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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Krampfadern - Krankenkassen
schwindend klein, nach Versuchen von Riedler und Outermuth etwa 2-3 Proz. Dies günstige Ergebnis ist in erster Linie der in Paris bis auf eine Teilstrecke durchgeführten, sehr zweckmäßigen elastischen Rohrverbindung zu verdanken. Die Dichtheit der Luftleitungen, ja sogar die Möglichkeit derselben ist mehrfach bestritten und behauptet worden, die Undichtheit müsse mindestens 7 Proz. betragen, weil ein derartiger Verlust bei Gasleitungen nachgewiesen sei.
Nach Riedler rührt ein solcher Verlust, wenn er wirklich erwiesen sein sollte, nicht von eigentlicher Undichtheit der Leitung her, sondern wird wahrscheinlich m der Diffusion der Gase begründet sein. Diese Diffusion würde auch dann auftreten, wenn in der Leitung eine geringere Spannung als außen herrschte. Bei Luftleitungen ist sie nicht möglich. Viel bedeutender als durch Undichtigkeit sind die Verluste durch den Widerstand der Leitung. Aber auch diese sind früher vielfach überschätzt, bez. auf falschen Grundlagen zu hoch berechnet worden. Die Beobachtungen der Pariser Druckluftleitung machten es schon früher wahrscheinlich, daß die Druckverluste wesentlich geringer sein müssen, als frühere Beobachter (Stokalper und Devillez) angeben. Zur Bestätigung der Vermutung unternahmen Riedler und Gutermuth ausgedehnte Versuche an den Pariser Leitungen.
Dabei stellte sich zunächst heraus, daß besonders die arohen Entwässerungsbehälter einen ungewöhnlichen Widerstand verursachten, während die kleinern Entwässerungsvorrichtungen (Syphons) einzeln keinen erheblichen Widerstand nachweisen ließen. Der Verlust in diesen Apparaten, besonders in erstern, darf aber nicht als eigentlicher Leitungswiderstand angesehen werden, weil die Entwässerung durch andre Einrichtungen ohne großen Widerstand möglich ist.
Die Versuche mit den Leitungen wurden teils während des laufenden Betriebes, teils dann ausgeführt, wenn der Betrieb in der Stadt eingestellt war, wobei sowohl einzelne Leitungsstrecken für sich als auch die ganze Leitung in den Versuch hineingezogen wurden und die Geschwindigkeit der Luft bis zu
13 in gesteigert wurde. Von den Untersuchungsresultaten wird hervorgehoben, daß auf eine Teilstrecke (St. Fargeau-Fontaine au Roi), in welcher keine großen Entwässerungsbehälter, wohl aber3 Syphons und 8 Absperrschieber vorkommen, bei einer mittlern Luftgeschwindigkeit von 6,5 in der Druckverlust 0,05 Atmosphäre für jedes Kilometer Leitungslänge betrug, während bei der Untersuchung der ganzen Strecke von 16,5 km Länge, welche 49 Absperrschieber, 23 Syphons und 4 Entwässerungsbehälter einschließt, der Leitungsverlust pro Kilometer Länge 0,0? Atmosphäre beträgt. Nach ersterm Ergebnis würde für 6,5 in Luftverlust der Spannungsverlust von 1 Atmosphäre einer Leitungslänge von 20 km entsprechen, bez. an der Peripherie eines Versorgungsgebietes von 20 kin Radius eintreten, nach letzterm würde bei 6 in Luftgeschwindigkeit die Verlustgrenze von 1 Atmosphäre bei 14 wn Länge, also im Unisangeines Versorgungsgebietes von
14 ^.ni Radius eintreten. Wenn hingegen die ungewöhnlichen Widerstände der Entwässerungsbehälter vermieden sind, dann entspricht 1 Atmosphäre Druckverlust einem Versorgungsgebiet von 20 km Radius.
