Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Monosaccharide; Monte Rosa-Gebiet; Montgelas; Móri Arinori; Morre; Mosambik; Mosso; Motoren; Mouy

638

Monosaccharide - Mouy

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Mond'

nen mit Schleifen (1), die beiden äußern Wellenlinien (3), die vier innersten Saturnmonde Linien mit Schleifen, die vier äußersten Wellenlinien, und die letztere Form haben auch die Bahnen der Uranusmonde und des Neptunmondes. Ein einfaches Hilfsmittel zur Zeichnung dieser verschiedenen Kurven bildet die Mondbahnscheibe von H. Friedel, hergestellt vom Mechaniker G. Gehricke in Jena; vgl. die Zeitschrift »Praktische Physik« 1891, S. 175.

Monosaccharide (Monosen), s. Kohlehydrate.

Monte Rosa-Gebiet, s. Deutsche Gemeinden in Piemont.

Montgelas, Ludwig, Graf von, königlich bayr. Kämmerer, ehemaliger Gesandter am preußischen Hof, starb 6. Jan. 1892 in München.

Móri Arinori, japan. Staatsmann, geb. 1846 in Satsuma, war einer der ersten japanischen Studenten, die von der Regierung nach Europa geschickt wurden. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in London zog er 1869 als Mitglied des Giji-in (Notabelnversammlung) dadurch die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich, daß er einen Antrag auf Abschaffung des Schwertertragens der Samurai einbrachte, der mit allen (214) Stimmen abgelehnt wurde und eine Zeitlang selbst sein Leben in Gefahr brachte. 1870 wurde er zum Gesandten in Washington ernannt, wo er mehrere Schriften in englischer Sprache veröffentlichte (»Resources of America«, »Education for Japan«, »Religious freedom in Japan« u. a.). 1874 wurde er Staatssekretär im Auswärtigen Amt, dann Vizeminister des Äußern; 1875 ging er als Gesandter nach China, 1879 in gleicher Eigenschaft nach England. Nach seiner Rückkehr übernahm er 1885 das Portefeuille des Unterrichts. Wegen seiner oft exzentrischen Vorliebe für amerikanische und englische Einrichtungen (so ging er mit dem Plane um, an Stelle der japanischen die englische Sprache zur Landessprache zu machen, schrieb seinen Namen eine Zeitlang Maury u. dgl.), verbunden mit zur Schau getragener Mißachtung altgeheiligter japanischer Anschauungen, wurde er 11. Febr. 1889, am Tage der Proklamation der japanischen Verfassung, von einem politischen Fanatiker durch einen Dolchstoß ermordet.

Morre, Karl, steirischer Volksschriftsteller, geb. 8. Nov. 1832 zu Klagenfurt, studierte Rechtswissenschaft, war seit 1855 als Amtspraktikant bei der Kameralbezirksverwaltung in Graz, 1857-68 als Kanzleiassistent in Bruck thätig, wurde nach Aufhebung dieser Stellen Sekretär der Bezirksvertretung von Bruck, trat 1875 wieder in den Staatsdienst zurück und verblieb in ihm bis 1883, wo ihn ein Augenleiden nötigte, in den Ruhestand zu treten. 1886 wurde M. als Abgeordneter des Stadtbezirks Leibnitz in den steirischen Landtag, 1891 in den österreichischen Reichsrat gewählt, wo er sich der deutschnationalen Partei anschloß. Seine Schrift »Die Arbeiterpartei und der Bauernstand« (Graz 1890) führt den Beweis, daß dem drohenden Untergang des mittlern Bauernstandes nur durch Altersversorgung der ländlichen Dienstboten und Kleinbauern begegnet werden kann. Die gleiche Tendenz der Teilnahme für das ländliche Proletariat erfüllt auch sein verbreitetes Volksstück mit Gesang: »'s Nullerl« (zum erstenmal aufgeführt 30. Okt. 1884 in Graz). Außerdem schrieb M. die Possen: »Durch die Presse« (1872), »Drei Drittel« (1882; das Original, eine Satire auf den Nationalitätenstreit in Österreich, wurde verboten, die Umarbeitung fiel durch), »Die Frau Rätin« (1884); die Volksstücke: ↔ »Familie Schneck« (1881), »Die Statuten der Ehe« (1881), »Ein Regimentsarzt« (1887); die ländlichen Gemälde: »A Räuscherl«, »Vorn Suppenessen« u. a.

