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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Ozeanien - Ozon
steht in Nikiteal Schule unter2 Missionaren, von den Tubuai-Inseln hat jede Insel 1 Schule unter einem eingebornen Lehrer, auf Raiatea besteht 1 Schule mit 96 Schülern. Der Wert der Produkte des Ackerbaues (Kokosnüsse, Zuckerrohr, Orangen, Baumwolle, Mais u.a.) in Tahiti und Mooren betrug 1889: 80IM6Fr., der Viehstand 1162 Pferde, 2041 Rinder, 1794 Ziegen, 5636 Schweine, und auf den Markesas 580 Pferde, 5964 Rinder, 4131 Schafe, 4500 Ziegen, 6730 Schweine. Auf den Tuamotu gibt es 15,000 Schweine. Viele dieser Haustiere schweifen in wildem Zustand umher. Vom Gesamthandel Tahitis (1889: 6,879,496 Fr.) entfallen nur 843,131 Fr. auf Frankreich, die Ausfuhr (3,034,775 Fr.) geht fast ausschließlich ins Ausland, von wo auch vier Fünftel der Einfuhr kommen. Auch die Schiffahrt liegt fast durchaus in fremden Händen. Die Post beförderte 1888 auf Tahiti durch 6 Ämter 321,000 Stück Briefe und Drucksachen; die Einnahmen betrugen 13,000, die Ausgaben 116,000 Fr.
Dte britischen Besitzungen wurden in den letzten Jahren durch Flaggenheißungen einigermaßen erweitert, wobei namentlich die Lage einiger Inseln in der Richtung des von Nordamerika nach Australien geplanten Kabels bestimmend war. Andre Inseln versprechen auch als Zukunftshäfen oder wegen ihres Reichtums an Kokospalmen und Perlmuscheln von Wert zu sein. Nach den neuesten Angaben besitzt England außer den zu Neuseeland, dem Australkontinent und zu den Fidschiinseln gerechneten Gruppen und Eilanden im Großen Ozean folgende Inseln:
Karolineninsel.....
Christmas (Weihnachtsinsel)
Exchequerinsel.....
Fanning.......
Flint........
Iarvis........
Malden.......
Penrhyn (Tongarcwa) .. .
Etarbuck.......
Wostock.......
Washington......
Dudosa.......
Rakaänga......
Noggeveen......
Hervcy-(Cook-) Inseln .. .
Dncic........
(5llice-Inseln.....
Pitcairn.......
Phönirinseln.....
Suworowinseln.....
Ilnioninscln......
QKilom.
5.5
60?
40
89
8
3
16
?
?
308
37
5
42
5 ! 1256
QMeil. Bewohner
0,1
11
?
0.7
0,04
0,14
1.6
0.14
0,05
0,04
0.28
?
0.04
?
6.7
0,04
0,67
0.09
0,76
0,09
0.25
nnbcwohnt
173 (1884)
unbewohnt
45 (1890) 168 (1884) 373 (1884)
I unl bewohnt
400
unbewohnt
9800 (1890)
unbewohnt
2000(1890)
126(1890)
?
unbewohnt
500(1890)
22,?3 13585
Die Bevölkerung der Karolincninsel besteht aus wenigen Tahitiern, welche hierher zur Anlage und Pflege uon Kokospflanzungen gebracht wurden. Nach Christmas brachte die Firma Henderson u. Maefarlane in Auckland einige Arbeiter zur Gewinnung der hier vorkommenden schwarzgeränderten Perlmuschel, und 1888 wurde die Insel von der britischen Regierung annektiert, um als Stützpunkt für das beabsichtigte australische Kabel zu dienen. Zn demselben Zwecke wurde auf der unter 2" 35' südl. Br. und 140" 10' westl. L. v. Gr. gelegenen Exchequerinsel die britische Flagge geheißt. Nach Fanning brachte 1884 die Firma Greig u. Bicknell in Honolulu ^1 Kanaken mit einigen europäischen Aufsehern, um die dortigen (nicht sehr guten) Guanolager auszubeuten. Auch auf Flint wurde früher Guano geI wonnen und zwar durch Amerikaner, doch ist es jetzt unbewohnt. Iaruis wurde gleichfalls seines Guanos wegen von der Phoenix Guano Company besetzt.
