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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Sable Island - Sachsen
Nhodios« (Wien 1878); »Studien zur Technik des nachhomerischen heroischen Verses« (das. 1880); »Neue Beiträge zur Technik des nachhomerischen Hexameters« (das. 1862); »Kritische Studien zu den sibyl linischen Orakeln« (Wien 1890) sowie Ausgaben des > Hesiod« (Leipz. 1884), von Homers »Il'ias< (das.
1886 - 87, 2 Bde.) und der »Oracmia sib Mua.« (Wien u. Leipz. 1891).
S.
Säble Island, Sandinsel an der kanadischen Küste unter 44" nördl. Br. und 60" westl. L. v. Gr., verschwindet allmählich. Vor nicht langer Zeit war dieselbe noch 94 km, jetzt ist sie nur noch 46 km lang.
Seit 1880 sind drei Leuchttürme erbaut, von denen zwei bereits fortgewaschen sind und der dritte bald nachfolgen wird.
Saccharosen, s. Kohlehydrate.
Sachsen, Königreich. Die Bevölkerung betrug 1. Dez. 1890 (endgültiges Ergebnis): 3,502,684 Seelen und hat seit 1885 um 320,681 Seelen (10,08Proz.) Zugenommen. Sie verteilt sich auf die einzelnen Landesteile wie folgt:
Kreishaufttmannschaften Einw. Zunahme
Dresden..... 950530 89972
Leipzig......871132 97096
Zwickau.....1310283 119434
Vautzen.....370739 14179
Was die Bewegung der Bevölkerung anbetrifft, so fanden im 1.1890: 32,436 Eheschließungen statt; es wurden geboren 145,661 (75,041 männlichen und 70,620 weiblichen Geschlechts), darunter Totgeborne 5147, Uneheliche 17,863. Es starben (einschließlich Totgebornen) 98,586 Personen. Die Zahl der Eheschließungen betrug 9,43 pro Tausend der mittlern Bevölkerung und war höher als in irgend einem Jahre seit 1876, blieb allerdings hinter der Periode 1872-76 noch bedeutend zurück. Die Geburtsziffer (41,98 pro Tausend) weist einen erheblichen Rückgang gegen das Vorjahr auf, die Sterbeziffer (28,4 pro Tausend) ist dagegen höher als in den 2 vorhergehenden Jahren, allerdings geringer als irgend eine seit 1862. Das Verhältnis der unehelichen zu den ehelichen Geburten hat sich seit 1876 wenig verändert; es waren in der Periode 1876-85: 12,8 Proz. der Gebornen unehelich, 1890: 12,26 (im Deutschen Reiche 9,io) Proz. Die Säuglingssterblichkeit war in der Periode 1880-89 am stärksten in der Stadt Chemnitz (36,7 auf 100 Lebendgeborne),am geringsten in den Amtshauptmannschaften Ölsnitz und Kamenz. Die Auswanderung war 1891 (4126 Personen) bedeutend stärker als im Vorjahr und richtete sich meist nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika (3774 Personen) und nach Brasilien (220 Personen).
Die Ernte lieferte 1890 auch in S. einen höhern Ertrag, als der Durchschnitt der Jahre 1880-89 betrug, nur in Sommerweizen und -Roggen, Buchweizen, Kartoffeln und Kleeheu blieb sie hinter dem zehnjährigen Durchschnitt zurück. Es wurden geerntet: 100,140 Ton. Weiden, 284,239 T. Roggen, 48,111 T.
Gerste, 311,592 T. Hafer, 1,138,654 T. Kartoffeln, 432,270 T. Runkelrüben (Futter), 329,559 T. Kleeheu, 538,310 T. Wiesenheu, endlich 3168 Iii Wein.
Bergbau, Zu den fiskalischen Hütten bei Freiberg wurden 1889: 30,698 Ton. Erze, die Gold, Silber, Blei, Kupfer 2c. enthielten, im Werte von 4,i Mill.
Mk. geliefert; ferner wurden 15,806 T. Eisenerze, 4,234,713 T.Steinkohlen im Werte von 37,8 Mill Mk. und 849,521 T. Braunkohlen im Werte von 2,5 Mill.
