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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Herzogenberg - Hessen
i'ik 6to.« (Leipz.1864), wofür er 1866 von der Pariser ^e^lieniio äes iii Lciiptioiis 6t 1)61168- le Nres den ersten Preis äeL ^l Ui^uitöL (^6 1^ ^i'auo6 erhielt; ferner: »Untersuchungen über die Bildungsgeschichte der griechischen und lateinischen Sprache« (das. 1871); »Vermessung des römischen Grenzwalles in seinem Laufe durch'das Königreich Württemberg« (Stuttg.
1880); »Geschichte und System der römischen Staatsverfassung« (Leipz. 1881-91, 2 Bde.).
Hcrzogenberg, Heinrich von, Komponist, geb.
10. Juni 1843 in Graz, besuchte 1862-64 das Wiener Konservatorium,wo er besonders den Nnterricht F.O.
Dessoffs genoß, und siedelte 1872 nach Leipzig über, wo er 1874 den Bach-Verein begründete, dessen Leitung er im Herbst 1875 übernahm. Im Oktober 1885 wurde er als Nachfolger Kiels als Kompositionslehrer an die königliche Hochschule für Musik in Berlin berufen, Direktor der Kompositionsabteilung und Vorsteher einer akademischen Meisterschule mit dem Titel Professor. Als Komponist machte sich H. zunächstdurch eine Reihe vortrefflich gearbeiteter Kammermusikwerke (Trios, Streichquartette, Quintett mit Blasinstrumenten, Trio für Klarinette, Oboe und Horn), durch sein »Deutsches Liederspiel« (mit vierhändiger Klavierbegleitung) und kleinere Chorkompositionen (darunter 5-6 stimmige a. cappella-Gesänge) bekannt, brachte aber seither auch Symphonien (ö moii 1885,L äur 1890) und große Werke für Solo, Chor und
»Requiem«).
Herztöne. Von den beiden Tönen, dre man bei der Auskultation des Herzens hört und von denen der eine in die Zeit der systolischen Zusammenziehung des Herzens, der andre in den Beginn der Herzerschlaffung (Diastole) fällt, ist der letztere sicher ein Klappenton, d. h. er kommt durch Schwingungen der sich schließenden Semilunarklappen (die am Eingang in die Aorta und in die große Lungenarterie gelegen sind) zu stände. Über die Entstehungsweise des systolischen Tones gehen die Meinungen auseinander. Während die einen auch ihn für einen Klappenton halten und glauben, daß die durch das andringende Blut hervorgerufenen Schwingungen der zwischen Vorhöfen und Kammern des Herzens befindlichen Atrioventrikularklappen ihn verursachen, sind andre der Meinung, daß dieser Herzton im wesentlichen ein Muskelton sei, d. h. ein Ton, wie er auch bei der willkürlichen oder durch Reize künstlich herbeigeführten Zusammenziehung andrer Muskeln gehört wird. Zu den zu gunsten dieser letztern Ansicht von Williams und von Ludwig und Dogiel beigebrachten Beweisen haben kürzlich Krehl und Kasem-Beck neue hinzugefügt. Krehl vermochte durch eine besondere in das Herz eines Tieres eingeführte Vorrichtung die Vorhofkammerklapven vollständig auszuschalten, ohne dadurch den Blutstrom zu hemmen.
Der systolische Herzton blieb dabei trotz der Unmöglichkeit von .Vappenschwingungen bestehen. Auch am Herzen verblutender Tiere war er noch zu hören, wenn der diastolische Ton bereits verschwunden war.
Kasem-Veck verhinderte die Klappenspannung in andrer Weise und sah sowohl bei diesem Verfahren als auch dann, wenn er bei einem Tiere den Blutzufluß zum Herzen durch Kompression der großen Venenstämme aufgehoben hatte, den systolischen Herzton fortbestehen. Es darf demnach jetzt wohl als sicher gelten, daß an der Entstehung dieses Tones nicht öder wenigstens nicht in erster Linie die Klappen beteiligt sind, sondern daß er in der That vorwiegend als ein Muskelton anzusehen ist. Die Erfahrung der
Arzte, daß bei Klappenerkrankungen statt des systolischen Herztons ein Geräusch erscheint, darf nicht als Einwand gegen diese Auffassung geltend gemacht werden, da ja unter pathologischen Bedingungen ein Moment deutlich hervortreten könnte, dem unter normalen Verhältnissen nur eine untergeordnete Bedeutung zukommt.
