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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kirchenpolitik - Kleidung
solcher Überwurfeisen angebracht, die sich diagonal! erschöpft wird, ist der Nest an das betreffende Bis: .....<....I-.^.... ^>:^ c^..^ ^^ ^.^.<5..... r.^,^^ auszuzahlen und zur Anlegung eines Diöze gegenüberstehen. Diese Art der Feststellung hat folgende Mängel: Die Auslösung ist umständlich, weil die Überwurfeisen auf beiden Seiten von den Zapfen entfernt werden müssen; die Mulde ist nach der Entfernung der Überwurfeisen vollständig labil aufgehängt und kann deshalb leicht nach der Seite kippen und sich entleeren, auf welcher der Arbeiter steht, wodurch Verletzungen desselben herbeigeführt werden können. Versäumt indessen der Arbeiter das zweite Überwurfeisen zu lösen und will die Mulde umkippen, so kann das ganze Wagengestell mitkippen und den Arbeiter mit hinabreißen. Diese Mängel sollen durch den Überwurf mit Schleife von Otto Neitsch in Halle a. S. vermieden werden. ..Das Wesentliche daran ist, daß jeder der beiden Überwürfe lä und e) mit einem Bogenschlitz oder einer Schleife (ä^, bez. 6;) versehen ist, mit dem er über den Zapfen l, bez. ti der Mulde gehängt wird. Die Krümmung der Schleifen ä^ und 6; entspricht dein von den Zapfen f und t^ beim Kippen beschriebenen Bogen.
Um die Mulde umzukippen, ist es nur nötig, den einen Überwurf zu lösen, und zwar denjenigen, der der Kippseite gegenüberliegt. Will man also die Mulde nach rechts kippen (Klg. 2), so löst man den linken Überwurf 6 vom Zapfen k^. Dann kann der Wagen nur nach rechts kippen (d. h. nach derjenigen Seite, auf welcher der die Auslösung besorgende Arbeiter nicht steht), weil das Kippen nach links auf den Arbeiter zu durch den rechten Überwurf verhindert wird. Beim Kippen nach rechts gleitet der Zapfens in dem Schlitze 6^ des rechten Überwurfes ä, ohne dessen Lage zu verändern.
Kirchenpolitit. Nachdem in Preußen die sogen.
Kulturtampfgesctze durch allmähliche Abbröckelung und Milderung der von der katholischen Kirche beanstandeten Bestimmungen allmählich beseitigt worden sind, ist es nunmehr nach mehrfachen vergeblichen Versuchen (vgl. Kirchenpolitik, Bd. 18) auch gelungen, ein Gesetz (vom ^i4. Jan. 1891) zu verabschieden, durch welches die Verwendung der seit 1875 bis zum Betrag von 16Mill.Mk. aufgesammelten Sperrgelder int Interessederkatholischen Kircheinnerhalb Preußcns
ermöglicht wurde. Nach Anordnung d.'s Gese/es sollen uon der genannten Summe rund 3,^67,62^» Mk. für die Erzdiözese Köln, 1,954,200 Mk. für die Erzdiözese Gnesen-Posen, 983,560 Mk. für die Diözese Kulm, 1,037,240 Mk. für die Diözese Ermeland, 1,482,890 Mk. für die Diözese Breslau, 681,330 Mk. für die Diözese Hildesheim, 325,860 Mk. für die Diözese Osnabrück, 1,182,360 Mk. für die Diözese Paderborn, 1,535,270 Mk. für die Diözese Münster, 2,122,420 Mk. für die Diözese Trier, 8^3,820 Mk. für dis Diözese Fulda, 570,410 Mk. für die Diözese Limbura, 33,890 Mk. für den preußischen Anteil der Erzdiözese Prag, 6860 Mk. für jenen der Erzdiözese Olmütz und 1560 Mk. für jenen der Erzdiözese Freiburg verwendet werden. Aus diesen Summen sollen Beträge an solche Institute und Personen, bez. deren Erben bewilligt werden, welche durch jene Temporaliensperre Einbuße an ihren Einkünften erlitten haben, sowie an diejenigen Institute, Korporationen und Fonds, welche für solche Einbußen einen Ersatz gewährt haben. Über den Umfang dieser.Vewilligungen beschließt innerhalb einer jeden Diözese/bez. eines jeden Diözesananteils, eine Kommission aus5 Mitgliedern, welche von dein Kultusminister im Einvernehmen mit dem resp. Diözesanobern ernannt werden. Soweit die auf die jeweilige Diözese treffende Summ? nicht durch solche Bewilligungen
sanfonds bestimmt, aus dessen Ertrag nach Vereinbarung zwischen dem Kulturminister und dem Diözesanooern emeritierte Geistliche unterstützt, die Gehalte der Mitglieder der Domkapitel und der Beamten der bischöflichen Verwaltung ausgebessert sowie Unterstützungen zur Wiederherstellung kirchlicher Gebäude an arme Kirchengemeinden gewährt werden
können.