Mark gefördert. Die Eisenindustrie lieferte 1889:
21,833 T. Roheisen, 116,501 T. Gußwaren zweiter Schmelzung, 28,607 T. Schweißeisen und Stabl, 32,381 T. Flußeisen, zusammen im Werte von 31,8 Mill. Mk. (fast 7 Mill. mehr als im Vorjahr). An Silber wurden 81,326 kF im Werte von 10,2 Mill.
Mk. (1890: 84,201 liF im Werte von 11,8 Mill. Mk.) gewonnen. Im Betriebsjahr 1890/91 waren771 Bierbrauereien im Betrieb, welche 4,158,023 di Vier produzierten. Von 618 vorhandenen Branntweinbrennereien waren 588 im Betrieb, welche 141,519 Iii reinen Alkohol lieferten. Die drei bestehenden Rübenzuckerfabriken produzierten 99,035 Doppelzentner Rohzucker. Fabrikanlagen gab es 1890: 13,386, darunter 5039 mit Dampfbetrieb; darin waren 369,258 Arbeiter (245,896 männliche, 123,362 weibliche) beschäftigt.
Die Finanzlage Sachsens war fortgesetzt eine günstige; der Überschuß der Einnahmen über die Ausgabenbetrug 1884/85: 8,657,955,93«., 1886/87: 6,103,208,15 Mk., 1888/89: 26,601,876,ii Mk.; der Staatshaushalt für die Finanzperiode 1892/93 beziffert sich in Einnahme und ordentlichen Ausgaben auf 97,683,109 Mk. (davon Einnahmen von Nutzungen des Staatsvermögens und der Staatsanstalten 45,131,049 Mk., Steuern und Abgaben 52,552,060 Mk.). Die außerordentlichen Ausgaben im Betrage von 51,405,100 Mk., wozu aber noch ungefähr 5 Mill.
Mk. für den Bau zweier Sekundärbahnen treten werden, finden Deckung mit 26,601,876,n Mk. in dem Ertragsüberschuß bei dem Staatshaushalt der Finanzperiode 1888/89 und mit 24,803,223,89 Mk. sowie den noch hinzutretenden 5 Mill. Mk. in den verfügbaren Beständen. Im 1.1890 betrug die Erbschaftssteuer nach dem Gesetz vom 9. März 1880: 1,000,142 Mk., die Grundsteuer 3,171,981 Mk. (2,75 Pro Z. Zunahme gegen das Vorjahr), die Einkommensteuer 20,126,596 Mk. (7,io Proz. mehr gegen das Vorjahr); an indirekten Steuern wurden 1890 vereinnahmt 61,253,212 Mk. (gegen 1889 mehr 1,747,833 Mk.).
Die Ergebnisse der Einschätzungen zur Einkommensteuer waren:
1890 1889
Aus Grundbesitz .. .. .. 262,? Mill. Mk. 255.1 Mill. Mk.
. Renten.....187.1 - - 177,6
- Gehalt und Löhnen 665.1 - - 618.6
- Handel und Gewerbe 496.0 - - 467.5
Zusammen: 1610.9 Mill. Mk. 1518.8 M Steuerertrag: 20,7 - - 19,-^
ll. Mk.
Die Staats- und Finanzhauptkassenschuloen Sachsens beliefen sich Anfang 1891 insgesamt auf 633,5? Mill. Mk.; ihnen steht aber ein immobiles Vermögen gegenüber von 911,9i Mill. Mk., einschließlich des Wertes der fiskalischen Gebäude von 130,61 Mill. Mk., aber ausschließlich des Mobiliars und Inventars im Werte von 118 Mill. Mk. Zur Verzinsung der Staats- und Finanzhauvtkassenschulden bedarf es 19,96 Mill. Mk., während dagegen allein der Ertrag der Staatseisenbahnen für 18"2/93 mit 30,60 Mill. Mk. in den Voranschlag eingestellt ist. Fürdie Staatsschuloennlgung sind für 1892 und 1893 je 9,33 Mill. Mk. vorgesehen.