Hessen. Die Bevölkerung.des Großherzogtums betrug nach der Volkszählung vom 1. Dez^ 1890:992,883 Seelen (gegen 956,611 im I. 1885). Auf die drei Provinzen verteilt sich die Bevölkerung wie folgt:
I Einwohner! 1890
Zunahme Einwohner
auf
Einwohner^ Proz. i QKilom.
419642 265912 307329 17264 2868 10140 4,29 1.09 5,54 139 81 224
992883
36272 3,79 129
P rouinz c n
5tarkenburg .. .. . Odcrhessen....
Nheinhessen .. .. .
Zusammen:
Die Zunahme der Bevölkerung im Zeitraum 1885-1890 war mit jährlich 0,74Proz. stärker als in der Periode 1880-85 (0,i3 Proz.), aber erheblich geringer als in den Jahren 1875-80 (1,14 Proz.). Die stärkste Zunahme zeigten die Kreise Mainz (9,i? Proz.), Offenbach (9,0« Proz.), Darmstadt (8,66 Proz.) und Worms (7,40 Proz.), was besonders durch das Wachstum ihrer Hauptstädte veranlaßt wird. Mehr als 10,000 Einw. besaßen Mainz (71,395), Darmstadt (55,883), Offenbach (35,064), Worms (25,444) und Gießen (20,416). Nach dem Geschlecht entfallen auf 100 männliche 101,6 weibliche Personen.
Das Budget für jedes Jahr der Finanzperiode 1891-94 veranschlagt die ordentlichen Einnahmen auf 24,653,219 Mk., die ordentlichen Ausgaben auf 24,128,516 Mk. Hauptposten darin sind: '
Einnahmen:
Ausgaben
Marl Mark
Domänen u. Forsten 5 683 636 Lasten und Abgänge 1368109
Regalien ....
5000 Staatsschuld .. .. . 1127 355
Direkte Steuern. . 8 750186 Pensionen ....
1058 500
Indirekte Auflagen.
2 191613 Großherzogl.Hauslc.
1199145
Aus Reichssteuern . 6 650000 Etaatsministcrium . 344510
Aus verschiedenen Minist, des Innern 7598 094
Quellen ....
1371784 Minist, der Finanzen 5386 966
Matrikularbeiträge . 6000000
Für jedes Jahr der dreijährigen Finanzperiode wird demnach aus den ordentlichen Einnahmen ein Überschuh uon 524,703 Mk. erwartet. Die jährlichen Ausgaben haben sich gegenüber der vorigen Finanzperiode um 2^/4 Mill. Mt. erhöht, wofür vornehmlich der um 2 Mill. höhere Ansatz der Matrikularbeiträge eine Erklärung gibt. Die Einnahmen aus der Reichskasse haben sich dagegen nur um 1,3 Mill.Mk. erhöht; der weitere Ausfall ist durch Erhöhung der direkten Steuern um 750,000 und der Erträge aus Domänen und Forsten um 374,(X)0 Mk. gedeckt. Das außerordentliche Budget für die ganze Finanzperiode 1891 -94 weist Ausgaben im Betrage von 13,879,7 40 Mk. auf, darunter 6,283,760 Mk. für Verzinsung und Tilgung der Staatsschuld. Die außerordentlichen Einnahmen sind auf 22,271,117 Mk. veranschlagt, darunter 15,179,817 Mk. aus. Überschüssen, 5Mill. aus Anleihen, so daß auf einen Überschuß von 8,391,377 Mk. gerechnet wird. Die Staatsschuld betrug 1. April' 1891: 35,011,763 Mk., denen Aktiva im Betrage von 5,235,110 Mk. gegenüberstanden; demnach belief sich die eigentliche Staatsschuld nur auf 30,026,851 Mk.
Geschichte. Grohherzog Ludlvigl V. starb 13.März 1892; ihm folgte sein Sohn Ernst Ludwig (s. d.)