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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kappler - Karl
Staatshilfe. Die übrigen protestantischen Gemeinden (Herrnhuter, französiiche reformierte Kirche, apostolische Union u. a.) zählen an 3000 weiße und farbige Anhänger in 105 Gemeinden unter 50 Geistlichen. Die Gesamtzahl der Protestanten in der Kolonie schätzt man auf 290.000. Die römisch-katholische Kirche unter drei Bischöfen (von Charadrub, Ketcmo und Sergiopolis) zählt 10,600 Anhänger, wovon nur 600 Farbige, und erhält 600 Pfd. Sterl.
Subvention jährlich. Die Gesamtsumme der von der Regierung der verschiedenen Bekenntnissen gewährten Gelder beträgt 8413 Pfd. Sterl. Diese Summe sott aber nach Gesetz von 1875 mit dem Tode oder der Resignation der jetzigen Empfänger in Wegfall kommen.
An der Spitze des Unterricht swesens steht die Kap-Universität, eine Prüfungsbehörde; die Kolonie Hat füttf höhere Schulen mit (1889) 216 und 1477 von: Staat unterstützte Schulen mit 95,391 Schülern, außerdem zahlreiche Privatschulen. Das Kafir-Eollege in Zonnebloom bildet seine Schüler zugleich zu Handwerkern heran. Der Ackerbau nimmt, seitdem die Straußenzucht sich weniger lohnend erwiesen hat, bedeutend zu; 1883 betrug die Einfuhr von Weizen und Mehl437,200,1889 noch nicht 30,000 Pfd. Sterl.
Bedeutende Summen sind vom Parlament für die Anlage von Werken zur Aufstauung von Wassermassen für die Bewässerung von Feldern bewilligt worden.
Infolge der der Schafzucht gewidmeten Sorgfalt für die Bestände ist die Wolle sehr bedeutend verbessert worden; man hat die Angoraziege mit Erfolg eingeführt. 1889 betrug die Ausführ von Angorahaar bereits 9,442,213 Pfd. im Werte von 351,544 Pfd. Sterl., der von Schafwolle 68,017,541 Pfd. im Werte von 2,351,375 Pfd. Sterl. Der gesamte Viehstand betrug 1889: 295,370 Pferde, 64,3i.2 Maultiere, 1,502,845 Rinder, 14,408,455 Schafe, 5,137,467 Ziegen und 149,684 Strauße. Die Weinernte ergab einen Ernag von 25,633 Kl. Die Ausfuhr von Diamanten erreichte 1889: 2,961,978 Karat im Werte von 4,325,137 Pfd. Sterl., davon kamen von Kimberley 816,135, De Beers 947,195, Dutoitspan 450,336, Bultfontein 541,301 und von Vartly West 29,492 Karat. Der Kohlenbergbau, dem weite Gebiete offen stehen, nimmt schnell zu und versorgt schon einen großen Teil der Eisenbahnen. Die Hauptwerke sind die Cyphergat-, Farview-, Molteno- und Stormberggruben in der Division Albert und die Iardevegrubem der Division Wodehouse.
Die Eisenbahnen hatten 1889 eine Länge von 2856 km, davon waren 2573 km, drei große, von Kapstadt, Port Elizabeth und East London ausgehende Systeme umfassend, von der Regierung eroaut und 263 km durch Private, nämlich die Linie Port Alfred-Grahamstown und Worcester-Ashton, je 68,8 kin, und eine von den Kupferminen in Klein-Namaland bis Port Nolloth (178km) laufende Trambahn. Somit sind die Eisenbahnen bis an die Grenzen des Oranjefreistaats und der Südafrikanischen Republik geführt. Von Colesberg ist eine Linie in den Oranjefreistaat bis Bloemfontein mit einem Kostenaufwand von 830,000 Pfd. Sterl. vollendet worden, und an der Grenze gegen die Südafrikanische Republik in Britisch-Betschuanenland ist eine Linie über Taungs und Vrijburg nach Mafeking mit einem Kostenaufwand von 1,190,000 Pfd. Sterl. in der Ausführung begriffen und bereits bis Vrijburg vollendet. Die Telegraphenlinien der Kolonie umfassen mit Einschluß der nicht auf denselben Strecken laufenden Telephonlinien 7605km mit 18,080km Drähten; eine Kabellinie über Sansibar und Aden erhält