Das ist ein so ausgedehntes Gebiet, wie es bei keiner Fernleitung mit gleich geringem Druckverlust bisher erreicht wurde. Aber man wird noch viel weiter gehen können, wenn die scharfen Krümmungen und Gefällsbrüche, welche in Paris in reichlichem Maße vorhanden sind, nach Möglichkeit beseitigt
werden. Riedler stellt schließlich folgende zusammenfassende Sätze auf: Die seit etwa Jahresfrist in Paris durchgeführten Verbesserungen haben einen etwa um 30 Proz. vorteilhafter« Betrieb zur Folge gehabt, obwohl die übrigen Einrichtungen der Zentralstation mangelhaft sind. Die kleinen schlechten Luftmaschinen (die rotierenden Maschinen) arbeiten mit einem Gesamtwirkungsgrad von fast 50 Proz., also günstiger als zur Zeit zehnpferdige und noch größere Motoren. Bei den ungünstigsten großen Luftmaschinen wird ein Gesamtwirkungsgrad von 80 Proz. erreicht, wobei der Vrennstoffaufwano ein ganz verschwindend geringer ist. Der weitern Ausbildung der Luft- und im allgemeinen der Wärmemaschinen im Zusammenhang mit zentralisierter Druckluftlieferung steht eine weite Zukunft bevor.
Die Untersuchung der vorhandenen Pariser Luftleitung, die in der ungünstigsten Weise angelegt ist, hat trotzdem so geringe Leitungswiderstände ergeben, wie sie bisher durch keine andre Kraftübertragungsmittel erreicht sind. Die Fernleitung auf sehr große Entfernung, nur unter Benutzung der bisherigen Ergebnisse, gestaltet sich sehr vorteilhaft.
Krampfadern, s. Chirurgenkongreß, S. 150.
Krane, später K ranioi genannt, eine der antiken Städte Kephallenias, lag über dem südwestlichen Winkel der Bucht von Argostoli hoch und luftig, bequem vom Meere und vom Hinterland zu erreichen und reich an Quellen. Seine Reste sind 1888 von Partsch untersucht und aufgenommen worden.
Danach umschloß die eigentliche Stadt nur die beiden Hügel Kastelli (70 in) und Pezules (110 in), von denen letzterer besonders ummauert war und als Akropolis diente, zusammen einen Raum von nur 6,« Hektar. Am südwestlichen Fuße des Kastelli lag der jetzt verschwundene Hafen, durch Schenkelmauern mit jenem Hügel verbunden. Außerdem aber hatte K. im Altertum angefangen, einen weiten Raum (144 Hektar) im N. und O. mit langen, starken Mauern und Bastionen zu umgeben, offenbar um für sein Landvolk einen Zufluchtsort in Kriegszeiten zu schaffen. Dieses Werk blieb jedoch unvollendet, wahrscheinlich weil bald nach 370 v. Ehr. K. von einer uns sonst unbekannten Katastrophe ereilt wurde.
Aus der Geschichte der Stadt ist uns nur bekannt, daß sie 431 dem athenischen Bunde beitrat, und die Athener dort 421 die aus Pulos vertriebenen Messenier ansiedelten. Sie existierte noch in der römischen Kaiser Zeit. Ihr Name hatsich bis heute in demjenigen der nahen Ebene Kraneia erhalten.
Krankenkassen. Der Entwurf einer Novelle zum deutschen Reichsgesetz, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter, vom 15. Juni 1883, welcher im Reichsanzeiger bereits 9. Okt. 1890 veröffentlicht worden war, ist nach eingehender Beratung in Kommission und Plenum des Reichstags und nach eingetretenen mehrfachen Abänderungen unterm 10. April 1892 als Gesetz verkündigt worden. Das Gesetz tritt, soweit es sich um die zu seiner Durchführung erforderlichen Maßnahmen handelt, sofort, im übrigen mit 1. Jan. 1893 in Kraft. Durch dasselbe wird der Kreis der Versicherungspflichtigen erweitert, und zwar wurde er ausgedehnt auch auf Personen, welche gegen Gehalt oder Lohn beschäftigt sind beim Bin! nenschiffahrts- (früher hieß es Binnendampfschifffahrts-) und Vaggereibetrieb, im Handelsgewerbe, im Geschäftsbetrieb der Anwälte, Notare und Gerichtsvollzieher, der Krankenkassen, Berufsgenossen-I schaften und Versicherungsanstalten, in dem gesam^ ten Betriebe der Post- und Telegraphenverwaltung