Mosambik. Finanzielle Schwierigkeiten bestimmten die portugiesische Regierung, durch Dekret vom 13. Okt. 1891 die bisherige Kolonie M. in einen »Freien Staat von Ostafrika« umzuwandeln, der die beiden Provinzen Mosambik und Lorenzo Marques umfaßt. Die wirtschaftliche Ausbeutung sowie die Hoheitsrechte werden Privatgesellschaften übertragen, doch unter strenger Kontrolle der Regierung. Sitz der Verwaltung ist Lorenzo Marques.

Mosso, Angelo, Physiolog, geb. 31. Mai 1846, studierte in Turin Medizin, besonders unter Moleschotts Leitung Physiologie, dann in Florenz und Leipzig. 1876 wurde er zum Professor der Pharmakologie, drei Jahre später, als Moleschott nach Rom ging, zum Professor der Physiologie in Turin ernannt. M. hat sich besonders um die Untersuchungsmethoden der Physiologie des Menschen verdient gemacht. Mit seinem Plethysmographen untersuchte er die Bewegungen der Blutgefäße, wie sie beispielsweise unter dem Einflüsse psychischer Erregungen eintreten. Der Hydrosphygmograph zeigt die pulsatorischen Volumschwankungen des Vorderarmes; mit dem Ergographen schreibt man die Ermüdungskurve der Muskeln am menschlichen Vorderarm und mißt die von diesen Muskeln erzeugte Arbeitskraft; mit dem Ponometer kann man andre Ermüdungserscheinungen nachweisen. Endlich hat M. mit einer besondern Wage die Veränderungen im Blutkreislauf demonstriert, welche beim Schlafe, bei der Gehirnthätigkeit etc. eintreten. Von seinen zahlreichen Arbeiten sind viele in den »Archives italiennes de biologie« erschienen, die M. 1882 begründet hat. Er schrieb: »Die Diagnostik des Pulses« (Leipz. 1879); »Über den Kreislauf des Blutes im menschlichen Gehirne« (das. 1881); »Die Furcht« (das. 1889); »Die Ermüdung« (das. 1892).

Motoren. Nach einem Vorschlag von v. Jhering sollen Explosivstoffe zur Arbeitsleistung in M. herangezogen werden. Dem Bedürfnis nach einem geeigneten Kleinmotor für die Transportmittel zu Land und zu Wasser, welchem die verschiedentlich aufgetauchten Dampfdroschken etc. entsprungen sind, ohne sich jedoch bewährt zu haben, kann nach v. Jhering nur durch einen Motor genügt werden, der von einer Kraftquelle betrieben wird, welche bei möglichst geringem Eigengewicht eine möglichst große Arbeitsfähigkeit (Energie) besitzt. Hier sollen einige Explosivstoffe, namentlich das Pulver, welche diese Eigenschaften besitzen, zur Anwendung gelangen. Die brisanten Explosivstoffe (Nitroglycerin, Dynamit etc.) sollen jedoch wegen ihrer zu heftigen und plötzlichen Wirkung ausgeschlossen werden. Die Arbeitsfähigkeit der genannten Stoffe soll nun in der Weise nutzbar gemacht werden, daß sie in kleinsten Mengen in geschlossenen Gassammlern langsam verbrannt werden. Die freigewordenen Gase, unterstützt durch Wasserdampf, der durch die bei der Verbrennung erzeugte Wärme entwickelt wird, sollen dann in einer Kraftmaschine wirksam gemacht werden.

Mouy (spr. mūi), Charles Louis Stanislas, Graf de, franz. Diplomat und Schriftsteller, geb. 11. Sept. 1835 zu Paris aus einer alten Familie der Picardie, wurde auf dem Lycée Bonaparte vorgebildet, widmete sich dann der Journalistik und trat 1865 in das auswärtige Ministerium als Attaché ein. 1875 wurde er zum Botschaftssekretär in Konstantinopel ernannt und 1878 nach Berlin versetzt,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 639.