Klaar, Alfred, Schriftsteller, geb.7.Nov. 1848 zu Prag, studierte Rechtswissenschaft in Wien uno Prag, widmete sich dann litterargeschichtlichen, philosophischen und politischen Studien und wurde1886inLeipzig zum Doktor der Philosophie promoviert. 1868-72 war er Mitredakteur des »Tagesboten aus Böhmen«, seit 1873 ist er der sehr angesehene Schauspiel- und Kunstkritiker der Prager»Bohemia«, seit 1885Dozent der Litteraturgeschichte an der deutschen technischen Hochschule in Prag. Er ist auch Mitbegründer und (seit 1881) Präsident des Vereins der deutschen Schriftsteller und Künstler in Böhmen: »Concordia«, und Begründer und Vizepräsident des Prager Zweigvereins der Schillerstiftung. In der Studentenzeit beteiligte sich K. im Sinne der deutschliberalen Partei lebhaft am öffentlichen Leben, hielt Vorträge über wissenschaftliche und kulturelle Fragen in Wien, Prag und in andern Städten Österreichs, bereiste Deutschland, die Schweiz und Italien, und jetzt nimmt er eine führende Stellung im Geistesleben der Deutschböhmen ein. Außer zahlreichen politischen und ästhetischen Zeitungsaufsätzen und Gelegenheitsgedichten schrieb er: »Die Litteratur des Auslandes« (Teil des offiziellen WienerWeltausstellungsberichts,1873);»I.V.Scheffel« (Prag 1876); »Joseph II.« (das. 1880); »Das moderne Drama, dargestellt in seinen Richtungen und Hauptvertretern< (Prag u. Leipz. 1883-84,3 Bde.); »König Ottokars Glück und Ende, eine Untersuchung über die Quellen der Grillparzerschen Tragödie' (Leipz. 1885); »Franz Grillparzer als Dramatiker (Wien 1890) u. a. Außerdem dramatische Arbeiten: »Die fahrenden Komödianten«, Scherzspiel (Prag 1876); »Der Empfang«, geschichtliches Festspiel zur Eröffnung des neuen deutschen Theaters in Prag (Dresd. 1888); die Lustspiele »Diskretion« (Verl.
1890) und »Wer schimpft, der kauft« (das. 1891).
Kleidung. Ein Teil der Mikroorganismender Haut gelangt, an Staubteilchen haftend, ein andrer Teil mit den Ausscheidungen der Talgschweißdrüsen an die Fasern, aus denen die K. besteht. Es fragt sich mm, ob die zu Unterkleidern Zur Verwendung kommenden Zeugstoffe beim Tragen auf der Haut einen wesentlichen Unterschied in der Fähigkeit, Mikroorganismen in sich aufzunehmen, zeigen, und welche Eigenschaften der K. diese Fähigkeiten vergrößern oder verkleinern. Hobein nähte zur Untersuchung dieser Frage 1 qom große Stücke der zu untersuchenden Zeugstosse nebeneinander auf ein 6 - 8 qcin großes Stück Hemdentuch und befestigte dioies derartig an der Unterkleidung, daß die Stückchen der Haut anliegen. Nach einiger Zeit wurde mit sterilisierten Instrumenten aus der Mitte jedes Zeugstückchens ein 0,25 hoiu großes Stück ausgeschnitten, fein zerkleinert in Gelatine gebracht und auf Platten hinsichtlich der Keime geprüft. Bei diesen Untersuchungen ergaben sich folgende Resultate: Getragener Flanell enthält 3-6mal so viel Keime wie getragener rein leinener oder rein baumwollener Stoff. Demnächst enthalten die Trilotstoffe die meisten Keime, weniger die dünnen Woltcnstoffe und am wenigsten die leinenen