Die beiden letztgenannten Inseln wurden neben einer Reihe andrer als von amerikanischen Firmen besetzt angegeben, eine Besitzergreifung durch die Regierung der Vereinigten Staaten hat indes nicht stattgefunden. Malden, das fast ohne alle Vegetation ist, besitzt ebenfalls reiche Guanolager, welche durch eine Gesellschaft in Melbourne ausgebeutet werden. Dieselbe beschäftigt hier 8 Europäer und 160Polynesier, hat eine wohleingerichtete Niederlassung angelegt, zu welcher der gewonnene Guano mittels eines 8 I<m langen Tramways gebracht wird. Die Penrhyninsel wird von 3 Europäern und 370 Eingebornen bewohnt, einer Mischung einer ganzen Reihe ozeanischer Stämme, welche durch unter ihnen lebende Missionare meist zum Christentum bekehrt sind und als ausgezeichnete Taucher (besonders die Frauen) nach den hier außerordentlich großen Perlenschalen in hohem Rufestehen. Starbuck wurde früher wiederholt, zuletzt durch die australische Gesellschaft in Malden, wegen seines Guanos in Angriff genommen, bald aber wieder aufgegeben und war 1884 gänzlich verlassen. Washington, auf dem sich üppige Kokosbestände finden, welche durch die auf Fanning thätige Firma aus Honolulu durch eingeführte Arbeiter ausgebeutet werden, scheint durch England nicht förmlich annektiert worden zu sein, wird aber ebenso wie die Inseln Dudosa (7" 40' südl. Br., 161" westl.
L.) und Roggeveen (10" 45' südl. Br., 156" 10' westl.
L.) als unter englischer Hoheit stehend aufgeführt.
Die Bevölkerung'der »ervey-Inseln verteilte sich auf die einzelnen Inseln 1884 wie folgt: Rarotonga und Mangaia je 3000, davon auf der ersten 100 Weiße, Mauki 400, Katutia oder Atiu 1400, Aitutaki u. a.
W00. Die Insel Ducie (M" 40' südl. Br., 1^4" 48' westl. L.) ist dicht bewaldet, aber ohne Kokospalmen und unbewohnt. Auf Pitcairn residiert jetzt ein englischer Beamter. Von den Phönixinseln wurde eine Anzahl früher durchnordamerikanische Firmen wegen ihrer Guanolager ausgebeutet, dieselben waren jedoch nicht bedeutend; es scheint nunmehr, daß sie von jenen aufgegeben sind. Sie liegen in der geraden Linie der von Honolulu über Fidschi nach Sydney fahrenden Dampfer. Die Suworowinseln erscheinen wertvoll für die eventuelle Legung eines Kabels zwischen Australien und Amerika sowie für die Anlage eines Sammelplatzes für die Produkte der umliegenden Inselgruppen, da der Hafen ein sehr guter ist.
Auch die Nnioninseln sind wertvoll wegen ihrer Lage in der Trace für das geplante Kabel von Kalifornien nach Australien und in der Linie der von Honolulu nach Neuseeland fahrenden Postdampfer. über die Missionsthätigkeit in O. (Polynesien) s. den Artikel Mission, S. 631; die neuern Forschungsreisen s. unter Australien.
Ozon. Die ausgiebigste Quelle der Ozonerzeugung auf elektrischem Wege ist die Glimmentladung (das elektrische Effluvium), für welche Siemens 1857 in seiner Ozonröhre zuerst einen geeigneten Apparat angegeben hat. Derselbe besteht im wesentlichen aus zwei ineinander gesteckten dünnwandigen Glasröhren, welche am obern Ende miteinander verschmolzen sind und in deren Zwischenraum das zu ozonisierende Gas gebracht wird; die Außenfläche des äußern und die Innenfläche des innern Rohres werden mit leitenden Belegungen versehen, die man durch hochgespannte Wechselströme ladet und entladet. Der Apparat ist also ein cylinderförmiger Kondensator,