von der Kolonie gemeinschaftlich mit England Subsidien. In Kapstadt, Simonstown und Wynberg stehen 1300Mann britische Truppen (2Bataillons Infanterie, 2 Batterien Artillerie, 1 Kompanie Ingenieure), für welche England1888:128,554Pfd.Sterl. verausgabte. Außerdem besteht ein Freiwilligenkorps von 4061 Mann und ein 819 Mann starkes Korps berittener Schützen. Jeder fähige Mann zwischen 18 und 50 Jahren kann sowohl innerhalb als außerhalb der Grenzen der Kolonie im Kriegsdienst verwendet werden. Sehr starke Befestigungen werden an der Tafelbai und in der Simonsbai angelegt, die erstern teilweise, die letztern gänzlich auf Kosten der britischen Regierung. In Simonsbai befindet sich eine wichtige, durch die englische Admiralität erhaltene Marinestation mit allen für Ausrüstung, Reparaturen, Proviantierung 2c. nötigen Einrichtungen. Die Kolonie besitzt nur zwei natürliche Häfen, Simonsbai und Saldanhabai, während der Ankerplatz bei Kapstadt bei gewissen Winden bisher schutzlos und gefährlich war. Jetzt werden großartige tzafendämme errichtet, um einen Außenhafen und einen Innenhafen mit geräumigen Docks zu schaffen. Der Handel der Kolonie ist in letzter Zeit überraschend gestiegen, doch darf man nicht vergessen, daß sowohl bei der Einfuhr als bei der Ausfuhr (namentlich von Gold, 1890: 1,909,204 Pfd. Sterl.) die Südafrikanische Republik sehr stark beteiligt ist. Es betrug:
1838 1889 1890
Einfuhr .... 5458774 9915011 8239597 Pfd. Sterl.
Ausfuhr. .. 8 732601 939189? 10722 716 Außerdem wurde 1890 eingeführt: gemünztes Gold im Betrage von 365,000, ausgeführt von 124,355 Pfd.
Sterl. Die Ausfuhr setzte sich zusammen 1889 aus Kolonialerzeugnissen (8,545,460 Pfd. Sterl., darunter Diamanten 4,325,135 Pfd. Sterl.), Rohgold (860,495) und gemünztem Gold (238,581 Pfd. Sterl.).
In die Häfen der Kolonie (Kapstadt, Port Nolloth, Simonstown, Mosselbai, Knysna, Port Elizabeth, Port Alfred, East London und im St. John's Territorium) liefen 1889 ein 2265 Schiffe von 3,796,855 Ton., aus 2255 Schisse von 3,771,345 T. Die Handelsflotte in den drei Häfen: Kapstadt, Port Elizabeth und East London hatte einen Gehalt von nur 2509 T. Die Einkünfte der Kolonie betrugen 1890 bis 1891: 4,147,736 Pfd. Sterl., davon 1,243,941 Pfd. Sterl. Zölle. Die öffentliche Schuld erreichte 22,490,501 Pfd. Sterl. Wegen der dem Gouverneur der Kapkolonie als britischen: Oberkommissar unterstellten Kronkolonien Basutoland, Betschuanenland und Sambesia vgl. diese Artikel.
Vgl. Silver, Hg Mdook to soutii ^ii'iea (Lond.
1891); Joung, ^.^. >vint6i' tour iu 801M ^.fiicn.
(das. 1890); H.Mull er, 2ui(I-^fii^ (Leiden 1890).
Kappler, August, geographischer Schriftsteller, geb. 10. Nov. 1815 zu Mannheim, leistete 1836-42 Militärdienste in Holländisch-Guayana und schrieb darüber - Sechs Jahre in Surinam« (Stuttg. 1854). Nach kurzem Aufenthalt in der Heimat nach Surinam zurückgekehrt, lebte er hier anfangs als Sammler, dann als Plantagenbesitzer bis 1879. Den Rest seines Lebens verbrachte er, mit litterarischen Arbeiten beschäftigt, in Stuttgart, wo er 20. Okt. 1887 starb. Erschrieb noch: »Ho Mndisch-Guiana« (Stuttg.
1881) und »Surinam, sein Land, seine Natur, Bevölkerung :c.<< (das. 1887). 1882 unternahm er eine Reise nach Ägypten, Palästina und Syrien, 1883 eine Reise um die Welt.
Karl,44) K. I., König von Rumänien, feierte 22. Mal 1891 sein 25jähriges Regierungsjubiläum