis 1890 von 14,455,000 auf 111,440,000 Mk., der aus sie fallende Prozentsatz vom Eingangszollertrag von 8,7 auf 28,2 Proz. und der Betrag pro Kopf von 32,4 auf 225,5 Mk. Da der Zoll pro Tonne für Weizen und Roggen 50, für Hafer 40, für Gerste 22^2 und für Mais 20Mk. betrug, so erreichte der Zoll von der Mehreinfuhr 1889/90 folgende Summen: Es wurden an Zoll entrichtet für
1564247 Ton. Weizen und Roggen 78112300 Mark,
257092 - Hafer.....10^83680 731001 - Gerste.....14935520 »
314819 - Mais.....6 296380 Zus.: 2867159 Ton. Getreide .. .. .. 109677880 Mark
^Großbritanniens Der Anbau von Cerealien nimmt hier mit jedem Jahre ab, ein beachtenswerter Beleg für den gewaltigen Einfluß, welchen der englische Freihandel auf die englische Landwirtschaft in der Richtung einer ständigen Abdrängung derselben vom Getreidebau, ja von der Ackerwirtschaft überhaupt ausübt. Der Bau von Kornfrüchten ging im Vereinigten Königreich von 3,829,700 Hektar 1890 auf 3,777,404 Hektar 1891 zurück, was einen Rückgang von rund 400,000 Hektar gegen die Turchschnittsziffer in 1875 - 80 bedeutet. Daran ist in der Hauptsache der Weizenbau beteiligt, während Hafer- und Gerstenbau eine kleine Zunahme zeigen.
Weizen.
> Gerste .! Hafer .
Roggen Weizen
Gesamtmenge .. .. . Nussaatmenge .. .. . Bleibt zum Verbrauch
6395.856
990069
5405 787
3347674
335 732
3011942
Gerste
3027674
250665
2776495
haser
5050 752
625 691
44^5061
Da die Ernte von 1891 weit geringer ausgefallen ist als die von 1890, so ist die Einfuhr natürlich noch eine weit bedeutendere gewesen, und dies trotz der ganz außerordentlich gestiegenen Brotpreise.
Wenn die Juni-Durchschnittspreise 1887 pro 1000^ Roggen 125,30, für Roggenmehl 17,55 Mk. pro Zentner betrugen, so stiegen dieselben bis 1891 auf 212,04, bez. 28,83 Mk., so daß die Weizenpreise erheblich überholt wurden. Die bedeutendste Bezugsquelle ist immer Rußland gewesen, das 1891 von einer Einfuhr von 9,067,610 Ztr. Weizen allein 5,162,397 Ztr. lieferte, von 8,4W,225 Ztr. Roggen 6,201,844 Ztr., von 1,036,608 Ztr. Hafer 1,036,608 Ztr., von 7,260,701 Ztr. Gerste 2,949,986Ztr., während Österreich-Ungarn und die Vereinigten Staaten weit weniger hervortreten. Sonst sind als Getreideeinfuhrländer nur noch Belgien und die Niederlande von
956397
920398
1655116
991471
917446
1649604
Ertrag in Nushcls zu
36,:i5 Liter 1890 ! 1889
75993883 ! 75883611 80 793525 i 74 703 755
171295404 164078 736
Diese Mengen reichen nun aber nicht annähernd für die Ernährung der rasch wachsenden Bevölkerung aus, die auch relativ immer mehr konsumiert. Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre verbrauchte Großbritannien je 71 Mill. Iii Weizen. Davon liefert das eigne Land weniger als die Hälfte, so daß unter den 38^2 Mill.
Bewohnern Großbritanniens in Normaljahren 17 Mill. Menschen von dem eignen, dagegen 21V2 Mill. von fremdländischem Brot leben, in Mißjahren das Verhältnis aber noch ungünstiger wird. Im achtjährigen Durchschnitt kamen in Hektolitern auf
Heimische Durchschnittlicher
Produktion Ginfuhr jährl. Verbrauch
1852/53-1859/60
38266000 13521000 51794000
1860V1-1867/68
35 625000 23520000 59173000
1868/69-1875/76
33 788000 30562000 64349000
1876/77-1883,84
1?5454000 45 932 000 71386000
1884/85-1890,91
24716000 50479000 75195000
Wie man sieht, eine beständige Abnahme der heimischen Produktion, während die Einfuhr in noch stärkerm Verhältnis wächst. In den ersten 8 Jahren war die ausländische Weizenmenge nur etwa ein Viertel des verbrauchten Weizens, während in den letzten 7 Jahren rund zwei Drittel ausländischen Ursprunges waren. Die Einfuhr von Brotfrüchten er-